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From Hell (UK-Version)

Original

From Hell

Studio

20th Century Fox (2002)

Anbieter

20th Century Fox Home Entertainment UK (2002)

Laufzeit

117:20 min.

Regie

Albert & Allen Hughes

DVD-Typ

DVD-9 (Film) DVD-5 (Extras)

TV-Norm

PAL

Bitrate

5.84 Mbps (Video: ca. 5.3 Mbps)

Bildformat

2,35:1 (anamorph)

Audiokanäle

1. Englisch, Dolby Digital 5.1 (384 kbps)
2. Audio-Kommentar (96 kbps)

Untertitel

Englisch für Hörgeschädigte u.a.

Regionalcode

2

Verpackung

Amaray-Case

Preis

ca. 20-25 €
Film 

Wir schreiben das Jahr 1888, in seinem neuesten Fall bekommt es Inspektor Fred Abberline (Johnny Depp) mit einem unheimlichen Serienmörder zu tun, der unter den Dienstleistenden des horizontalen Gewerbes im Londoner Bezirks Whitechapel für Angst und Schrecken sorgt. Dass er in seltsamen Visionen, welche ihn im Absinthrausch überkommen, anscheinend eine Verbindung zu den Gedanken des Täters erhält, ist für seine Ermittlungstätigkeit allerdings kaum von handfestem Nutzen. Sinnvoller scheint da schon sein Kontakt zu Dr. William Gull (Ian Holm) einer anerkannten Koryphäe auf chirurgischem Gebiet, der ihm wertvolle Hinweise auf die Identität des Mörders geben kann, informiert er den Inspektor doch darüber, dass der Zustand der Opfer auf nicht unerhebliche Kenntnisse des Täters im Bereich der medizinischen "Bearbeitung" menschlicher Körper hindeutet. Und auch die von zunehmender privater Vertraulichkeit geprägte Beziehung zu der Prostituierten Mary Kelly (Heather Graham), die ebenfalls am Tatort tätig ist und deren engsten Freundinnen zu den Opfern gehören, bietet Ansätze zur Lösung des Falles. Allerdings dauert es lange, bis der Inspektor eine Ahnung davon erhält, welches dunkle Geheimnis die aktuellen und potentiellen Opfer verbindet, was nicht zuletzt daran liegt, dass ihm von höheren Dienststellen immer wieder Steine in den Ermittlungsweg gelegt werden und er sich in den eigenen Reihen eigentlich nur auf seinen treuen Kollegen Kommissar Godley (Robbie Coltrane) voll und ganz verlassen kann.

Für wen das viktorianische London, mit wabernden Nebeln, schummrigen Gassen, gelegentlich durchtönt von dem charakteristischen gellenden Signalpfeifen der Streifenpolizisten, sämtliche Agierende in den entsprechend stilvollen Bekleidungsstücken der Epoche gewandet und das Ganze verbunden mit einer entsprechend mysteriös angehauchte Handlung eine irgendwie geartete Anziehungskraft ausübt, ist bei "From Hell" an den richtigen Film geraten. Die regieführenden Gebrüder Hughes machen von diesen Ingredienzien ausgiebigst und mit hohem Können Gebrauch; das Resultat hat aufgrund der professionellen Vorgehensweise allerdings keinesfalls den Billig-Charme alter Edgar-Wallace-Verfilmungen, sondern ist solide in der vergangenen Realität verhaftet, gemäß der Divise des Regiedoppels, das damalige London nicht in verträumter Verklärung, sondern in all seiner kloakengleichen Präsenz zu zeigen. Dabei ist die Hinwendung zum eher grimmen Alltag der Metropole auch in der Handlung verwirklicht, wenn sich das Drehbuch ausführlich mit den Lebensbedingungen der unteren Gesellschaftsklassen beschäftigt.
Aber neben der grandiosen Stimmung geht es natürlich auch noch um die altbekannte Story von "Jack The Ripper" und in der Abteilung "Murder Mystery" schneidet "From Hell" nicht ganz so gut ab, wie in Sachen filmische Atmosphäre. Was die Serienkillergeschichte selbst angeht, hat der Film keine umwerfend neue Idee zu bieten und auch die Darstellung von Verbrechen und polizeilicher Untersuchung ist allenfalls ganz ordentlich geraten. In den ersten zwei Dritteln funktioniert der Film in dieser Hinsicht allerdings nicht zuletzt wegen der ebenso gut gewählten, wie entsprechend überzeugend agierenden Besetzung, allen voran Johnny Depp, mehr als nur ganz gut. Und auch bei der Präsentation der Verbrechen selbst verfällt "From Hell" nicht darauf, durch eine allzu explizite Darstellung lediglich den Ekelfaktor hoch, den Spannungsbogen dafür aber umso tiefer zu schrauben. Gegen Ende ist es mit der diesbezüglichen Zurückhaltung allerdings in der einen oder anderen Szene vorbei, außerdem hat man dann auch die (im übrigen wenig überraschende) Offenbarung der Identität des Meuchlers zu ertragen, die leider von der obligatorisch überdehnt konstruierten "warum ich das alles getan habe" Ansprache begleitet wird. Es spricht trotzdem sehr für "From Hell", dass er von derartigen Schwachpunkten nicht wirklich nach unten gezogen wird und das Leinwandwerk letztlich durchaus als Erfolg verbucht werden darf, allerdings unter dem klaren Vorbehalt, dass Freunde nervenzerfetzender Thrillerspannung kaum auf ihre Kosten kommen werden, "London im Nebel"-Nostalgiker dagegen umso mehr.

 

Bild 

Die Bildschärfe der DVD ist prinzipiell gut, aufgrund eines leichten Rauschfilters wurden Details aber etwas geglättet. Bei schnellen Bewegungen zieht das Bild auch leicht nach. Andererseits fallen Ränder von Schriften und anderen scharfen Objekten stellenweise durch eine Überschärfung der Konturen auf. Die Farben sind sehr kräftig und durch warme Rot- und Grüntöne geprägt. Selbst in der tiefsten Nacht bleibt das Restlicht feurig-rot. Auch der Kontrast ist sehr gut. Bei den Nachtaufnahmen sind alle Details gut zu sehen, bis auf den in Finsternis eingehüllten "Jack the Ripper", den man ja auch vor dem Ende nicht erkennen soll. Die Videobitrate liegt bei rund 5.3 Mbps und zeigt kaum Artefakte. Im Sinne einer etwas schärferen Detaildarstellung wäre hier aufgrund der nur zu rund 3/4 ausgenutzten Gesamtkapazität der DVD aber auch eine deutlich höhere Bitrate noch machbar und sinnvoll gewesen. Auch die Bildruhe ist nicht ganz einwandfrei, da beim genauen Hinsehen einzelne Objekte immer leicht in Bewegung sind.

 

Ton 

"From Hell" klingt ähnlich düster wie "Sleepy Hollow", in dem auch Johnny Depp die Hauptrolle spielte. Für die Musik von "From Hell" zeigte sich Trevor Jones verantwortlich, der in den letzteren Jahren bereits bei Filmen wie "Dark City" oder "Thirteen Days" für die bedrohliche Stimmung sorgte. Dies gelingt ihm auch diesmal wieder recht überzeugend. Der Film wird zum Großteil von der kräftigen Musik begleitet, die den Zuschauer mit ihrem weiten Klang perfekt in die düsteren Kulissen einlullt. Die Surroundwiedergabe ist sehr laut und deutlich. Insbesondere Bassfreunde dürften an diesem Film Gefallen finden, da der Subwoofer vielfach sehr tief und laut in Aktion tritt. Was die Surroundeffekte angeht, so dominieren hier die kleinen feinen Töne, die das Glucksen und Klirren in den finsteren Gassen Londons perfekt wiedergeben, aber während "Jack the Rippers" plötzlichen Attacken aus dem Hinterhalt und in Johnny Depps Absinth-Fantasien auch schon einmal weitaus lauter werden. 

 

Special Features 

Dafür, dass an dieser Stelle das Review der UK-Version und nicht das der deutschen DVD steht, gibt es einen guten Grund: Denn während die Engländer das amerikanische 2 DVD-Set übernommen haben, bietet Fox in Deutschland zum nahezu gleichen Preis nur eine einfache DVD an, die lediglich einen Audio-Kommentar und ein paar Deleted Scenes enthält. Der Witz dabei ist allerdings, dass die Bonus-Disc des britischen 2 DVD-Sets ein FSK-Logo trägt und sowohl deutschsprachige Menüs als auch Untertitel besitzt, Fox auf diese Extras also einfachen Zugriff gehabt hätte. Lizenzrechtliche Probleme mit dem Bonus-Material soll es laut Fox nicht gegeben haben. Fox begründet das Fehlen der Bonus-Disc als rein marketingpolitische Entscheidung. Wer auf den deutschen Ton beim Film selbst verzichten kann, fährt also mit der britischen DVD besser.

  • Audio-Kommentar mit Albert Hughes, Drehbuchautor Rafael Yglesias, Kameramann Peter Denning und Darsteller Robbie Coltrane.

  • Deleted Scenes: Zum Großteil sind diese Aufnahmen von rund 20 Minuten Länge wirklich vollkommen neue Szenen, die man aus dem Film selbst nicht kennt und nicht nur leicht veränderte Sequenzen. Optional lassen sich diese auch mit Audio-Kommentar betrachten.

  • Liste der Opfer: Diese rund 30 Minuten lange Doku beleuchtet Hintergründe der Serienmorde und lässt einen "Ripperologen" über seine eigenen Theorien über den tatsächlichen und auch immer noch nicht bekannten "Jack the Ripper" philosophieren, die dieser auch recht umfangreich begründet. Der Film steht hierbei eher im Hintergrund, lediglich am Ende der Doku meldet sich einer der Hughes-Brüder zu Wort. Während die Gewaltdarstellung im Film ziemlich zahm ist, bekommt man in der Doku auch einige Originalfotos der tatsächlichen Leichen zu sehen, die nicht unbedingt jedermanns Geschmack sein dürften.

  • Ausstattung: Hier werden die Drehorte vorgestellt und erläutert, wieso außer den niedrigen Produktionskosten sonst noch der Film in Prag und anderen Regionen Tschechiens gedreht wurde. (11:23 min)

  • Die Tatorte: An das vorherige Featurette anknüpfend, unternehmen die Hughes-Brüder eine kleine Tour durch die sehr detailgetreu aufgebauten Sets, die die Tatorte in den Londoner Stadtvierteln zeigen. Über die Wegstrecke verteilt sieht man dann auch die Opfer des "Jack the Ripper" an ihren Mordschauplätzen, wenn auch nicht im Original, dann zumindest deren sehr detailgetreu nachgebildete Puppen (07:28 min.)

  • Bildroman: Der Film wurde zum Teil durch eine Comic-Geschichte über den "Jack the Ripper" inspiriert, welcher hier in Teilen vorgestellt wird. (09:39 min)

  • Absinth lässt das Herz höher schlagen: Absinth, die einstige Volksdroge, die auch Johnny Depp im Film genüsslich verzehrt, ist das Thema dieses Featurette. Es wird die Geschichte, Zubereitung und die gesellschaftliche Bedeutung des Getränks zur damaligen Zeit erläutert. Glaubt man den Aussagen dieser Dokumentation, so ist das heutige Verbot des "echten" Absinth vornehmlich Verdienst der französischen Weinlobby, die sich damals durch das Getränk bedroht sah, welches heutzutage nur noch in Spanien, England und Tschechien legal erhältlich sein soll. (09:33 min.)

  • Einblick in die Hölle-Featurette: Zum guten Schluss findet hier auch noch das übliche Promo-Making of seinen Platz, mit dem der Film dem Kinopublikum schmackhaft gemacht werden sollte. Da hier aber erst sehr spät die übliche Leier mit einseitigen Lobpreisungen beginnt, kann man sich dieses Making of trotzdem gerne ansehen, weil es eine gute und kompakte Einleitung in das "Jack the Ripper"-Mysterium gibt. (13:56 min.)

Review von Karsten Serck und Tobias Wrany (Film)

Test-Equipment:
TV Panasonic TX-W32D3F
DVD-Player Pioneer DVD-656A
AV-Verstärker Yamaha DSP-AZ1

31.10.2002

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