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 Butch Cassidy und Sundance Kid

Butch Cassidy And The Sundance Kid

Studio

20th Century Fox (1969)

Verleih

20th Century Fox Home Entertainment (2001)

Laufzeit

105:57 min. (FSK 16)

Regie

George Roy Hill

Darsteller

Paul Newman, Robert Redford, Katharine Ross

DVD-Typ

DVD - 9

Fernsehnorm

PAL

Bildformat

2,35:1 (anamorph)

Audiokanäle

1. Englisch, Mono
2. Deutsch, Mono
3. Spanisch, Mono

Untertitel

deutsch, englisch, spanisch

Regionalcode

2

Verpackung

Amaray-Case

Preis

ca. 25 EURO
Film  

Es wäre wohl besser gewesen, hätte Robert LeRoy Parker, besser bekannt unter dem Namen Butch Cassidy (Paul Newman), seine ursprüngliche Abneigung gegen Züge als Überfallobjekt beibehalten und wäre bei den insofern so viel verlässlicheren Banken geblieben. Aber dann nimmt er sich zusammen mit seinem Partner Harry Longbaugh alias Sundance Kid (Robert Redford) und dem Rest seiner Bande die Bahngesellschaft der Union-Pacific gleich zweimal vor, unter der nicht ganz unschlüssigen Prämisse, dass die Bahngesellschaft nach dem ersten Überfall nicht sofort wieder mit einem zweiten Verbrechen rechne und insofern beim Wiederholungscoup die Beute umso größer sei. Auf welche Summe sich der Erfolg tatsächlich belaufen hätte, können die beiden Ganoven jedoch nicht mehr erfahren, da beim Versuch den neuen, verstärkten Safe zu sprengen gleich der ganze Waggon, nebst den enthaltenen Wertpapieren pulverisiert wurde. Doch ist das nur der Beginn einer langen Pechsträhne, ist nur wenige Momente später nämlich schon eine ganze Truppe von Gesetzeshütern und Kopfgeldjägern zur Stelle und bläst zur großen Jagd. Butch und Sundance können mit allergrößter Mühe und Not im letzten Augenblick entkommen und zu Sundances Freundin Etta (Katharine Ross) flüchten. Aber bald wird ihnen auch dort der Boden zu heiß unter den Füßen. Über die Zwischenstation New York erreicht das Trio schließlich Bolivien. Aber auch da können die beiden Edelgangster nicht aus ihrer Haut. Nachdem sie zunächst sogar die Seiten gewechselt hatten und als Sicherheitsleute für einen Geldtransport angeheuert hatten, sind sie bald zurück in ihrem angestammten Metier. Womit sie nach und nach den Unwillen sämtlicher staatlicher Sicherheitsorgane auf sich lenken.

Eine derart überzeugende Synthese aus schonungslosem Gangsterdrama und lakonischem Lustspiel ist selten. Insofern dürfen die zwei wohl bekanntesten Szenen aus "Butch Cassidy And The Sundance Kid" als beispielhaft gelten.
Hier die verspielte Fahrradfahrt von Paul Newman und Katharine Ross, deren schwebende Leichtigkeit jede verkrampft auf romantisch getrimmte Komödie vor Neid erblassen lässt; und dort die Schlusssequenz, als die beiden Titelhelden ins letzte Gefecht gegen die bolivianische Armee ziehen, inzwischen das allgemein anerkannte Sinnbild für eine an Hoffnungslosigkeit nicht mehr zu überbietende Situation.
Dazwischen liegen viele sorgsam auf ihre maximale Wirkung ausgearbeitete Einzelszenen, bei denen keine Pointe ungenutzt bleibt und die Actionelemente so gleichmäßig verteilt sind, dass sie trotz ihrer Wucht sich nicht gegenseitig ihrer Wirkung berauben. Wie wenig Komplex die Geschichte eines zweigeteilten Überfalls mit anschließender Fluchtroute an sich auch aufgebaut ist, fällt über der bemerkenswerten Kurzweiligkeit dann gar nicht ins Gewicht.
Das Vergnügen wird auch keinesfalls durch das Bestehen durchaus berechtigter Zweifel eingetrübt, dass die realen Vorbilder der beiden Titelhelden wohl kaum jemals mit derselben Eleganz, dem Stil und der spritzigen Wortgewandtheit ausgestattet waren, wie sie ihre meisterhaften Verkörperungen von Paul Newman und Robert Redford vorlegen. Zusammen mit Katharine Ross machen sie den ganzen Film zu einer "Two man & one woman show", bei der sie sich gegenseitig die vor Spielfreude blitzenden Bälle zuwerfen. Und da es sich bei den Dreien ausnahmslos um ebenso gestandene Charaktermimen handelt, fällt es ihnen nicht schwer, den gnadenlosen Hauch der Realität, der untrennbar in den Handlungsfaden gewirkt ist, auch noch bei den übermütigsten Husarenstücken in ihr Spiel aufzunehmen.
"Butch Cassidy And The Sundance Kid" darf sich damit zu recht rühmen, der obersten Liga des Westerngenres anzugehören.

 

Bild 

Die Bildqualität zeigt das Ergebnis eines letztendlich gelungenen Kompromisses zwischen einer Nachbearbeitung und den verfälschenden Folgen der Generalüberholung. So gibt es zwischenzeitlich Momente, in denen das Bild deutlich verrauscht bis grobkörnig erscheint, auch tauchen immer wieder einmal altersbedingte Verschmutzungen, wie senkrechte Störstriche oder ähnliches auf. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Szenen, wo die nachträgliche Filterung zu stehenden "Bildschatten" bei schnelleren Kameraschwenks führt. Doch darf nicht unerwähnt bleiben, dass die angeführten Mängel zum einen in den seltensten Fällen zu wirklich deutlichen Irritationen führen und insbesondere bei einem normalen Betrachtungsabstand und ohne spezielle Konzentration auf etwaige Makel, der Gesamteindruck durchgehend angenehm ist.

 

Ton 

Für eine Mono-Tonspur ist der Klang erstaunlich kräftig, klar und frei von Störungen. Was aber selbstverständlich immer noch als großer Nachteil bleibt, ist das vollständig fehlende Raumgefühl, dazu wäre dann doch eine wie auch immer geartete Umarbeitung notwendig gewesen.

 

Special Features 

Das 40minütige "Making Of" präsentiert sich zwar in - altersbedingt - unterdurchschnittlicher Bild- und Tonqualität, ist aber durchaus interessant. Das Gleiche lässt sich zu den Interviews mit den Darstellern, sowie dem Drehbuchautor und dem Komponisten sagen, die weit ausführlicher als die üblichen belanglosen Kurzstatements geraten sind und außerdem aus dem Jahr 1994 stammen, wodurch sie einen durch die Distanz eher geschärften Blick auf die damaligen Dreharbeiten bieten. Der Audio-Kommentar einiger Mitwirkender hinter der Kamera ist ebenfalls informativ, auch wenn einige Passagen etwas gedehnt werden. Bei den Produktionsnotizen ist die Bezeichnung diesmal wörtlich zu nehmen, handelt es sich doch um Wiedergaben von Schreibmaschinenseiten, die durchaus tiefgehende Einblicke gestatten, auch wenn die Lesbarkeit manchmal etwas eingeschränkt ist. Im übrigen gibt es auch noch einen alternativen Abspann, sowie drei Trailer zum Film.

24.08.2001

Review von Tobias Wrany

Test-Equipment

TV: Panasonic TX-28PK1F
DVD-Player: Pioneer DV-535
Dolby Digital / DTS Receiver: Sony STR-DA50ES
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