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The Truth About Charlie
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Studio |
Universal Pictures (2002) |
Verleih |
Universal Home Entertainment (2003) |
Laufzeit |
139:41 min. (FSK 12) |
Regie |
Jonathan Demme |
Darsteller |
Thandie Newton, Mark Wahlberg, Tim Robbins |
DVD-Typ |
DVD-9 |
Fernsehnorm |
PAL |
Bildformat |
2,35:1 (anamorph) |
Audiokanäle |
1. Deutsch, Dolby Digital 5.1
2. Englisch, Dolby Digital 5.1
3. Französsisch, Dolby Digital 5.1 |
Untertitel |
deutsch, englisch, französisch, ungarisch, polnisch, griechisch,
tschechisch |
Regionalcode |
2 |
Verpackung |
Amaray-Case |
Film      
Die kurze Ehe von Regina Lambert (Thandie Newton) mit dem Lebemann Charlie steht schon
kurz vor dem Termin beim Scheidungsanwalt, als der Göttergatte auf einer Dienstreise
gewaltsam aus dem Leben scheidet. Als wären dass der Probleme noch nicht genug, stellt
die entsetzte Regina fest, dass sie ihren Angetrauten noch weniger gekannt hatte, als
erwartet. Abgesehen davon, dass sie die gemeinsame Pariser Wohnung nach einem Kurzurlaub
vollkommen ausgeräumt vorfindet, macht sie die unwillkommene Bekanntschaft diverser
dunkler Figuren, die hinter Charlie und einer nicht unbedeutenden Summe her sind, welche
dieser beiseite geschafft hatte. Dummerweise gehen anscheinend alle auch noch davon aus,
dass sie sich nun im Besitz des illegalen Vermögens befindet, während die arme Regina
von den zugrunde liegenden Machenschaften des Verblichenen ebenso wenig einen Schimmer
hatte, wie vom gegenwärtigen Aufenthaltsort des Geldes. Zumindest gibt es aber auch ein
paar wenige Lichtblicke in diesem neuen Lebensabschnitt. Sowohl ihre nette
Ferienbekanntschaft mit dem Namen Joshua Peters (Mark Wahlberg), als auch Lewis
Bartholomew (Tim Robbins), ein amerikanischer Geheimdienstmitarbeiter, zeigen echte
Hilfsbereitschaft bei ihren Bemühungen, Regina aus ihrer verzwickten Lage mit heiler Haut
herauskommen zu lassen. Ihre Erleichterung über den doppelten Beistand erhält jedoch
nach und nach leichte Risse, die sich zunehmend zu wahren Gletscherspalten ausweiten, als
sich Hinweise mehren, die sowohl die Identitäten, als auch die Lauterkeit der Absichten
der beiden selbstlosen Samariter massiven Zweifeln aussetzen.
Es ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit, dass sich jedes Remake erst einmal der
Frage nach seiner Daseinsberechtigung stellen muss, immerhin kommen jedes Jahr Mengen von
frischen Filmen auf den Markt, womit Aufgüsse schon vorhandener Stücke im Grunde nach
einen reichlich überflüssigen Luxus darstellen. Eine Ausnahme kann aber natürlich
vorliegen, wenn das Original bestimmte Schwächen aufweist, die durch eine Neuverfilmung
vermieden werden. Mit einer solch günstigen Ausgangssituation ist "The Truth About
Charlie" allerdings nicht gesegnet, stellt das Original "Charade" doch in
seiner unnachahmlichen Verbindung von romantisch angehauchter Komödie und
Intrigen-Thriller einen ausgesprochenen Höhepunkt der Filmgeschichte dar. Da die
Neufassung weder bei der Geschichte nennenswerte Innovationen einbringt, noch den Figuren
zusätzliche charakterlichen Reize verleiht, hat der Film demgemäß ganz schön zu
kämpfen.
Entsprechend stockend lässt er sich auch an. Fast ist man schon gewillt, das Projekt als
notdürftigen Ersatz für jene Zuschauergruppe abzutun, die eine unerklärliche Allergie
gegen Leinwandwerke haben, die mehr als ein, zwei Jahre auf dem Buckel haben, folglich die
Ursprungsversion niemals zu Gesicht bekommen werden. Aber nach und nach zeigt sich, dass
das, was anfangs nur wie ein nicht immer glücklicher Versuch einer modischen Optik
gewirkt hatte, sprich schräge Kameraperspektiven und leichte Verfremdungen bei
Rückblenden, mehr als nur platte Mätzchen eines überforderten Regisseurs darstellen,
was bei einem Könner wie Jonathan Demme an sich auch etwas verwunderlich gewesen wäre.
Zunehmend zeigt sich die im weiteren Verlauf an wechselvollen Bildkompositionen reiche
Inszenierung als ein bemerkenswert virtuoses Spiel mit Farben, Formen und Filmmaterial,
wobei selbst sonst so schrecklich anti-cineastische Digital-Video-Aufnahmen den Hauch des
ganz großen Kinos ausatmen.
Was jetzt so klingt, als tauge "The Truth About Charlie" damit trotzdem
allenfalls als Lehrfilm für angehende Filmemacher und überspannte Filmfreaks, trifft die
Sache glücklicherweise ganz und gar nicht. Die beschriebene visuelle Gestaltung wirkt
sich nämlich unmittelbar auf Stimmung und Story aus. Die ganze Geschichte bekommt einen
hyperrealen, die Spannung und die irritierende Atmosphäre ideal tragenden Ton, der einen
immer heftiger werdenden Sog in Gang setzt und über den Abspann hinaus nachwirken kann.
Dass der Film darüber hinaus seiner Bodenhaftung trotzdem nie verlustig geht, verdankt er
seinen beiden Hauptdarstellern, Thandie Newton und Mark Wahlberg, die mit einer
natürlichen und vor allem ausgesprochen sympathischen Ausstrahlung überzeugen können,
was vor allem für den männlichen Teil des Filmpaares keine bloße
Selbstverständlichkeit bildet, man erinnere sich nur an einige seiner früheren
Auftritte, wie zum Beispiel seine Tour über den Planeten der Affen, die mitunter doch arg
hölzern gerieten.
Bild      
Durch die diversen visuellen Stilmittel, die Regisseur Demme zur Anwendung gebracht
hat, wechseln auch die Qualitätsmerkmale des Bildes von Szene zu Szene. Übereinstimmend
lässt sich jedoch feststellen, dass der Gesamteindruck durchaus zufrieden stellend ist,
wenn auch kleinere Mängel nicht ausbleiben. So ist das Bild stets unruhig, auch wenn sich das leichte Kräuseln selten zum echten Rauschen ausweitet. Eine gewisse Bildung von
Artefakten ist ebenfalls feststellbar, vereinzelte digitale Verfälschungen sind dann aber
wahrscheinlich auch wieder gewollt. Was aber auf der ganzen Linie überzeugen kann, ist
die kräftig leuchtende Farbgebung, welche die mit einem Hauch von surrealen Tendenzen
versehenen Grundstimmung des Filmes sehr entgegenkommt.
Ton      
Die DVD zeigt keine akustischen Schwächen, wenn notwendig bringt sie das gesamte
Kanalspektrum ohne Fehl und Tadel zum Einsatz, schafft dabei ein überzeugendes
Raumgefühl. Allerdings hält sich das Grundmaterial, sprich der Film, auffallend zurück,
was seine Gestaltung in Sachen Ton anbelangt, so dass der Gesamteindruck doch eher
verhalten bleibt.
Special Features      
Beigaben sind nicht enthalten.
28.10.2003
Review von Tobias Wrany
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