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Braveheart

Studio

Paramount Pictures/20th Century Fox (1995)

Verleih

20th Century Fox Home Entertainment (2001)

Laufzeit

170:23 min. (FSK16)

Regie

Mel Gibson

Darsteller

Mel Gibson, Sophie Marceau, Patrick McGoohan, Catherine McCormack u.a.

DVD-Typ

DVD-9

Fernsehnorm

PAL

Bildformat

2,35:1 (anamorph)

Audiokanäle

1. Englisch, Dolby Digital 5.1
2. Deutsch, Dolby Digital 5.1
3. Audio-Kommentar Mel Gibson

Untertitel

Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte

Regionalcode

2

Verpackung

Amaray-Case

Preis

ca. 25-30 EURO
Film   

Braveheart erzählt die Geschichte des schottischen Nationalhelden William Wallace, der gegen Ende des 13. Jahrhunderts nach langem Aufenthalt im Ausland in seine schottische Heimat zurückkehrt. Der schottische König ist gestorben, ohne einen Nachfolger zu hinterlassen und der englische König "Edward the Longshanks" hat für sich diesen Titel in Anspruch genommen. Mit brutalen Methoden terrorisiert er die schottische Bevölkerung, um dieser seinen Willen aufzuzwingen. William Wallace wird, nachdem seine große Liebe im Wege der britischen Tyrannei zu Tode kommt, zum mutigen Anführer einer Freiheitsbewegung, die trotz Übermacht der englischen Armee mit viel Taktik und Kalkül einige Schlachten gegen die Engländer gewinnt....

"Braveheart" hat alle Elemente, die man sich von einem Heldenfilm verspricht: Es geht um Ruhm und in erster Linie um Freiheit und Ehre, aber auch Intrigen und Liebe finden in den insgesamt knapp drei Stunden langen Film ihren Platz. Wer auf Filme mit großen Schlachten steht, die in altertümlicher Zeit spielen, dem wird mit Braveheart ein aufwendiges Heldenepos serviert, welches von monumentalen Bildern im Überfluss durchtränkt ist. Trotz einiger Längen ist Braveheart ein überzeugendes Historiendrama im Großformat, dass im Aufwand Filmlegenden wie "Lawrence von Arabien" in nichts nachsteht. Die Ähnlichkeiten zu "The Patriot" aus dem letzten Jahr sind verblüffend: Denn auch wenn die Handlung an einem vollkommen anderen Ort und einer anderen Zeit spielt, so spielt Mel Gibson, der bei "Braveheart" auch Regie führte, im Grunde genommen einen nahezu identischen Charakter, der ein friedliebender und gewaltloser Mensch ist, und in dem Moment, wo seine eigene Freiheit gefährdet wird, zur Waffe greift, um diese zu verteidigen - tugendhafter kann ein Held schon fast nicht mehr sein.

 

Bild  

Sobald ein Film sich der Laufzeit von 3 Stunden nähert, wird es kritisch. Gerade PAL-DVDs mit der gegenüber dem amerikanischen NTSC höheren Zeilenauflösung und damit größeren Speicherhunger kommen dann in einen Bereich, wo es schwierig wird, den Film in guter Qualität auf der DVD unterbringen zu können. Dieses Problem wird auch bei "Braveheart" sichtbar: Obwohl nur wenige Extras vorhanden sind, mussten diese auf eine zweite DVD ausgelagert werden, damit der Hauptfilm auf der ersten DVD Platz finden kann. Und auch die Videobitrate wurde auf ein Level reduziert, welches sich meistens um die 5 Mbps bewegt und damit schon am Minimum liegt, welches für eine vernünftige DVD-Bildqualität üblicherweise erforderlich ist. Die verwendete Bildvorlage ist dem Anschein nach identisch mit der, die Paramount im letzten Herbst für die US-DVD verwendet hat, sogar die DVD-Menüs sind vom Design her identisch. Die verwendete Filmvorlage ist nicht ganz frei von Kratzern, die an einigen Stellen auch recht deutlich zu sehen sind. Die niedrige Videobitrate hat zur Folge, dass dem Bild einiges an Detailschärfe genommen wird, was um so mehr auffällt, je näher die Distanz ist, aus der man das Bild betrachtet. Die Übergänge zwischen den Konturen sind etwas weichgezeichnet und bei schnellen Bewegungen zieht das Bild auch ab und zu schwach nach. Zum Glück wurde dieses Manko aber nicht noch zusätzlich durch den sichtbaren Einsatz von Rauschfiltern verstärkt. Störeffekte oder Artefakte sind nicht zu sehen. Die Farben sind etwas blass, was aber in erster Linie auf die von viel Regen geprägten Drehbedingungen zurückzuführen ist, die durch den ganzen Film hinweg auch den authentischen Eindruck vermitteln, dass Regen ein ständiger Begleiter in den schottischen Highlands ist.

Die Bildqualität ist etwas schlechter als bei den Fox-DVDs der letzten Zeit, was in erster Linie auf die geringere Detailschärfe zurückzuführen ist. Auf kleineren Bilddiagonalen unter 72cm fällt dies allerdings kaum deutlich auf, zumal das Bild nicht durch Unregelmäßigkeiten und Artefakte in der Kompression gestört wird. Unverständlich erscheint allerdings, weswegen man nicht ebenso wie Paramount bei der US-DVD, die mit 8.5 Gigabyte (inkl. Extras auf einer Disc) wirklich randvoll war, auch hier die letzten Reserven ausgenutzt hat, denn auf der Code 2-DVD nimmt der Film lediglich 7.6 Gigabyte in Anspruch, was für eine minimale Erhöhung der Bitrate sicherlich gereicht hätte.

 

 

Ton  

Im Tonbereich wurde recht wenig dafür getan, den monumentalen Bildern auch noch durch einen weiträumigen Sound Unterstützung zu geben, obwohl der Music Score von James Horner dazu sicherlich viel Potential gegeben hätte. Hier klingt die Code 2-DVD genauso schwach wie die US-DVD. Die Musikabmischung ist eindeutig zu stark auf die Frontkanäle konzentriert, so dass sich zwar ein gutes Stereopanorama mit viel Dynamik ergibt, die hinteren Kanäle aber nur dezent herauszuhören sind und auch kaum Effekte bieten.

Bei der Sprachwahl ist eindeutig der Originalfassung der Vorzug zu geben, denn während in der englischen Fassung Mel Gibson und seine Gesellen mit schönstem schottischen Akzent erklingen und der hinterhältige "Edward the Longshanks" finster vor sich hinsäuselt, klingen die deutschen Stimmen zu aufgesetzt und teilweise auch fehlplatziert.

Leider sind aus unersichtlichen Gründen bei dieser DVD wieder die unbeliebten User Prohibitions am Werk: Weder Sprache noch Untertitel lassen sich direkt im Film, sondern nur im Menü ändern.

 

Special Features  

Dafür, dass Braveheart immerhin fünf Oscars bekommen hat, unter anderem als bester Film und für die beste Regie, hat man sich bei den Extras deutlich zurückgehalten. Die Ausstattung ist identisch mit der Code 1-DVD, mit dem Unterschied, dass die Extras aus Platzgründen bei der Code 2-DVD auf eine zweite Disc ausgelagert wurden. Ein rund halbstündiges Making of (mit deutschen Untertiteln), ein Audiokommentar und der Film-Trailer sind da schon alles. Mel Gibson zeigt sich in dem Audiokommentar recht gelangweilt und stellenweise auch wortkarg, so dass es sich eigentlich kaum lohnt, die ganzen drei Stunden noch einmal mit dem Audio-Kommentar zu verbringen. Positiv fällt allerdings auf, das erstmals bei Fox der Audio-Kommentar auch mit deutschen Untertiteln versehen wurde - allerdings kommt man an diesen selbst dann nicht vorbei, wenn man sie nicht sehen will, da es keine Möglichkeit gibt, diese auch auszuschalten.

Enttäuschend ist auch das von Paramount produzierte Making of: Während Paramount in diesem Bereich schon oft wirklich interessante Dokumentationen in wenigen Minuten zusammenfasste, wird hier in erster Linie Starkult um den in Personalunion als Hauptdarsteller, Regisseur und Produzenten agierenden Mel Gibson betrieben.

Review von Karsten Serck

Test - Equipment:
TV Panasonic TX - W32D3F
DVD - Player Pioneer DV-737
Dolby Digital / DTS - Receiver Yamaha RX-V3000 RDS

05.01.2001
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