Fight Club (FSK 18)

Fight Club

Studio

Fox 2000 Pictures & Regency Pictures
(1999)

Verleih

20th Century Fox Home Entertainment (2000)

Laufzeit

ca. 134 min. (FSK 18)

Regie

David Fincher

Darsteller

Edward Norton, Brad Pitt, Helena Bonham Carter

DVD-Typ

DVD-9

Fernsehnorm

PAL

Bildformat

2,40:1 (anamorph)

Audiokanäle

1. Englisch, Dolby Digital 5.1
2. Deutsch, Dolby Digital 5.1

Untertitel

Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte

Regionalcode

2

Verpackung

Amaray-Case

Preis

ca. 45-55 DM
Film   

Die chronische Schlaflosigkeit treibt den braven, namenlosen und von Edward Norton dargestellten Angestellten eines Automobilkonzerns vor Langeweile in die Selbsthilfegruppen von Todkranken. Dort mogelt er sich unter die dem Tode Geweihten und ergötzt sich an deren Geschichten. Die von Todessehnsucht geplagte Marla Singer, die ebenfalls wie ein Tourist die ganzen Selbsthilfegruppen abklappert, macht seinem Heilmittel gegen die Schlaflosigkeit allerdings einen Strich durch die Rechnung. Denn in ihrer Gegenwart kann er sich nicht mehr konzentrieren. Nachdem nach seiner Rückkehr von einer Geschäftsreise die schöne Bude mit den IKEA-Möbeln plötzlich aufgrund einer Explosion in Schutt und Asche liegt, bittet er den Seifenverkäufer Tyler Durben (Brad Pitt), den er erst kurz zuvor im Flugzeug kennen gelernt hat, in dessen Wohnung unterkommen zu dürfen. Tyler ist ein schräger Vogel, der als Gegenleistung um den kleinen Gefallen bittet, dass er so stark geschlagen werden möchte, bis es wehtut. An dem darauffolgenden Gemetzel finden die beiden erstaunlicherweise großen Gefallen. Der Schmerz gibt ihnen einen neuen Kick. Als dann noch immer weitere Leute die vor einer Kneipe stattfindende Schlägerei mit großem Interesse verfolgen, ist die Idee des "Fight Clubs" geboren, in dem allabendlich ganz normale Durchschnittsbürger gegenseitig blutig prügeln. Schon nach kurzer Zeit sammelt sich eine große Schar um den charismatischen Tyler, der seine Macht dazu ausnutzt, seine Anhänger kleine Attentate gegen die Konsumgesellschaft ausüben zu lassen. Schon bald gerät die Gruppe außer Kontrolle und aus dem "Fight Club" wird eine terroristische Untergrundorganisation, die mit Bomben für wilde Zerstörung sorgt. Und dann ist da noch Marla, die mit Tyler eine wilde Affäre beginnt....

Chuck Palahniuk´s Romanvorlage "Fight Club", auf der der Film basiert, war ein wildes Sammelsurium altbekannter Themen der Gesellschaftskritik, in dem die Akteure als Antwort auf das Gejammer über die verdorbene Konsumgesellschaft und ihren schweren Stand als kleines Rädchen im System sich gegenseitig die Köpfe einschlugen, um auf diesem Wege etwas tun zu können, was ihnen endlich einmal einen Kick verschaffte, der nicht durch fröhliche Werbebotschaften propagiert wurde. Das Buch ließ jedoch nur selten klar erkennen, ob der "Fight Club" Satire sein sollte, oder Palahniuk wirklich Ernst damit meinte, wenn seine "Helden" ihre Befreiung aus den Zwängen des Alltags darin sahen, sich gegenseitig blutig zu schlagen. David Finchers zumindest während der ersten drei Viertel Laufzeit eng an den Roman gehaltene Verfilmung bietet durch eine trickreiche Bildersprache in den von Fincher bekannten düsteren Farben weitaus mehr Ironie und Galgenhumor. Fincher, der die Kunst wie nur wenige versteht, Filme zu machen, die durch ihre lichtarme und kühle Ästhetik wie z.B. in "Sieben" oder "Alien 3" keinen einzigen Lichtblick für ein wenig Hoffnung offen lassen, ließ seinen beiden hervorragend agierenden Hauptdarstellern Edward Norton und Brad Pitt erstaunlich viel unfreiwilligen Humor zu, der in starken Kontrast zum abgrundtief scheußlichen Ambiente von Tylers heruntergekommenem Domizil steht. In der zweiten Filmstunde dominiert dann eindeutig die Gewalt in deutlichen Bildern, die in dieser gezeigten Härte aber gar nicht unbedingt nötig gewesen wäre, um die Aggression der Darsteller zu illustrieren. "Fight Club" ist ein Film, der polarisiert, und nicht mal so eben zwischen Pizza und Bier laufen sollte, da die Story bis zum Ende sehr undurchsichtig ist und erst durch ihr überraschendes, und im Film weitaus besser als im Buch aufgelöstes Ende für ein wenig mehr Klarheit sorgt. Je nachdem, welchen Reim man sich aus dem Film bildet, kann man ihn entweder nur lieben oder hassen.

 

Bild  

Das Bild macht einen ordentlichen Eindruck. Es ist frei von Artefakten und bietet einen guten Kontrastumfang. Sogar ein wenig Farbe lässt Fincher immer wieder einmal durchblicken, auch wenn düsteres Grau und Grün die von ihm gewünschten vorherrschenden Töne sind. Der Einsatz eines Rauschfilters macht sich nur minimal durch dezentes Nachziehen des Bildes und einem leichten Verlust an Detailschärfe bemerkbar und fällt auch nur aus naher Distanz auf.

 

Ton  

Während des gesamten Filmes kommen alle Kanäle sehr effektiv zum Einsatz. Die Umgebungsgeräusche werden sehr deutlich von allen Seiten eingefangen und durch einige kleine Effekte noch zusätzlich verstärkt. Die Surroundeffekte überzeugen mehr durch Klasse als durch Masse, weil sie stets perfekt zum Bild passen und die anfangs ironischen Züge des Filmes verstärken. Eine Szene sticht hier besonders vor, in der der Erzähler sich gerade vorstellt, dass sein Flugzeug von einer Explosion zerrissen wird, die mit einer kräftigen Dynamik bis in die tiefsten Frequenzbereiche hinab durch den ganzen Raum zieht. Da es mehrere Stellen im Film mit plötzlichen Dynamiksprüngen gibt, sollte der Lautstärkepegel vorsichtshalber nicht allzu hoch eingestellt werden.

 

Special Features  

Die Ausstattung der Code 2-DVD ist enttäuschend: Während Fox sich in den USA mit einem 2 DVD-Set wieder einmal selbst übertrifft, bekommt man in Deutschland nur einen Trailer geboten, was gerade deswegen ärgerlich ist, weil die wahre Intention des "Fight Clubs" ohne weitere Erläuterungen nur schwer zu durchschauen ist.


Review von Karsten Serck

Test - Equipment:
TV Panasonic TX - W32D3F
DVD - Player Panasonic DVD RV-60
Dolby Digital / DTS - Receiver Sony STR-DA 50 ES

18.05.2000

  ZURÜCK
Copyright © AREA DVD