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The Royal Tenenbaums
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VÖ:
23.01.2003 |
Studio |
Touchstone Pictures (2001) |
Verleih |
Buena Vista Home Entertainment (2002) |
Laufzeit |
105:12 min. (FSK 12) |
Regie |
Wes Anderson |
Darsteller |
Gene Hackman, Gwyneth Paltrow, Ben Stiller, Owen Wilson, Anjelica Huston |
DVD-Typ |
DVD-9 |
Fernsehnorm |
PAL |
Bildformat |
2,40:1 (anamorph) |
Audiokanäle |
1. Deutsch, Dolby Digital 5.1
2. Englisch, Dolby Digital 5.1
3. Italienisch, Dolby Digital 5.1 |
Untertitel |
deutsch, englisch, italienisch |
Regionalcode |
2 |
Verpackung |
Amaray-Case |
Preis |
ca. 20-25 EURO |
Film      
Angesichts der Tatsache, dass die Trennung von Royal (Gene Hackman) und Etheline
Tenenbaum (Anjelica Huston) schon über zwanzig Jahre zurückliegt und der gute Royal in
der Folgezeit nicht gerade um ein Aufrechterhalten nennenswerter Familienbande bemüht
war, sollte es ihn eigentlich nicht überraschen, als er nunmehr erfährt, dass seine
Noch-Ehefrau die Scheidung und Wiederheirat mit Henry Sherman (Danny Glover) einem
langjährigen Freund und Vertrauten plant. Dennoch trifft ihn dieses bevorstehende
Ereignis wie ein Schlag, der noch dadurch verstärkt wird, dass er sich eingestehen muss,
inzwischen vollkommen Pleite zu sein. Also beschließt er, in den Schoß der Familie
zurückzukehren, wobei ihm an sich der Umstand entgegenkommt, dass auch seine
Nachkommenschaft gegenwärtig an diversen Problemen laboriert und es aus diesem Grund
zurück in heimatliche Gefilde zieht. Nicht vorbereitet war Royal allerdings auf die mehr
oder weniger deutliche Abneigung, die ihm nun entgegenschlägt, ganz abgesehen davon,
dass die diversen Macken seiner Sprösslinge schon so dafür sorgen, dass diese sich mehr
den eigenen Nabel beschauen, als emotional auf ihre Umwelt einzugehen. Der Grund dürfte
nicht zuletzt darin zu sehen sein, dass die gesamte Tenenbaumsippschaft aus einer Truppe
früherblühter Genies bestand, die es schon in minderjährigen Jahren zu Ruhm und
Reichtum gebracht haben, was ihnen im volljährigen Stadium nun umso mehr Zeit und Mittel
für die Pflege ihrer ins gigantische gewachsenen Neurosen zur Verfügung gestellt hat.
Chas (Ben Stiller), der Finanzjongleur hat sich nach dem Unfalltod seiner Frau zum
Unglücksparanoiker entwickelt, während Richie (Luke Wilson), der ehemalige Tennisprofi,
nach dem schmachvollen Ende seiner Karriere auf die sieben Weltmeere gesegelt ist, nicht
zuletzt verzehrt von der unerfüllten Liebe zu seiner Adoptivschwester Margot (Gwyneth
Paltrow), die auch nach ihrer Heirat mit dem Psychologen Raleigh St. Clair (Bill Murray)
ihre depressiven Stimmungen in keiner Weise abgelegt hat, dafür aber trotz ihres
früheren Talents auf diese Gebiet, seit Jahren kein Stück oder Roman mehr zu Papier
gebracht hat. So treffen denn all diese Musterbeispiele an verkorksten Lebensentwürfen
aufeinander, so dass der eine oder andere große Knall kaum ausbleiben kann.
Ein Film, wie "The Royal Tenenbaums", der schräge Figuren und groteske
Situationen nicht lediglich im Übermaß aufweist, sondern voll und ganz aus derartigen
Elementen aufgebaut ist, hat es gemeinhin hin nicht schwer, sich eine Fangemeinde
heranzuzüchten, die das Ganze zum "Kult" erklärt und jede Sekunde des Werks
frenetisch bejubeln. Die Schattenseite eines solchen Konzepts: Der Rest der Zuschauerwelt
wendet sich schulterzuckend ab und wenn man ganz ehrlich ist, dann dies nichtganz zu Unrecht,
zeichnet sich das Prinzip "100 % schräg" doch leider allzu häufig durch eine
Geschichte aus, die so artifiziell und konstruiert daherkommt, dass ein Formel-Blockbuster
dagegen wie eine aus dem prallen Leben gegriffene Dokumentation wirkt und der Film damit
unfähig bleibt, irgendeine Form von emotionalem Interesse zu erwecken.
Ganz frei von solchen Tendenzen ist auch "The Royal Tenenbaums" nicht, aber weit
weniger, als man nach seinen Voraussetzungen befürchten sollte. Regisseur und Autor Wes
Anderson bringt es nämlich geschickt fertig, von Zeit zu Zeit kleine persönliche Momente
oder auch nur Gesten in die turbulente Handlung zu schmuggeln, die das Ganze erst mit dem
notwendigen menschlichen Faktor versehen. Allerdings ist dies erst die halbe Miete für
das Gelingen des Films. Die andere Hälfte folgt aus dem Umstand, dass der Humor zwar
schräg, aber trotzdem der Allgemeinheit zugänglich ist; anders ausgedrückt: "The
Royal Tenenbaums" ist eines der wenigen Leinwandwerke, dem es gelingt, mit Witz und
Komik, die fernab aller ausgelatschten Mainstream-Comedy-Pfade liegen, einen
Empfängerkreis anzusteuern, der über den engsten (Seelen)verwandtenkreis der Urheber
weit hinausreicht. Das Verdienst an diesem Kunststück kommt neben dem brillanten
Regiestil vor allem einer Besetzung zu, die sich nicht nur vom darstellerischen Potential
hervorragend liest, sondern vor allem mit einer unbändigen Spielfreude glänzt, die mit
einer unentrinnbaren Ansteckungsgefahr für den arglosen Zuschauer verbunden ist.
Bild      
Die Bildqualität kann sich überaus sehen lassen. Die satten Farben, mit denen die
Ausstatter den Film verziert haben, kommen durch eine unverfälschte und kräftige
Wiedergabe bestens zur Geltung. Da auch die Grundwerte, wie Schärfe und Kontrast ideale
Werte erreichen, kann man sich an einem sehr plastischen und lebendigen Bildeindruck
erfreuen. Somit machen sich kleinere Schwächen, wie ein stetiges, aber unauffälliges
Hintergrundrauschen, sowie gelegentliches Kantenflimmern nicht nennenswert negativ
bemerkbar.
Ton      
Harmonisch, mit überzeugender Dynamik und notwendiger Präzision ist die akustische
Wiedergabe der DVD ohne erkennbaren Mangel. Das gilt vor allem für die druckvolle, aber
nicht in den Vordergrund drängende Wiedergabe der für die Inszenierung wichtigen
Begleitmusikstücken. So wird der Raum letztlich auch gut ausgenutzt; was jedoch
(handlungsbedingt) vollkommen fehlt, sind irgendwelche ausgefallenen oder auch nur
unauffälligen Toneffekte, so dass der Gesamteindruck zwar voll überzeugt, aber nie zu
Begeisterungsstürmen Anlass gibt.
Special Features      
Extras sind auf der DVD nicht vorhanden.
10.10.2002
Review von Tobias Wrany
Test-Equipment
TV: Panasonic TX-28PK1F
DVD-Player: Pioneer DV-343
Dolby Digital / DTS Receiver: Sony STR-DA50ES
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