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Mord im Orient Express
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Studio |
G.W. Films (1974) |
Verleih |
Kinowelt Home Entertainment (2003) |
Laufzeit |
121:56 min. (FSK 12) |
Regie |
Sidney Lumet |
Darsteller |
Albert Finney, Lauren Bacall, Ingrid Bergman, Sean Connery, Anthony Perkins |
DVD-Typ |
DVD-9 |
Fernsehnorm |
PAL |
Bildformat |
1,78:1 (anamorph) |
Audiokanäle |
1. Deutsch, Mono
2. Englisch, Mono
3. Italienisch, Mono
4. Spanisch, Mono |
Untertitel |
deutsch, spanisch, italienisch |
Regionalcode |
2 |
Verpackung |
Amaray-Case |
Preis |
ca. 20 EURO |
Film      
Was als reine Unannehmlichkeit beginnt, der berühmte Orient-Express bleibt bei einem
Wintersturm im Schnee stecken und ist mitsamt seinen Passagieren darauf angewiesen, die
Ankunft des helfenden Schneepflugzuges abzuwarten, schlägt urplötzlich um in einen
ausgewachsenen Kriminalfall. Denn selbst ein kriminalistischer Laie hätte schwerlich
übersehen können, dass es sich bei dem plötzlichen Ableben des amerikanischen
Millionärs Ratchett (Richard Widmark) um einen unnatürlichen Tod handelt: Die
zahlreichen Einstichwunden in seinem Körper sprechen eine eindeutige Sprache. Die Frage
nach dem "warum" und vor allem dem "wer" verlangt allerdings einen
Profi auf dem Gebiet. Doch wie es der Zufall so will, befindet sich auch ein absoluter
Experte an Bord: Der Belgier Hercule Poirot (Albert Finney), der sich den Titel eines
Meisters in der Profession der Detektive redlich verdient hat. So stellt denn auch der
Fall vom Mord im Orient Express eine geradezu begrüßenswerte Herausforderung dar,
insbesondere in Hinblick auf die Vielzahl von widersprüchlichen Spuren und verdächtigen
Subjekten mit mannigfaltigen Motivbündeln. Was hat es mit der geheimnisvollen Dame mit
dem japanischen Morgenmantel auf sich oder welche Rolle spielt eine gestohlene
Schaffner-Uniform samt abgerissenem Knopf ? Und ist wirklich jeder der Anwesenden
derjenige, der er oder sie vorgibt zu sein ? Von der energischen Amerikanerin Mrs. Hubbard
(Lauren Bacall), die von vornehmer Zurückhaltung zuwenig abbekommen hat, ganz im
Gegenteil zu der überschüchternen Schwedin Greta (Ingrid Bergman); oder wie ist es mit
dem durch und durch britischen Colonel Arbuthnott (Sean Connery), nicht zu schweigen von
Ratchetts Dienstpersonal, wie seinem emsigen Sekretär McQueen (Anthony Perkins) und dem
stilbewussten Kammerdiener Beddoes (John Gielgud). Doch auch die wahre Identität des
Mordopfers scheint einen Anhaltspunkt bieten zu können, ist der scheinbar ehrenwerte Mr.
Ratchett doch in fataler Weise mit einem lang zurückliegenden Entführungs- und Mordfall
verbunden.
"Murder On The Orient Express" (Mord im Orient Express) lässt zwei
Sichtweisen zu. Für diejenigen, welche weder die Romanvorlage, noch den Film kennen
(beziehungsweise unter einem schlechten Gedächtnis leiden), ist er ein in entscheidenden
Belangen durchaus spannendes Mörder-Spiel mit ebenso überraschender, wie folgerichtiger
Auflösung. Allerdings zeigt sich die Spannungskurve als wenig konstant, neben einem
geschickt aufgebauten Vorspann und einer kurzen Spitze in der Mitte, schlägt der
Messzeiger erst bei der Wiedergabe der Auflösung wieder richtig aus, dazwischen ist das
Geschehen in Sachen Thrill eher moderat.
Kenner der Materie "Orient Express" dagegen sollten ebenfalls ihren Spaß an der
Darbietung haben können, wobei "Spaß" hier wortwörtlich zu verstehen
ist.
Statt es, wie bei anderen Agatha Christie Verfilmungen mit ernsthaften Charakteren zu tun
zu haben, ist dieser Film bei der Präsentation seiner Figuren deutlich vom Prinzip der
Überzeichnung geprägt, bis hin zur Hauptrolle des Hercule Poirot, der von Albert Finney,
äußerlich ausgesprochen buchnah herausstaffiert, fast schon als Karikatur des berühmten
Meisterdetektivs angelegt wird. Genauso haben es aber auch all seine prominenten Kollegen
mit Rollen zu tun, die durch die Bank auf ebenso markante, wie klischeedurchtränkte
Merkmale reduziert wurden. Doch was bei anderen Filmen ein sicherer Schritt in den
Abgrund ist, zeigt sich hier, bei einer Inszenierung, die das theatralische an allen Enden
und Ecken in den Vordergrund stellt, kombiniert mit einer wunderbaren (Über)dosis
Nostalgie und vor allem ausgeführt von namenhaften Spitzenkräften der Schauspielergilde,
von Lauren Bacall, über Ingrid Bergmann, bis hin zu Sean Connery, als amüsanter
Zeitvertreib, der zwar Spannungsjunkies ebenso wenig munden wird, wie Verfechtern absolutem
Anspruchskinos (dazu ist das Ganze dann doch zu leichtgewichtig), als ideale Begleiterscheinung
für den sonntäglichen Seven-O'Clock-Tea.
Bild      
Der Film ist schon ein wenig älter und das sieht man dem Bild auch deutlich an. Zwar
wurde offenkundig der Versuch gemacht, gewisse Alterserscheinungen durch Nachbearbeitung
abzuschwächen und dies auch mit Erfolg, trotzdem darf kein überragender Anblick erwartet
werden. Neben dem unvermeidlichen, aber gar nicht so störenden Grundrauschen und
gelegentlichen Drop-Outs fällt negativ vor allem ein gewisser Schleier auf, der sich
immer wieder über das Geschehen senkt und dem Ganzen einen aufgeweichten und weißlichen
Eindruck gibt. Dabei soll allerdings nicht ausgeschlossen sein, dass dies noch nicht
einmal auf nachträgliche Eingriffe, sondern auf einen übermotivierten
Weichzeichnereinsatz bei der ursprünglichen Inszenierung zurückzuführen ist.
Ton      
Selbst für Mono-Maßstäbe schneidet die DVD nicht allzu gut ab, zu undifferenziert
und unsauber klingt die ganze Angelegenheit.
Special Features      
Außer dem Trailer und einer Fotogalerie sind keine Extras an Bord.
15.06.2003
Review von Tobias Wrany
Test-Equipment
TV: Panasonic TX-28PK1F
DVD-Player: Pioneer DV-343
Dolby Digital / DTS Receiver: Sony STR-DA50ES
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