Ice Age

Original

Ice Age

Studio

20th Century Fox (2002)

Anbieter

20th Century Fox Home Entertainment (2002)

Laufzeit

77:54 min.

Regie

Chris Wedge

DVD-Typ

DVD-9

TV-Norm

PAL

Bitrate

5.37 Mbps (Video: ca. 4.3 Mbps)

Bildformat

1,85:1 (anamorph)

Audiokanäle

1. Englisch, Dolby Digital 5.1 (448 kbps)
2. Deutsch, Dolby Digital 5.1 (384 kbps)
3. Audio-Kommentar (96 kbps)

Untertitel

Englisch, Deutsch

Regionalcode

2

Verpackung

Amaray-Case

Preis

ca. 20-25 €
Film 

Die Eiszeit. Die Welt vor 20.000 Jahren. Riesige, majestätische Tiere bevölkern den Erdball – sieht man einmal von einem Quartett gar nicht so edler Vierbeiner ab. Und das sind Manny, das verbiesterte wollige Mammut, Sid, das stinkfaule, ungehobelte Faultier, Diego, der ebenso heimtückische wie verschlagene Säbelzahntiger, und last but not least der Urzeitbewohner Scrat, eine reichlich mißratene Mischung aus Eichhörnchen und Ratte. Während Scrats gesamter Lebensinhalt scheinbar darin besteht, eine Eichel zu vergraben – logisch, will er doch Nahrung für den Winter beiseite legen –, sehen sich Manny, Sid und Diego mit einer Mission konfrontiert, die so gar nicht auf ihrer Linie liegt: Sie sollen das Menschenskind Roshan zu dessen Familie zurückbringen. Blöde nur, dass Scrat, als er seine Eichel ins Eis zu rammen versucht, eine riesige Lawine auslöst und Diego Böses im Schilde führt. Der Säbelzahntiger hat nämlich seinen grausamen Chef Soto zuletzt schwer verärgert und muss sich nun anstrengen, dessen Gunst wiederzugewinnen …

Nachdem Fox zuletzt mit der klassischen Animation in "Titan A.E." wenig Erfolg hatte, werden die Studiobosse erleichtert aufgeatmet haben, dass der erste volldigitale Animationsfilm aus dem Hause Fox zu den großen Rennern des Jahres 2002 wurde. Dabei bietet "Ice Age" eigentlich wenig Anspruch, weder inhaltlich noch technisch. Die Story ist gähnend langweilig, die Dramatik zum Einschlafen und das Ende absolut vorhersehbar. Hier hatten Dreamworks mit "Shrek" und Pixar/Disney mit "Toy Story" weitaus mehr zu bieten als eine Story deren Aufgabe eigentlich nur darin liegt, den Aufhänger für eine Kette von überwiegend sehr zahmen und auch oft sehr lahmen Gags zu liefern, die den Zuschauer für sehr kurze 78 Minuten begleiten. Auch die Hauptfiguren (vor allem der alberne Sid) erwecken nur wenig Sympathie, was nicht zuletzt an der vergleichweise simplen Animationstechnik liegt, die den Programmierern von Pixar nur ein müdes Lächeln entzaubern dürfte. Denn hier hat man schon vor ein paar Jahren in Computerspielen bessere Grafiken gesehen. Die Figuren wirken sehr grob konstruiert und zeigen nur wenig Detail. So feine Details wie z.B. die Haare in "Die Monster AG" wird man hier in dem gesamten Film nicht sehen. Vor allem die Menschen wirken mit ihren 16:9-Köpfen ziemlich dämlich. Insgesamt ist dieser Film also in der Hitparade der digitalen Animationsfilme der letzten Jahre auf den hinteren Plätzen anzusiedeln.

Aber da ist noch ein Potential, welches die Zuschauer bereits lange vor dem Kinostart aus dem Trailer kannten, welches die Macher vielleicht bei der unvermeidlichen Fortsetzung etwas mehr in den Vordergrund setzten sollten: Scrat, das urige und tolpatschige Eichhörnchen bietet den Witz und Charakter, den man bei allen anderen Figuren aus dem Film schmerzlich vermisst und seine kurzen Showeinlagen bilden zugleich die besten Momente des Films. Nur schade, dass Scrat hier nur eine Nebenrolle spielt, die mit der eigentlichen Handlung nichts zu tun hat und Scrat daher nur ganz selten zu sehen ist.

Fox versteht es leider auch bei dieser DVD wieder, den Zuschauer elendig mit User Prohibitions zu nerven, die es verhindern, dass man weder die Sprache noch Untertitel direkt während des Films wechseln kann. Noch schlimmer wird das Ganze dadurch, dass die DVD einfach die im Setup des DVD-Players eingestellten Sprachprioritäten ignoriert und die DVD ungefragt mit der deutschen Synchro startet. Sofern man nicht gerade einen DVD-Player besitzt, der die User Prohibitions umgeht, lassen sich Sprache und Untertitel nur über die träge animierten Menüs wechseln.

 

Bild 

Erstaunlicherweise gelingt es "Ice Age" trotz der volldigitalen Animation, die einen reibungslosen Digitaltransfer auf DVD ermöglicht, nicht, an das Bild heranzukommen, welches man von "Das grosse Krabbeln" oder "Die Monster AG" kennt. Dies dürfte allerdings an falsch gesetzten Prioritäten beim DVD-Mastering liegen. Denn die Videobitrate liegt bei sehr niedrigen 4.3 Mbps. Um trotzdem zu einem rausch- und artefaktfreien Bild zu gelangen (was auch ohne Fehl und Tadel klappte), sieht es so aus, als ob hier mit einem Filter gearbeitet wurde, der im hochfrequenten Bildbereich die Details reduziert hat. Denn die Bilder wirken nicht nur unschärfer sondern auch weitaus weniger plastisch als die teils wirklich dreidimensional erscheinenden Bilder aus anderen Animationsfilmen, was auch bereits auf kleineren Bildschirmen auffällt. Zudem sind bei bewegten Konturen stellenweise auch leichte Treppenmuster zu erkennen. Die Farben und der Kontrast können indes wieder voll befriedigen. "Ice Age" bietet ein hübsches und harmonisches Bild, welches wahrscheinlich selbst auf dem billigsten No Name-Player ziemlich gut aussieht. Trotzdem wurde hier nicht das Optimum des Möglichen erreicht, und wenn einmal genau hinsieht und erkennt, dass auf der DVD noch rund 1.4 GB Speicher frei sind, muss man leider auch sagen, dass dies wohl nicht einmal versucht wurde.

 

Ton  (Englisch) 
Ton  (Deutsch)

Auch bei "Ice Age" hatten die Sounddesigner vollkommene Freiheit und konnten aus dem Nichts heraus geniale Effekte basteln. Diese nutzen die Surround-Kanäle sehr effektiv für einen glasklaren Rundumklang. Im englischen Original kommt außerdem noch ein enormes Bassfundament zur Geltung, welches bereits mit lautem Donner in der Eröffnungssequenz zu hören ist. In der deutschen Synchro bekommt man hiervon aber kaum etwas mit, da die tiefen Frequenzen hier extrem stark ausgeblendet werden. Es ist nicht nur so, dass Tiefbass einfach fehlt, sondern sämtliche tieferen Frequenzen, die dem englischen Sound Druck und Volumen geben, fehlen in der deutschen Synchro fast komplett. Dadurch klingt der Sound sehr steril und auch unnatürlich, wenn z.B. das Grollen der Gletschermassen am Anfang des Films nahezu fehlt. Die Effektwiedergabe der deutschen Synchro unterscheidet sich hingegen kaum vom englischen Original.

 

Special Features 

"Ice Age" erscheint ausnahmsweise in Deutschland sogar rund einen Monat vor den USA auf DVD. Durch das 2 DVD-Set in den USA sollte man sich aber nicht täuschen lassen: Dies enthält primär nur ein 15 Minuten langes HBO Making of zusätzlich, und da diese Making ofs in den meisten Fällen reine PR-Veranstaltungen sind, dürfte man hier nichts verpassen. Das auf dem Cover angekündigte "Pleiten & Pannen"-Special ließ sich auf der DVD nicht entdecken. 

  • Audio-Kommentar: Hier übertreibt das Cover etwas: Denn es gibt nicht mehrere Audio-Kommentare sondern nur einen Audio-Kommentar mit Regisseur Chris Wedge und Co-Regisseur Carlos Saldanha.

  • Scrats fehlendes Abenteuer: Wer Scrat für den heimlichen Star des Films hält, bekommt hier noch einmal in rund vier Minuten eine verzweifelte Nahrungssuche des kleinen Tolpatschs zu sehen, die aber wieder ein tragisches Ende findet. (16:9 anamorph)

  • Scrat packt aus: Viel packt Scrat hier ehrlich gesagt nicht aus, denn unter den vielsagenden Titeln "Mt. Rushmore", "Kampf mit der Eichel" und "Flucht vor dem Gletscher" findet man nur drei sehr kurze Promo-Clips, die das Fox-Logo im "Ice Age"-Look präsentieren.

  • Nicht verwendete Szenen: Insgesamt sechs zusätzliche Szenen kann man sich hier ansehen, die überwiegend aber sehr langweilig sind. Die Bildqualität ist schlechter als im Film und teilweise sind die Animationen auch noch in einem früheren Entwicklungsstand. Optional steht hier ein Audio-Kommentar zur Auswahl. Leider lassen sich die Szenen nicht in einem Durchlauf ansehen, so dass man sie jeweils einzeln aus dem Menü starten muss.

  • Die Animation: Anhand drei verschiedener Szenen lassen sich via Multi-Angle-Funktion aus insgesamt fünf Blickwinkeln die unterschiedlichen Entwicklungsstadien des Films betrachten. Leider ist insbesondere das Bild der fertigen Animation sehr unscharf.

  • Ice Age - International: Dieser rund zweieinhalb Minuten lange Filmausschnitt zeigt nacheinander die verschiedenen internationalen Synchronisationen des Films.

  • Unter dem Eis: In diesem Menüpunkt wurden mehrere Making of-Features zusammengefasst. Dies ist zunächst ein rund 20 Minuten langes Making of, welches Chris Wedge und sein Animationsteam bei der Arbeit über die Schulter schaut. Die weiteren Features sind dann nur kleine Schnipselchen von jeweils rund einer Minute Länge, die sehr grob einzelne Aspekte wie die Entstehung der Figuren oder die Effekte erläutern.

  • Kurzfilm "Bunny": Dieser Kurzfilm war 1998 eine erste längere Grafikdemonstration von Chris Wedge. Der 1999 mit dem Oscar prämierte Film ist rund 7 Minuten lang und kann optional mit Audio-Kommentar von Chris Wedge und kurzem Intro betrachtet werden.

  • Kinotrailer: Neben dem ersten Teaser findet man hier noch zwei Trailer mit Scat, alle allerdings nur im Letterbox-Format.

  • Bildergalerien

Review von Karsten Serck

Test-Equipment:
TV Panasonic TX-W32D3F
DVD-Player Pioneer DVD-656A
AV-Verstärker Yamaha DSP-AZ1

30.10.2002

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