The Yards

Kauf-VÖ:
27.08.2003

Studio

Miramax (2000)

Verleih

Kinowelt Home Entertainment (2003)

Laufzeit

110:48 min. (FSK 12)

Regie

James Gray

Darsteller

Mark Wahlberg, Joaquin Phoenix, Charlize Theron, James Caan

DVD-Typ

DVD-9

Fernsehnorm

PAL

Bildformat

2,35:1 (anamorph)

Audiokanäle

1. Deutsch, Dolby Digital 5.1
2. Englisch, Dolby Digital 5.1

Untertitel

Deutsch

Regionalcode

2

Verpackung

Amaray-Case

Preis

ca. 20 EUR
Film 

Auch wenn Leos (Mark Wahlberg) Worte an seinen Bewährungshelfer einen gewissen pathetischen Unterton haben, wenn er versichert, von nun an sein Streben auf das Dasein eines produktiven Mitglieds der Gesellschaft zu richten, meint er es doch ernst. Beim Versuch sich eine geregelte Tätigkeit zu verschaffen, scheint allerdings der erste Anlauf aufgrund gewisser Vorbedingungen fast schon zu scheitern; hatte er doch vorgehabt, im Unternehmen seines Onkels Frank (James Caan) einzusteigen, der allerdings will ihm zunächst lediglich eine Stelle als Lehrling anbieten. In Hinblick auf die Zukunftsperspektiven zwar ein lohnenswertes Angebot, lässt jedoch Leos Stolz die Annahme von allen almosenähnlichen Vergünstigungen nicht zu. Und anders als durch eine zusätzliche  Geldspritze seines vermögenden Verwandten könnte Leo in seiner Lehrzeit vielleicht gerade mal den eigenen Unterhalt bestreiten, aber keinesfalls seiner Mutter (Ellen Burstyn) finanziell unter die Arme greifen. Dies aber ist sein erklärtes Ziel, immerhin hat sie ihn seit frühester Kindheit unter schwersten Bedingungen alleine großgezogen. Doch über einen kleinen Umweg kommt er schließlich doch noch in Franks Betrieb unter. Statt in den Montagehallen der Fabrik für Eisen- und U-Bahnwaggonbau zu werkeln, folgt er den Fußstapfen seines Jugendfreundes Willie (Joaquin Phoenix), der in der Abteilung für Kundenkontakte tätig ist. Und nach Intervention seiner Tante Kitty (Faye Dunaway) im gemütlichen familiären Kreis, wird Leo nach kurzer Einarbeitung aufgenommen. Schon bald zeigt sich allerdings, dass dieser Schritt mit Leos guten Vorsätzen schwerlich zur Deckung gebracht werden kann, denn je tiefer er in die Feinheiten der Auftragsakquisition einsteigt, umso klarer wird es, dass hier beileibe nicht alles im porentiefen Weiß der gesetzestreuen Unschuld erstrahlt, vielmehr kriminelle Machenschaften von der Bestechung städtischer Entscheidungsträger bis zur Sabotage der Konkurrenz gang und gäbe sind. Das belastet sein Verhältnis zu Willie in nicht unbeträchtlicher Weise und dabei lag schon ein ganz anderer persönlicher Reibungspunkt vor, ist Willie doch mit Erica (Charlize Theron) liiert, der allerdings auch Leo seit Kindheitstagen tiefere Gefühle entgegenbringt, was er allerdings seinem Freund gegenüber niemals offenbart hatte. So glimmt die Lunte an einem gefährlichen Pulverfass schon, als ein nächtlicher Einsatz zur Schädigung eines Mitbewerbers um einen lukrativen Auftrag gänzlich aus dem Ruder läuft und der nächste Morgen Leo wieder einmal auf der Flucht vor den Hütern des Gesetzes sieht, obwohl ihn noch nicht einmal die Hauptschuld an der verfahrenen Situation trifft.

Eine Geschichte, die sich auf ihrem routinierten Trampelpfad resistent gegenüber originellen Ideen und Wendungen zeigt ist gemeinhin eine ungünstige Basis für einen gelungenen Film, vor allem dann, wenn es sich nicht um eine Komödie oder einen Action-Reißer handelt (die durch Glanztaten in ihrer Kernkompetenz, wie Witz oder visueller Durchschlagskraft punkten können), sondern um ein recht gradlinig gestricktes Drama. "The Yards" allerdings bringt das Kunststück fertig, aus vorgenannten Handicaps keine Kinokatastrophe, sondern durchaus sehenswerte Kost gezaubert zu haben. Dafür war allerdings notwendig, dass alle anderen Aspekte, von der stimmigen Inszenierung, über die gekonnt agierenden Darsteller bis hin zu der brillanten musikalischen Begleitung durch Howard Shores Soundtrack, überdurchschnittliche Ergebnisse ablieferten, die sich schließlich optimal ergänzten zu einem Gesamtwerk, dass keine neue Meilensteine setzen mag, aber routinierte Dutzendware mit Leichtigkeit zu übertrumpfen weiß.

 

Bild 

Beim Bild wurde des Guten nicht nur fast ein wenig zu viel getan. Durchweg glänzt der Anblick mit einer sehr plastischen, stark konturierten Darstellung. In Verbindung mit der optimalen Farbwiedergabe, welche die bei der Inszenierung gewählte betont warme Tönung optimal zur Geltung bringen kann, hat der Gesamteindruck schon von vornherein einen Platz im oberen Drittel erkämpft. Aber dass es wohl nicht ganz ohne bearbeitende Nachhilfe abgegangen ist, zeigen ein gelegentliches Zittern, dass auch einmal größere Bildflächen erfassen kann und das Auftreten von Kantenflimmern.

 

Ton 

Obwohl vom Film keinerlei außergewöhnlichen akustischen Ereignisse vorgegeben werden, kann die Tonabteilung dennoch ihre Stärken unter Beweis stellen. In einer präzisen Aufteilung der diversen Geräuschquellen, von den Dialogen, über die Musik, bis hin zu unscheinbaren Nebentönen entfaltet sich durchgehend im ganzen Raum ein ausgewogenes und mit überzeugender Dynamik vorgebrachtes Klangbild.

 

Special Features 

Die Zugaben sind zu einem guten Teil durchaus lohnenswert. Das gilt vor allem für den gelungenen Audio-Kommentar des Regisseurs, der sich eingehend zu den Entstehungsbedingungen des Filmes äußert. Das kurze "Making Of"-Featurette ist zwar ein wenig "lobhudelbehaftet", hat aber auch interessante Aspekte zu bieten. Aufnahmen der B-Roll und der deutsche und amerikanische Trailer runden das Programm ab.

07.06.2003

Review von Tobias Wrany

Test-Equipment

TV: Panasonic TX-28PK1F
DVD-Player: Pioneer DV-343
Dolby Digital / DTS Receiver: Sony STR-DA50ES