The Commitments

Studio

Beacon (1991)

Verleih

MGM Home Entertainment (2001)

Laufzeit

112:40 min. (FSK 12)

Regie

Alan Parker

Darsteller

Robert Arkins, Colm Meany, Andrew Strong, Angeline Ball, Bronagh Gallagher

DVD-Typ

DVD-9

Fernsehnorm

PAL

Bildformat

1,85:1 (anamorph)

Audiokanäle

1. Deutsch, Dolby Digital 5.1
2. Englisch, Dolby Digital 5.1
3. Spanisch, Dolby Digital 5.1

Untertitel

Deutsch, Englisch, Spanisch, Schwedisch, Norwegisch, Dänisch

Regionalcode

2

Verpackung

Amaray-Case

Preis

ca. 20-25 EURO
Film  

Jimmy Rabbitte (Robert Arkins) hat ein gutes Stück Überzeugungsarbeit vor sich, ehe er an die Verwirklichung seiner großen Idee gehen kann, nämlich eine Band zusammenzustellen. Doch es soll nicht irgendwelche Musik gemacht werden, schon gar nicht ein synthetisches Pop-Gedudel, sondern reinster Soul, den unverfälschten, dem Rhythmus von Sex und Liebe folgende Sound der Arbeiterklasse, der theoretisch schließlich auch Jimmy angehört, mal abgesehen davon, dass er seit über zwei Jahren nicht von Arbeit im engeren Sinne, sondern von der "Stütze" und gelegentlichen Schwarzmarktgeschäften lebt. Doch wie gesagt, anfangs stehen seinem Plan selbst seine Schwester Sharon (Andrea Corr), seine Mutter (Anne Kent) und erst recht sein Vater (Colm Meany) als eingefleischter Elvis-Fan, skeptisch gegenüber. Aber so allmählich bringt er seine Truppe zusammen, von Deco (Andrew Strong), dem Leadsänger, der zwar mehr als notwendig das Riesenarschloch raushängen lässt, aber eine großartige Stimme hat, bis zu dem Trompeter Joey "The Lips" Fagan (Johnny Murphy), der nach eigenen Angaben schon mit allen Größen der Branche gespielt haben will, was zumindest von seinem Alter und seiner musikalischen Kunstfertigkeit her durchaus hinkommen kann. Nicht zu vergessen die Background-Sängerinnen Imelda (Angeline Ball), deren Anwesenheit alleine ausreicht, um den männlichen Kollegen alle Reste ihres Verstandes herumwirbeln zu lassen, ungeachtet des Umstandes, dass sie schon in den festen Händen eines Verlobten ist, der außerdem den Vorzug einer festen Anstellung aufweist; doch auch Bernie (Bronagh Gallagher) und Natalie (Maria Doyle) lassen durchaus nicht alle kalt.
Nachdem auf teilweise mühsamen Wegen das notwendige Equipment beschafft wurde und die Tretmühle der Proben überstanden ist, geht es auf die ersten Gigs, die zwar im bescheidenen Rahmen stattfinden und auch nicht frei von kleineren bis mittelgroßen Missgeschicken bleiben, aber doch eine gemeinsame Linie aufweisen: Das Publikum liebt "The Commitments" und die Musik, für die sie stehen. Ein Auftritt in einem kleinen Club soll schließlich den großen Durchbruch bringen, nicht nur hat der gerade in Dublin weilende legendäre Wilson Pickett auf Vermittlung von Joey einen Gastauftritt angekündigt, im Verlaufe der Darbietung tritt auch noch der Chef eines kleinen Plattenlabels an Jimmie heran und stellt einen Vertrag in Aussicht. Doch sind da immer noch die zwischen den Mitgliedern gärenden Unstimmigkeiten und Eifersüchteleien, die jederzeit zu explodieren drohen und den ganzen schönen Traum zum Zerplatzen bringen können.

"The Commitments" gelingt das Kunststück, großes Kino zu zeigen, obwohl die Voraussetzungen dafür nicht gerade zwingend gegeben waren. Es ist ein eher kleiner Film, der eine Geschichte erzählt, deren Grundidee schon mehr als oft auf der Leinwand Verwendung gefunden hat und auch die Figuren und ihre persönlichen Verstrickungen weisen nicht unbedingt bahnbrechend neue Erkenntnisse auf.
Aber was den Film schließlich auf die Erfolgsspur leitet, ist der Umstand, dass ganz einfach alles fugenlos zusammenpasst. Alle Charaktere werden soweit angerissen, dass sie Leben gewinnen, ohne dass sich eine Person in den Vordergrund drängt und die ganze Aufmerksamkeit absaugt, werden dargestellt von Schauspielern, die bis in die kleinste Nebenrolle perfekt besetzt sind und voller Spielfreude agieren; das Umfeld ist angenehm realistisch, ohne in Sozialkitsch oder triste Alltagsdokumentation zu verfallen.
Die spürbar lebendige Energie enthält alle Bestandteile der Magie des Kinos: Große Gefühle, wie Liebe und Hass, gewalttätige Ausbrüche, Träumerei, Tragik, Hoffnung, und Lebensfreude, ohne dass in der eigentlich konventionellen Story auch nur für einen Moment irgendein eigentlich naheliegendes klebriges Klischee aufzufinden wäre.
Und dann ist da natürlich die Musik, die besser nicht geschaffen sein könnte, um die Stimmung des Films zum Ausdruck zu bringen. Wobei eins klar ist, für alle, die mit dem im Mittelpunkt stehenden Musikstil, mit Liedern wie "Mustang Sally" oder "In The Midnight Hour" nichts anfangen können, für den dürfte sich der Film nur schwer mit ganzer Pracht erschließen, denn die Musik macht im wörtlichen Sinne die Seele von "The Commitments" aus.

 

Bild 

Ein paar kleinere Mängel sind unübersehbar. Das übliche leichte Bildrauschen, gelegentliche Unsicherheiten bei der Kantenschärfe, schwarz-weiße Karomuster, die in Geflimmer aufgehen und vereinzelte Drop-Outs. Ansonsten aber kann das Bild überzeugen, wobei vor allem zu beachten ist, dass der Film erheblich erhöhte Anforderungen stellt, denn ein großer Teil der Szenen spielt entweder Nachts oder im Zwielicht verrauchter Innenräume, trotzdem können die dabei so kritischen Werte, wie Kontraste und Plastizität des Bildes durchweg überzeugen, was wirklich für die Qualität der DVD spricht.

 

Ton 

Da der Film eindeutig von der Musik dominiert ist und zwar nicht nur dann, wenn die Gruppe ihre Auftritte hat, da auch in der übrigen Zeit stets weitere Aufnahmen als Begleitung dienen, bieten sich wenige Möglichkeiten, um ein differenziertes Raumklangpanorama zu schaffen. Die vorherrschenden Elemente, besagte Musik und die Dialoge kommen dann allerdings in ordentlicher Qualität herüber, so das nichts von der Energie und Schwung der Darbietungen verloren geht. Anzumerken bleibt lediglich, dass die Stimmen in den Dialogszenen der deutschen Fassung manchmal etwas belegt klingen.

 

Special Features 

Das Hintergrundmaterial mit kurzen Blicken hinter die Kulissen der Dreharbeiten und zahlreichen Interviewausschnitten mit sämtlichen Beteiligten, ist aufgeteilt in zwei "Making Of's" von 8 und 25 Minuten Länge, ergänzt durch einen weniger informativen vierminütigen Abriss über die Filmographie des Regisseurs Alan Parker. Dazu gibt es noch den Teaser und den Trailer zum Film, sowie das Video zu "Treat Her Right".

18.07.2001

Review von Tobias Wrany

Test-Equipment

TV: Panasonic TX-28PK1F
DVD-Player: Pioneer DV-535
Dolby Digital / DTS Receiver: Sony STR-DA50ES

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