Teuflisch

Bedazzled

Studio

20th Century Fox (2000)

Verleih

20th Century Fox Home Entertainment (2001)

Laufzeit

89:23 min. (FSK 12)

Regie

Harold Ramis

Darsteller

Brendan Fraser, Elizabeth Hurley, Frances O'Connor, Orlando Jones

DVD-Typ

DVD-9

Fernsehnorm

PAL

Bildformat

2,35:1 (anamorph)

Audiokanäle

1. Englisch, Dolby Digital 5.1
2. Deutsch, Dolby Digital 5.1

Untertitel

Deutsch, Englisch

Regionalcode

2

Verpackung

Amaray-Case

Preis

ca. DM
Film  

Tagein tagaus hockt Elliot Richards (Brendan Fraser) in seiner Ecke des Großraumbüros einer Computerfirma und nimmt Anfragen verunsicherter Kunden entgegen. Was sein übriges Leben angeht, steht er allerdings eindeutig auf der Schattenseite desselben. Bei seinen Kollegen ist er aus nachvollziehbaren Gründen nicht gerade beliebt, gehört er doch zu jener Sorte Verlierertyp, der sich wie eine Klette an seine Mitmenschen hängt und mit dem letzten Mist vollabert, dabei hartnäckig alle Abwehrsignale übersieht und auch noch stets den falschen Ton trifft. Was Wunder, dass er bei der aus der Ferne angehimmelten Alison (Frances O'Connor) nicht den Hauch einer Chance hat. Da tritt ihm eines miserabel verlaufenen Abends ein langbeiniges, rassiges Wesen (Elizabeth Hurley) entgegen und macht ihm ein überaus verführerisches Angebot. Nein, nicht diese Art von Angebot, handelt es sich bei der Dame doch nicht um irgendjemand, sondern um Beelzebub (oder besser Beelzemädel ?) persönlich. Und nachdem sie Elliot in ihr Geschäftsbüro gelotst hat, bekommt er auch sogleich den Standardvertrag für  hoffnungslose Schicksale ausgehändigt, dessen gegenseitige Hauptleistungspflichten in der Aushändigung der Seele gegen die Erfüllung von sieben Wünschen bestehen. Nach einiger Überzeugungsarbeit willigt Elliot ein und findet sich wenig später schon in seiner ersten Wunschvorstellung wieder, sehr reich, sehr mächtig und verheiratet mit der lieblichen Alison.
Dass bei dieser seiner Vertragspartnerin die Sache einen kleinen Pferdefuß hat, versteht sich allerdings schon von selbst, ist Elliot doch nunmehr ein südamerikanischer Drogenbaron und zu allem Überfluss hat Alison, die treusorgende Gattin, hinter seinem Rücken eine heiße Affäre mit ihrem noch heißeren Englischlehrer angefangen. Aus dem Schaden klüger geworden, überlegt sich Elliot seinen nächsten Wünsche etwas genauer, aber das eine oder andere Haar findet sich in fast jeder der Suppen, die er sich auf diese Weise einbrockt. Egal, ob er als Basketballprofi mit Artikulationskünsten gesegnet ist, die man hierzulande von so manchem Fußballprofi gewöhnt ist, wobei sein eigentliches Problem, so winzig es auch ist, eigentlich ganz woanders liegt. Oder ob er sich als Präsident der Vereinigten Staaten ausgerechnet im Körper Abraham Lincolns am Abend des 15.4.1865 bei dessen letztem Theaterbesuch wiederfindet. Doch seine Versuche, aus dem Kontrakt auszusteigen, stoßen auf den hartnäckigen Widerstand seiner Vertragspartnerin, die stur auf den bindenden Charakter ihrer Vereinbarung hinweist.

"Bedazzled" (Teuflisch) ist schon einmal nichts für Anhänger von Filmen mit epischer Erzählstruktur. Durch die Konzentration auf Elliots diverse Wunschträume gerät der Film zwangsläufig zu einer Nummernrevue. Hinzu kommt, dass die Aspekte, die einen größeren Zusammenhang hätten herstellen können, wie das Verhältnis der Hauptfigur zu sich selbst, sowie seiner Welt und die nachfolgenden Veränderungen, eine ausgesprochen flüchtige Abhandlung erfahren. Berücksichtigt man dann noch, dass an der einen oder anderen Stelle auch im humoristischen Bereich durch ein paar Nachjustierungen noch weitaus witzigere Ergebnisse in den Bereich des Möglichen gekommen wären, dann würde "Bedazzled" (Teuflisch) keinesfalls unrecht getan, wenn er auf der umfangreichen Schutthalde der Ausschusswaren Hollywoods landete.
Andererseits kann man den Film aber auch mögen. Vor allem deshalb, weil die Story in der Gesamtschau zwar lediglich an der Oberfläche entlangsurft, dies jedoch stellenweise so gekonnt, dass die schwächeren Momente schon wieder aufgefangen werden. Dass ist zum einen der Aufmerksamkeit zu verdanken, die im Großen zwar fehlen mag, bei den Details der einzelnen Episoden aber umso mehr Beachtung findet. Hier zeigt sich auch, dass eine Idee, die ihrem Grunde nach auch aus einer TV-Produktion stammen könnte, eben doch das große Kinoformat und vor allem Budget verlangt, weil nur so die punktgenau stimmige Atmosphäre geschaffen wird. Als taktisch unklug darf in dieser Hinsicht allerdings die Reihenfolge der Wünsche gewertet werden, da mit der Drogenbaron-Story die beste Episode gleich an den Anfang gesetzt wurde, was eine weitere Steigerung leider unmöglich gemacht hat.
Allerdings wäre der Film vielleicht auch dann noch unter ferner liefen geblieben, hätte er nicht das Glück einer optimalen Besetzung erfahren. Die Schauspieler schmeißen sich sichtlich gutgelaunt auf ihre diversen Rollen und beweisen vor allem, dass eine richtig gute Komödie ein überaus ernsthaftes Agieren verlangt, kann sich doch nur so die humoristische Seite einer Situation vollständig entfalten. Brendan Fraser steht natürlich im Mittelpunkt und kann insofern auf die Erfahrung seiner bisherigen Filmauftritte zurückgreifen, die sowohl die ernsthafte, als auch die allerleichteste Musenaktivität umfassten. Ohne zu sehr in Übertreibungen auszugleiten, reizt er die amüsanten Möglichkeiten der aberwitzigsten Situationen aus, in die das Drehbuch den bedauernswerten Elliot schickt. Kongenial ergänzt wird er von Frances O'Connor, die sich durch die größere Zurückhaltung, die ihre Figuren auszeichnet, nicht an den Rand drängen lässt, sondern ein eindrucksvolles Eigenleben entwickeln lässt, und gerade in ihrer unspektakulären Art ihren Gegenpart mit aufgeweckter Leichtigkeit übertrumpft. Als Dritte im Bunde muss Liz Hurley durchaus nicht nur mit optischen Reizen glänzen, auch wenn sie dies natürlich in keiner Weise vernachlässigt, aber sie darf ebenso mit einem sympathisch sarkastischen Auftreten Bonuspunkte für das absolute Böse sammeln.
Zusammen ergibt dies für alle Zuschauer, denen es gelingt, all die glänzend ausgeführten Momente des Films aufzusammeln und in den schwächeren Szenen davon zu zehren, ein überaus erfrischendes Unterhaltungserlebnis aus der Spaß- und Wohlfühlabteilung, das damit auch weit über den Durchschnitt herausragen kann. Allerdings sei noch einmal gewarnt, dass dies keineswegs eine zwingende Auswirkung ist und man dem Treiben auch guten Gewissens ablehnend gegenüberstehen kann.
Außerdem sollte noch angemerkt werden, dass - da sich die verschiedenen Charaktere hier natürlich sehr durch ihre Sprache auszeichnen - der Film in der synchronisierten Fassung etwas an seiner Wirkung verliert, weil sich die entscheidenden Zwischentöne nun einmal nicht verlustfrei übertragen lassen.

 

Bild 

Als Werk neuerer Bauart kann die Bildqualität überwiegend überzeugen, ist aber nicht ganz frei von leichten Schwächen. Gelungen sind vor allem die kräftigen, aber nicht zu bunten Farben, die Kontraste und die Lebendigkeit des Bildeindrucks. Nicht zu übersehen sind jedoch gelegentliche Nachlässigkeiten bei der Schärfe, die nicht ganz die gestochene Qualität erreicht, welche echte 1A-DVDs auszeichnet. Ganz selten rauscht es auch an kritischen Stellen ein bisschen und beim genauen Blick zeigen sich schon einmal in der Darstellung von größeren roten Flächen, wie der Garderobe von Liz Hurley, gewisse digitale Verfälschungen.

 

Ton 

Wie es sich für eine Komödie gehört, liegt der Schwerpunkt auf Dialog und Musik. Dabei erweisen sich gerade die Musikpassagen als ausgesprochen druckvoll abgemischt, ohne jedoch unangenehm in den Vordergrund zu drängen. Die Harmonie zwischen den einzelnen Komponenten ist auch vollständig gelungen. Und wenn dann doch einmal weiter ausladender Raumklang gefragt ist, so bei der Ballerei in Kolumbien oder der Höllen-Szene (wobei das Beste vor allem die sich vor der eigentlichen Effektsequenz allmählich steigernden Toneffekte sind, die sich immer mehr in den Raum drängen), können sämtliche Kanäle ihr Können beweisen.

 

Special Features 

Das Beste an den Zugaben sind zwei geschnittene Szenen in guter Bildqualität. Die Sequenz mit den Basketballkommentatoren wirkt außerhalb der Filmhandlung als Sketch sogar noch besser. Die Rock-Musiker-Szene ist als Parodie auf einschlägige Backstage-Dokus überaus gelungen und damit absolut sehenswert.
Der Rest der Zugaben ist von eher durchschnittlicher Qualität. Das 13minütige Making Of ist mal wieder mehr PR als Information; die Featurettes zum Kostümdesign (kurz) und zur Musikbegleitung (sehr kurz) sind ebenfalls nicht gerade weltbewegend. Zu den beiden Audiokommentaren, der erste von Regisseur Harold Ramis, der zweite von Liz Hurley und Produzent Trevor Albert, lässt sich anmerken, dass leider beide nicht gerade zu den spritzigsten Exemplaren ihrer Gattung zu zählen sind. Schließlich gibt es noch einen Trailer und 3 TV-Werbespots.

01.10.2001

Review von Tobias Wrany

Test-Equipment

TV: Panasonic TX-28PK1F
DVD-Player: Pioneer DV-343
Dolby Digital / DTS Receiver: Sony STR-DA50ES