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Cube

Original

Cube

Studio

Trimark Pictures (1997)

Verleih

VCL/MAWA (2001)

Laufzeit

86:45 min

Regie

Vincenzo Natali

Darsteller

Nicole DeBoer, Nicky Guadagni, David Hewlett, Andrew Miller, Julian Richings

DVD-Typ

DVD-9

Fernsehnorm

PAL

Bildformat

1,85:1 (Letterbox)

Audiokanäle

1. Deutsch, Dolby Digital 5.1
2. Englisch, Dolby Digital 2.0
3. Audio-Kommentar

Untertitel

Deutsch (optional)

Regionalcode

2

Verpackung

Amaray-Case

Preis

ca. 20-25 EURO
Film  

Sechs Personen wachen in einem riesigen Labyrinth auf, zusammengesetzt aus einer großen Anzahl kleiner würfelförmiger Räume. Niemand weiß, wie er an diesen Ort gekommen ist. Verzweifelt versuchen die Gefangenen, aus dieser geheimnisvollen Umwelt zu entkommen. Dafür haben sie nur rund drei Tage Zeit, bevor sie die Kräfte verlassen werden, um sich fortzubewegen. Jeder der identischen Räume besteht aus sechs kleinen Toren an den vier Wänden, dem Boden und der Decke, die den Weg in den nächsten Würfel eröffnen. Doch einige der Räume enthalten auch gefährliche Fallen, die durch unterschiedliche Sensoren ausgelöst werden und für einen qualvollen Tod durch Verbrennung, ätzende Säuren oder rasiermesserscharfe Fäden sorgen. Nach kurzer Zeit entdecken die Gefangenen ein System in den einzeln nummerierten Übergängen, dass dabei hilft, sichere von unsicheren Räumen zu unterscheiden. Doch je länger die Beteiligten von Raum zu Raum gehen, desto größer wird auch die Anspannung und Aggression, die für Rivalitäten untereinander sorgt. Und obwohl niemand genau weiß, weswegen ihn gerade dieses Schicksal ereilt hat, nimmt jede Person eine wichtige Stellung ein, ohne die der Weg aus dem Würfellabyrinth nicht möglich wäre....

"The Cube" wurde bereits 1997 mit einem Mini-Budget von 350.000 Dollar gedreht und ist inzwischen bereits in den USA, England und Frankreich auf DVD erhältlich, während der deutsche Kinostart erst mit viel Verspätung angesetzt wurde (13. Juli 2000). Wir entschieden uns für den Test der französischen DVD, da diese als einziges Exemplar weltweit auch ein anamorphes Bild bietet. Der Film wurde bereits mit zahlreichen Filmpreisen übersät, was vielfach als Warnsignal für schwergängige Kost gedeutet wird. "The Cube" ist in der Tat kein Popcorn-Movie, sondern ein intelligent aufgebauter Science-Fiction-Film, was die Spannung allerdings nicht mindert. Trotz viel angewandter Mathematik blickt man auch ohne Mathe-Leistungskurs durch. Obwohl während der gesamten 86 Minuten der Film praktisch nur in von Neonlicht erstrahlten symmetrischen Räumen spielt (um es genau zu sagen: einem einzigen Raum, der als Set für alle Räume diente) ist die Geschichte ähnlich faszinierend wie der bunte Rubick´s-Zauberwürfel, der Anfang der achtziger Jahre von keinem deutschen Schulhof wegzudenken war. Niemand erfährt, weswegen alle in dem Würfellabyrinth gefangen sind und selbst am Ende ist man im Grunde genommen nicht schlauer als am Anfang. Doch dieser Makel gerät schnell in den Hintergrund, weil sich die Geschichte sehr schnell nicht mehr auf das "Wieso, Weshalb, Warum" konzentriert, sondern die Gefangenen sich damit beschäftigen, einen Ausweg zu finden. Und von Minute zu Minute entwickelt "The Cube" immer mehr Logik, das gesamte System erscheint etwas klarer und auch die Beteiligten entdecken immer mehr durch bestimmte Charaktereigenschaften oder plötzlich entdeckte Fähigkeiten, dass ihre Gegenwart einen Teil dazu beiträgt, aus der Falle zu entkommen. Je angespannter die Psyche wird, desto offener tritt jedoch auch die offene Gewalt in den Vordergrund, mit der in verzweifelter Panik einer der "Kubisten" versucht, in erster Linie sich selbst zu retten. Einige für zarte Gemüter nicht geeignete Szenen weist der Film auch auf, die in erster Linie die Brutalität der versteckten Fallen demonstrieren sollen. Bereits die Eröffnungssequenz gehört zu diesem Kaliber. "Cube" ist ein außergewöhnlich intelligenter und zugleich spannender Film, der mit seinem Minimalismus vollkommen abseits des Hollywood-Mainstreams steht und mit Sicherheit auch in Deutschland seine Fangemeinde finden dürfte. Obwohl der Film alleine schon aufgrund seines späten deutschen Kinostarts, der obendrein auch noch ohne große Unterstützung des Verleihs in den Sommer gelegt wurde, kaum Beachtung gefunden hat, ist "Cube" einer der abwechslungsreichsten Filme des ansonsten eher langweiligen Kinojahres 2000.

 

Bild 

Wer diesen Film mit anamorphem Bild haben will, muss sich die französische DVD kaufen. Deren Master konnte MAWA für diese DVD nicht auftreiben, so dass die deutsche DVD ebenso wie die Code 1-Fassung nur Letterbox ist. Dies fällt durchaus auf, da das Master ohnehin über einen leichten Mangel an Detailauflösung verfügt und immer etwas verschwommen ist. Dafür leistet sich die DVD aber wenigstens keine weiteren Schwächen: Die Kompression hinterlässt einen guten Eindruck, selbst die problematischen knallroten Räume werden ohne sichtbare Beeinträchtigungen sauber auf dem Bildschirm dargestellt.

 

Ton 

Da "Cube" mit kleinem Budget gedreht wurde, reichte es bei der Produktion nicht für Dolby Digital 5.1 aus. Obwohl der englische Dolby Surround-Ton systembedingt Grenzen setzt, wird das klaustrophobische Filmerlebnis durch die monoton und düster klingenden Umgebungsgeräusche noch einmal vertieft. Es wimmelt zwar nicht an Effekten, aber durch das unendliche Dröhnen, welches sich durch alle Räume zieht und auch auf allen Kanälen deutlich zu vernehmen ist, ergänzt das Gehör die kleinen sichtbaren einzelnen Räume im Geiste zum großen Gesamtsystem, was mit dazu beiträgt, die verzweifelte Situation innerhalb des "Würfels" nachzuempfinden. Besonders dominant ist dieser Soundmix allerdings nicht.

Nachdem "Cube" lange Zeit auf der Warteliste stand, wurde vor dem Kinostart für die deutsche Synchro ein künstlicher Upmix auf Dolby Digital 5.1 vorgenommen, was meistens Anlass zur Skepsis ergibt. Erstaunlicherweise gelang dies bei "Cube" aber recht gut. Durch eine geschickte Abmischung bekommt die deutsche 5.1-Synchro deutlich mehr Dynamik als die Originalfassung und auch die Surroundwiedergabe ist weitaus prägnanter. Erstaunlicherweise gelang es sogar, auf den hinteren Kanälen einen leichten Stereo-Effekt zu erzeugen, so dass man hier wirklich das Gespür von räumlicher Weite vermittelt bekommt.

 

Special Features 

Die Extras fallen gegenüber der französischen DVD etwas bescheidener aus: Vorhanden ist der Audio-Kommentar, der durch drei kommentierte Deleted Scenes, Skizzen und Storyboards zu drei Szenen ergänzt wird. Außerdem sind auf der DVD noch Texttafeln mit Produktionsnotizen und Cast & Crew-Infos sowie ein englischer Trailer. Auf der französischen DVD findet man hingegen zusätzlich noch ein Interview mit dem Regisseur sowie dessen recht skurrilen Kurzfilm "Elevated".

Das DVD-Menü enthält einige Fehler: So erscheint stellenweise nicht die Markierung, mit der man wieder eine Menü-Ebene zurückkommt. Sofern man dies erkannt hat, kann man aber trotzdem die entsprechenden Buttons trotz der fehlenden optischen Hervorhebung aktivieren.

Review von Karsten Serck

Test - Equipment:
TV Panasonic TX - W32D3F
DVD - Player Pioneer DV-737
Dolby Digital / DTS - Receiver Yamaha RX-V3000 RDS

06.06.2001
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