Alien

Studio

20th Century Fox (1979)

Verleih

20th Century Fox Home Entertainment (2000)

Laufzeit

ca. 112 min. (FSK 16)

Regie

Ridley Scott

Darsteller

Sigourney Weaver, Tom Skerrit, Veronica Cartwright, Harry Dean Stanton, John Hurt, Ian Holm, Yaphet Kotto

DVD-Typ

DVD-9

Fernsehnorm

PAL

Bildformat

2,35:1 (anamorph)

Audiokanäle

1. Englisch, Dolby Digital 5.1
2. Deutsch, Dolby Digital 5.1
3. Audio-Kommentar Ridley Scott
4. Isolated Music Score, Dolby Digital 2.0
5. Alternativer Musik-Track, Dolby Digital 2.0

Untertitel

Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte

Regionalcode

2

Verpackung

Amaray-Case

Preis

ca. 25 EURO
Film  

Ridley Scott's Alien ist 20 Jahre nach seiner Uraufführung bereits ein Stück Filmgeschichte geworden. Die sieben Hauptpersonen in diesem düsteren Science Fiction-Horrorthriller sind keine Wissenschaftler wie in Stanley Kubrick's "2001", die vom Forschungsgeist beseelt sind, sondern ganz einfache Arbeiter, deren Routinejob es ist, als interstellare Kraftfahrer des 21. Jahrhunderts Waren von Planet A nach Planet B zu bringen. Ihr Frachttransporter Nostromo ist gerade auf dem Weg zurück zur Erde mit 20 Millionen Tonnen Erz an Bord, als die sich im Tiefschlaf befindliche Crew geweckt wird, weil von einem Planeten aus unmittelbarer Nähe ein Funksignal aufgefangen wurde, das außerirdischen Ursprungs zu sein scheint. Mit einer kleinen Landefähre begibt sich die Crew der Nostromo auf die Oberfläche des Planeten. Dort findet sie ein rätselhaftes hufeisenförmiges Raumschiff, dessen außerirdische Besatzung bereits seit Jahrhunderten tot zu sein scheint. Sie finden im Inneren eine versteinerte Leiche, die durch eine Explosion im Inneren ihres Körpers ums Leben gekommen ist.
Kane, ein Mitglied der Crew, findet einen großen Raum, auf dessen Boden Dutzende von Eiern verteilt sind. Als er sich eines dieser Objekte näher betrachtet, springt ein eigenartig glibberiges Wesen heraus und setzt sich bei Kane am Kopf fest.
Zurück an Bord scheitert der Versuch, das "Alien" wieder von Kane's Kopf zu entfernen. Nachdem Kane in der Krankenstation alleine liegen gelassen wird, ist das Geschöpf plötzlich verschwunden. Es wird nach kurzer Suche in einer Ecke der Krankenstation leblos aufgefunden. Alles scheint wieder in Ordnung zu sein, bis die Crew vor der Rückkehr in den Tiefschlaf noch eine letzte Mahlzeit einnehmen will. Nach den ersten Bissen fängt Kane fürchterlich zu Husten an. Plötzlich explodiert sein Brustkorb, aus dem das "Alien" herausspringt und sich im Inneren des Schiffs verdrückt. Nachdem Kane bestattet worden ist, macht sich die Crew auf die Suche nach dem Alien. Doch dieses hat sich bereits innerhalb von kürzester Zeit zu einem mannshohen Ungeheuer entwickelt, das in den dunklen Gängen des riesigen Raumschiffs seinerseits auf der Suche nach menschlicher Beute ist...

Während bei vielen, auch richtig guten Filmen, die Spannung raus ist, wenn man sie einmal gesehen hat, ist Alien auch nach dem x-ten Male immer noch sehenswert. Und obwohl man die Szenen, in denen das Alien zuschlägt, vielleicht bereits viele Male gesehen hat, ist der Schauder, den es mit seinem metallischen Doppelgebiss einjagt, immer noch der Gleiche. Ridley Scott verhindert die Gewöhnung an den Blick des vom schweizer Künstler H.R. Giger entworfenen Aliens, indem er es niemals in ganzer Form, sondern nur kurzzeitig und schemenhaft aus dem Dunkel herausholt. Genauso wie in Blade Runner versteht er es zudem, ein grandioses Lichtspiel mit grellen Farbtönen zu veranstalten, die dem Film sein unverwechselbares Charisma verleihen. Obwohl eigentlich nur wenig "Action" passiert, ist Alien einer der spannendsten und unheimlichsten Filme des 20. Jahrhunderts.

 

Bild 

Dank eines hervorragenden Transfers, der obendrein auch noch anamorph ist, sieht man Alien die 20 Jahre, die der Film auf dem Buckel hat, gar nicht an. Das Bild sieht sogar besser aus also so manche DVD neueren Datums. Die Befürchtung, das alte Filme nur so voller Dropouts und Kratzer prasseln müssen, erweist sich zum Glück als unbegründet: Bis auf ganz leichte Dropouts, die nur sehr selten und auch nur beim genauen Hinsehen auffallen, ist der Film frei von Störungen; fast so, als ob die für die Abtastung herangezogene Filmvorlage direkt nach der Herstellung in die Konservierungskammer gewandert wäre, um erst 20 Jahre später wieder ans Tageslicht zu kommen.
Die Detailauflösung ist gut und die Bilder derart gestochen scharf, das man selbst feinste Details erkennen kann, wie z.B. die kleine Schrift der Anleitung des Selbstzerstörungsmechanismus, mit der Ripley am Ende des Films die Nostromo in die Luft jagt. Lediglich in wenigen Szenen ist die Detailschärfe nicht ganz optimal. Rauschen, sowohl analogen als auch digitalen Ursprungs, ist nur höchst selten zu sehen. Dies ist vor allem sehr wichtig in den vielen Szenen, die in nahezu vollkommener Dunkelheit spielen und nur die wichtigen Elemente gerade so hell ausgeleuchtet sind, dass die Handlung nachvollziehbar ist. Die dunklen Gänge der Nostromo werden auch wirklich schwarz dargestellt, ohne das sich ein Grieseln bemerkbar macht. Die einzigen Schwächen zeigen sich in dem mattblauen, nebligen Licht, ein von Ridley Scott oft verwendetes Stilmittel, das ein leichtes Farbrauschen aufweist.

 

Ton  

Wenn der DVD eine Schwäche anzulasten ist, dann trifft dies auf den Ton zu. Hier merkt man am ehesten, das sich die Technik in 20 Jahren weiterentwickelt hat. Der Dolby Digital 5.1-Mix ist nicht schlecht, hält jedoch nicht unbedingt den Erwartungen stand, die man mit einem explizit als THX-Remaster bezeichneten Film verbindet. Trotz einiger kräftiger Subwoofer-Einsätze während der Landung auf dem Alien-Planeten ist die Dynamik des Films nur durchschnittlich. An einigen Stellen, wie z.B. der Explosion der Nostromo, wo man beim Herabzählen des Countdowns bereits damit rechnet, das der Nachbar wegen des Lärms gleich vor der Tür steht, entweicht dem Subwoofer nur ein leises Lüftchen. Der Raumklang ist in Ordnung, auch wenn gerade die Surroundlautsprecher immer etwas monoton aufspielen. Während die deutsche Synchrofassung etwas weniger präzise die Surroundkanäle mit einbezieht, bietet sie dafür einen etwas besseren Klang im Tiefenbereich. All dies kann man verzeihen, denn an einen 20 Jahre alten Film kann man nicht mit den durch donnernde Blockbuster wie Godzilla und Armageddon geweckten Erwartungen herangehen.

Was leider nicht ganz so einfach zu ignorieren ist, sind die ohne eingeblendete Untertitel nur sehr schwer zu verstehenden Stimmen der englischen Originalfassung. Nicht nur, dass diese teilweise aus dem Center auf die Hauptlautsprecher wandern. Zudem nuscheln die Schauspieler teilweise derart leise aus dem Hintergrund, das man nur schwer den Dialogen folgen kann. Sowohl was die Kanaltrennung als auch die Verständlichkeit der Dialoge angeht, ist die deutsche Synchronfassung hier deutlich besser.

 

Special Features  

Die Ausstattung dieser DVD ist hervorragend. Für die Statistik: "Alien" ist die bisher am umfassendsten ausgestattete DVD, die von Fox in Deutschland veröffentlicht wurde. Angesichts der Masse an Extras ist es schon schwer, die Highlights auf einen Punkt zu bringen. Soviel sei bereits gesagt: Wer Alien schon vorher "mochte", der wird den Film garantiert lieben, nachdem er diese DVD gesehen hat. Befürchtungen, dass gegenüber der US-DVD essentielle Einsparungen gemacht wurden, braucht man nicht haben: Nach Sichtung der DVD haben wir keine wesentlichen Unterschiede entdecken können, wenn man davon absieht, dass es auf der US-DVD einen Bildschirmschoner gibt.

Bereits nach dem Einlegen der DVD wird eine Show präsentiert, die alle Register modernen Screendesigns zieht: Das Fox - Logo löst sich auf und der Startscreen von "Mother", dem Bordcomputer der Nostromo erscheint auf dem Bildschirm mit einem "Bootvorgang". Nach einer virtuellen Kamerafahrt landet man im Hauptmenü, welches einen Kontrollraum der Nostromo darstellt und Animationen im Hintergrund zeigt. Das Ganze wird von düsteren Hintergrundgeräuschen untermalt, die trotz einfachem Dolby Surround - Ton sehr räumlich klingen. Die Übergänge zu den Untermenüs verlaufen fließend mit einer ebenso überzeugenden virtuellen Kamerafahrt.
Das Bonusmaterial ist über mehrere Untermenüs verteilt. Insgesamt zehn, durchschnittlich mehr als eine Minute lange Szenen befinden sich auf der DVD, die nicht in die Endfassung übernommen wurden. In der Auswahl sind neben einem Screenshot auch kurze Anmerkungen zu lesen, die den genauen Hintergrund dieser Szenen erklären. Weitere zwei kurze Szenen befinden sich unter dem Punkt "Nicht benutzte Szenen", der im zweiten Untermenü zu finden ist. Die kurzen Filmsequenzen geben einen tieferen Einblick in den Hintergrund der Geschichte, die man ansonsten nur nach dem Lesen des Alien-Buchs von Alan Dean Foster kennt.
In der "Kunst und Foto Galerie" sind insgesamt mehre hundert Bilder, Skizzen und Produktionsentwürfe zu sehen, die den Produktionsverlauf des Films wohl weitgehend komplett zusammenfassen. Natürlich fehlen dabei nicht die surrealen Skizzen von H.R. Giger, der für die Gestaltung des "Aliens" und des außerirdischen Raumschiffes verantwortlich war. Bis man die ganzen Bilder durchgesehen hat, vergeht schon einige Zeit - die aber auf jeden Fall gut investiert ist.
Nicht fehlen darf natürlich ein Audio-Kommentar von Regisseur Ridley Scott, der ausführliche Hintergrundinfos vermittelt, auch wenn er sich mitunter sehr stark in Details festnagelt. Neben dem Audio-Kommentar sind noch zweite weitere zusätzliche Audio - Tracks auf der DVD. Der eine enthält den kompletten Soundtrack zum Film, der von der Sprache und den Effekten des Films isoliert ist. Der zweite Track präsentiert einen alternativen Musik- und Effekte-Entwurf, der sich von der Filmfassung unterscheidet.
Selbstverständlich sind auch Trailer auf der DVD. Und zwar nicht nur zwei Kinotrailer, sondern auch mehrere TV-Spots.

Der Aufwand, der für diese DVD betrieben wurde, lässt bereits erahnen, dass es auch zusätzlich noch einige versteckte Infos auf der DVD gibt. Das erste "Easter Egg" findet man, indem im ersten "Extra Features" - Menü der Zeiger auf das Loch unterhalb des Schriftzuges "Main Menu" bewegt wird. Wenn sich das Loch am Boden rot verfärbt, kommt man durch Druck auf "Enter" oder "Select" auf der Fernbedienung in ein Menü, dass mit den Worten des Wissenschaftsoffiziers Ash die verschiedenen Entwicklungsphasen des Aliens beschreibt.
Den Zugriff auf die weiteren Easter Eggs erhält man über das Hauptmenü. Wenn der Cursor auf "Sonderausstattung" steht, kurz nach links gehen und das jetzt markierte Fenster anklicken. Das sich dann öffnende Menü zeigt Infos über die sieben Crew - Mitglieder, aber nicht die Schauspieler, sondern die von ihnen gespielten Charaktere.

Alles in allem ist die Alien eine der interessantesten DVDs der letzten Zeit, die für Science Fiction - Fans sicherlich zum Pflichtprogramm gehören dürfte.

Review von Karsten Serck

Test - Equipment:
TV Panasonic TX - W32D3F
DVD - Player Panasonic DVD RV-60
Dolby Digital / DTS - Receiver Sony STR-DA 50 ES

25.05.2000

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