The Time Machine

VÖ: 22.08.2002

Original

The Time Machine

Studio

Dreamworks/Warner Bros. (2001)

Anbieter

Warner Home Video (2002)

Laufzeit

91:51 min.

Regie

Simon Wells

Darsteller

Guy Pierce, Mark Addy, Laura Kirk u.a.

DVD-Typ

DVD-9

TV-Norm

PAL

Bitrate

6.85 Mbps

Bildformat

2,35:1 (anamorph)

Audiokanäle

1. Englisch, Dolby Digital 5.1 EX (384 kbps)
2. Deutsch, Dolby Digital 5.1 EX (384 kbps)
3. Spanisch, Dolby Digital 5.1 EX (384 kbps)
4. Audio-Kommentar Simon Wells & Wayne Wahrman (192 kbps)
5. Audio-Kommentar David Valdez, Jamie Price & Oliver Scholl (192 kbps)

Untertitel

Englisch, Französisch, Italienisch, Deutsch, Spanisch, Portugiesisch, Dänisch, Finnisch, Hebräisch, Isländisch, Norwegisch, Schwedisch, Griechisch

Regionalcode

2

Verpackung

Snapper-Case

Preis

ca. 20 €
Film 

H.G. Wells Roman "The Time Machine" ist ein Klassiker der Science Fiction-Literatur und auch George Pals Verfilmung von 1960 gehört trotz oder vielleicht gerade aufgrund des leicht skurrilen Touchs zu den großen Science-Fiction-Filmen des 20. Jahrhunderts. Eine Neuverfilmung wäre prinzipiell recht interessant gewesen, hätte man sich von der Romanvorlage weitgehend gelöst und eine eigene Zukunftsvision entworfen, die nicht dem endenden 19. sondern dem beginnenden 21. Jahrhundert entspricht. Auch eine Verfilmung von Stephen Baxters "Die Zeitschiffe", einer Art Fortsetzung des H.G. Wells-Romans, wäre interessant gewesen. Stattdessen bemühte man sich um den Retro-Look der George Pal-Verfilmung und entzog der Handlung gleichzeitig jegliches Faszination ausübende Element, indem man die Veränderungen der Zukunft, die eigentlich den Dreh- und Angelpunkt der Story bilden sollten, auf phantasielose Lächerlichkeiten reduzierte. Kein wissenschaftlicher Forschungsdrang, sondern der vergleichsweise banale Verlust einer Geliebten treibt Hartdegen überhaupt dazu an, seine Zeitreise zu beginnen. Als er in die Vergangenheit reist, um seine Liebe vor dem Tod zu bewahren, kann er diesen jedoch nicht abwenden. So fragt sich Hartdegen, wieso er die Geschichte nicht verändern kann und sucht die Lösung hierfür in der Zukunft, in der er allerdings auch keine Antwort erhält. Nach einem erneuten Zeitsprung landet er im 21. Jahrhundert und erlebt den Moment, in dem der Mond von den Menschen zerstört wird und zu Teilen auf die Erde stürzt. Hartdegen kann gerade noch entkommen, doch dafür wird er bewusstlos 800.000 Jahre in die Zukunft geschleudert. Dort trifft er auf eine gespaltene Gesellschaft, deren Zivilisation einen Rückschritt erlitten hat. Während die verbliebenen Menschen auf der Erdoberfläche leben, werden Sie von den unterirdischen Morlocks beherrscht, riesigen Steinzeitwesen, die sich von den Menschen ernähren. Es kommt, wie es kommen muss: Der Filmheld kann natürlich nicht einfach in die Vergangenheit zurückkehren, sondern will die Menschen vor ihrem Schicksal retten. Damit wäre die Geschichte schon erzählt, die ansonsten nach einem recht simplen Action-Schemata ohne große Überraschungen verläuft. Mit Ausnahme der visuell sehr beeindruckenden Zeitsprünge ist der Film allerdings atemberaubend langweilig, da hier einfach jegliche Spannung und Überraschung in der Handlung fehlt. Viele Ideen und Veränderungen der Zukunftswelt erscheinen bei genauer Betrachtung ziemlich lächerlich und Guy Pearce, dem es gerade mit "Memento" gelang, ein wenig Renommee zu sammeln, verspielt hier mit seiner Schleim-Frisur und dem grimmigen Gesichtsausdruck jegliche Sympathie beim Publikum. Wer sich wirklich für H.G. Wells "Time Machine" interessiert, dürfte mit der George Pal-Verfilmung trotz des Alters immer noch besser unterhalten werden. 

 

Bild 

Leider kommt diese DVD nicht an die Brillanz heran, die bei Warner zuletzt mit "Training Day" erreicht wurde. Dies liegt in erster Linie daran, dass es der DVD doch recht sichtbar an Detailschärfe mangelt. Die Gründe hierfür dürften zum einem im recht deutlich eingesetzten Rauschfilter sowie der schlechten Kompression zu suchen sein. Trotz einer Videobitrate von mehr als 5 Mbps ist im Bild noch viel Unruhe vorhanden. Gerade bei Bewegungen ergeben sich unschöne Muster in Details, wie z.B. am Anfang von Kapitel 10, wo das Bild beim Kameraschwenk auch leicht ruckelt. Den Zugang in die erste Liga hätte diese DVD ansonsten leicht schaffen können, denn sowohl der Kontrast als auch die knackigen Farben können gut gefallen. Bei den Aufnahmen in der fernen Zukunft der Eloi und Morlocks muss man sich lediglich an einen recht erdigen Look gewöhnen, der wohl bewusst mit Filtern erreicht wurde. Leider fallen gerade bei diesen Aufnahmen mit reduziertem Farbspektrum auch die leichten grünen Farbsäume auf, die sich an den Kanten von Objekten stellenweise erkennen lassen.

 

Ton 

So richtig überzeugend ist der Sound eigentlich nur in den dramatischen Szenen, sofern es diese überhaupt im Film gibt. Das Surround-Highlight dürfte hier der Showdown bei Laufzeit 82:08 darstellen, wenn so ziemlich alles in die Luft fliegt, was nicht niet- und nagelfest ist. Auch die Zeitsprünge klingen recht überzeugend. Ansonsten herrscht aber überwiegend Ruhe. Wenigstens kann der Film aber durch seinen Music Score überzeugen, den Klaus Badelt, ein Mitarbeiter von Hans Zimmer, mit sehr viel Liebe zum Detail angefertigt hat. Wer Probleme mit der DVD von "Herr der Ringe" hatte, kann bei "The Time Machine" aufatmen: Hier wurde vom Warner Mastering-Studio WAMO kein Flag für Dolby Digital EX gesetzt, so dass es hier auch keine Probleme bei der Wiedergabe geben sollte.

 

Special Features 
  • Die beiden Audio-Kommentare von Simon Wells auf der einen Seite und Leuten aus der Produktion auf dem zweiten Kommentar bieten leider nur wenig Inhaltliches, sondern handeln meist nur stur das ab, was gerade auf dem Bildschirm abläuft. Zumindest geht Regisseur Simon Wells auch einmal kurz auf die Veränderungen ein, die nach dem 11. September 2001 nachträglich eingeführt wurden, da man meinte, dem Publikum einstürzende Hochhäuser in amerikanischen Großstädten ersparen zu müssen, die ursprünglich zu sehen waren, um das Auseinanderbrechen des Mondes zu visualisieren. Die Audiokommentare sind nicht untertitelt.

  • Nicht verwendete Szenen mit Dean Fulton: Diese etwas längere Szene stammt direkt vom Anfang des Films und zeigt Alexander Hartdegen, wie er mit seinen Studenten ein kleines Experiment durchführt, sein Forschungsgeist allerdings von seinem Professor gebremst wird, der mit dem Ende seiner Karriere droht. Diese Szene wäre in der Tat zu lang und für den weiteren Verlauf des Films auch unbedeutend gewesen, gerade weil sie direkt am Anfang den Film nur gebremst hätte.

  • Original-Dokumentationen: Vier verschiedene kurze Dokumentationen werden hier präsentiert, aber leider geht es hier überwiegend nur um die Special Effects und nicht um die Story, wobei hier gerade Verweise auf das Buch und die George Pal-Verfilmung recht interessant gewesen wären. Die erste Doku ist das übliche Promo Making of, welches einen starken Schwerpunkt auf die Erschaffung der Morlocks legt. Hier sieht man zumindest, wohin ein Großteil des 80 Millionen USD-Budgets gegangen sein dürfte. Dies gilt wohl auch für die visuellen Effekte, die das Thema der nächsten Dokumentation sind. Hier werden die Special Effects, mit denen die Zeitreise dargestellt wird, in ihrer Entstehung gezeigt und kommentiert, wobei man hier im Wesentlichen auch nur die fertigen Filmsequenzen zu sehen bekommt. Doku Nr. 3 ist ähnlich wie die erste Dokumentation ein Promo Making of, welches hier den Schwerpunkt auf die Erschaffung der Zeitmaschine setzt. Die letzte Doku soll die Choreographie der Stunts zeigen. Hier sieht man aber nur für ein paar Sekunden, wie sich die Stuntmen auf den Dreh des Endkampfes vorbereiten.

  • "Die Jagd - Animierte Sequenz": In Form einer Storyboard-Bildershow kann man sich hier einen kurzen Filmausschnitt ansehen, der auch die Dialoge und die Musik enthält.

  • Produktionsdesign-Bildergalerie, Trailer 

Review von Karsten Serck

Test-Equipment:
TV Panasonic TX-W32D3F
DVD-Player Sony DVP-NS900V
AV-Verstärker Yamaha DSP-AZ1

20.08.2002