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Lantana

Kauf-VÖ: 13.05.2004

Studio

Beyond Films (2001)

Verleih

EuroVideo (2004)

Laufzeit

115:49 min. (FSK 12)

Regie

Ray Lawrence

Darsteller

Anthony LaPaglia, Geoffrey Rush, Barbara Hershey, Kerry Armstrong

DVD-Typ

DVD-9

Fernsehnorm

PAL

Bildformat

1,85:1 (anamorph)

Audiokanäle

1. Deutsch, Dolby Digital 5.1
2. Englisch, Dolby Digital 5.1

Untertitel

deutsch, englisch

Regionalcode

2

Verpackung

Amaray-Case
Film 

Die Ehe des Polizisten Leon (Anthony LaPaglia) und Sonja Zat (Kerry Armstrong) weist leichte Risse auf, die in außerehelichen Aktivitäten Leons mit Jane O'May, einer Bekannten aus dem gemeinsamen Tanzkurs, gipfeln, wobei Leon selbst noch nicht weiß, worauf dieses Verhältnis hinausläuft. Noch zieht er die Formulierung "ein zweimaliger One-Night-Stand" vor. Sonja spricht sich indessen ihren Frust bei ihrer Therapeutin Dr. Valerie Somers (Barbara Hershey) von der Seele. Ohne dass sie allerdings weiß, dass diese selbst mehr als ein persönliches Problempaket mit sich herumschleppt. Die Ärztin hat vor noch nicht allzu langer Zeit ihre kleine Tochter bei einem Gewaltverbrechen verloren und hat ihre Erlebnisse nunmehr in Buchform veröffentlicht, ein Vorgehen, mit dem ihr Mann, John Knox (Geoffrey Rush) nicht unbedingt glücklich ist. So aber ist  auch die Ehe der beiden ein permanentes Krisengebiet, was in der geheimen Befürchtung Valeries gipfelt, ihr Mann sei homosexuell und habe ein Verhältnis mit einem ihrer Patienten. Dann aber verschwindet Valerie spurlos und Leon wird mit den Ermittlungen betraut. Während er versucht, den Fall aufzuklären, ist er aber allzu häufig abgelenkt von den noch unverarbeiteten Konflikten in seinem Privatleben, was sich auch beruflich negativ bemerkbar macht.

Von seinem Anfang und seiner Oberflächenstruktur her könnte man "Lantana" als Psychothriller bezeichnen und zwar als einen, der sich unangenehm tief in das Gemüt des Zuschauers bohrt. Doch trotz des kriminalistisch verstärktem Handlungsrahmen ist der Film in seinem Kern doch vor allem ein äußerst intensives Personendrama, das verschiedene Beziehungen fast schon schmerzhaft seziert und dabei so manches dunkel glühende Nervenende freilegt. Die Konzentration auf das diffizil verschränkte Geflecht der Gefühle der handelnden Figuren lässt wenig überraschen, dass die Geschichte auch auf der Theaterbühne eine bemerkenswerte Karriere gemacht hat. Doch bleibt der Film dank der stimmungsvollen Inszenierung und den gut gewählten Schauplätzen in keinem Moment ein beengtes Kammerspiel, das sich im Auge der Kamera eher fehl am Platze fühlt, sondern kann seine ganzen Stärken gewinnbringend ausspielen. Trotzdem ist "Lantana" sicherlich kein Programm für jedermann, verlangt das Werk doch, dass man sich bereitwillig darauf einlässt, so unangenehm dies in Hinblick auf die gewiss nicht immer um Mitgefühl und Miterleben buhlenden Charaktere der Figuren auch gelegentlich sein mag. Als kleines, von einem durchweg hervorragenden Personal getragenes Stück Kino ist "Lantana" in seiner eigenen Nische allerdings ein  unbedingt lohnenswertes Erlebnis.

 

Bild 

Das Bild gibt nicht gerade die beste Figur ab. Phasenweise ist der Anblick zwar durchaus angenehm, besonders in hellen Szenen, mit Ruhe, natürlichen Farben und guter Schärfe. Dennoch kommen dazwischen allzu häufig Abschnitte, in denen der Kontrastumfang arg zu wünschen übrig lässt oder sich die Farben mit Stich präsentieren, wahlweise ins rötliche oder grüne. Die Detailzeichnung ist ebenfalls verbesserungsbedürftig und die Bildruhe erreicht gerademal ordentliche Grundwerte.

 

Ton 

Nicht nur für einen Film, dessen Inhalt zum Kammerspiel tendiert, ist die Wiedergabe des Tons überraschend vielschichtig und raumausfüllend. Dabei zeichnet sich die DVD natürlicherweise weniger durch spektakuläre Dröhneffekte aus (auch wenn der Subwoofer in entscheidenden Augenblicken optimal einbezogen wird), sondern durch eine hohe Vielfalt an geringen bis ausgesprochen intensiven Nebengeräuschen, welche die beunruhigende Grundstimmung des Films prägen. Auch die Musik wird druckvoll und ausdrucksstark präsentiert, zieht sich aber immer sogleich vornehm zurück, wenn die Handlung und Dialoge ihr Vorrecht beanspruchen. Leichte Abstriche sind lediglich in der deutschen Sprachfassung zu machen, da sich hier die Dialoge nicht ganz überzeugend ins übrige Geschehen einpassen können.

 

Special Features 

Die Zugaben haben einen kurzen Blick auf Teile des Sets zu bieten, unter Moderation durch die Darstellerin Kerry Armstrong. Zudem den Trailer und ein "Making Of" im Angebot, das überwiegend aus Interviewausschnitten besteht, die aber glücklicherweise durchaus informativ und wenig (selbst)lobhudlerisch ausgefallen sind, so dass sich das Ansehen lohnt.

19.03.2004

Review von Tobias Wrany

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