Absolute Giganten

Studio

Senator Film (2000)

DVD-Anbieter

BMG Video (2001)

Laufzeit

76:31 min.

Regie

Sebastian Schipper

Darsteller

Frank Giering, Florian Lukas, Antoine Monot jr. u.a.

DVD-Typ

DVD-9

Fernsehnorm

PAL

Bildformat

1,85:1 (anamorph)

Audiokanäle

1. Deutsch (Dolby Digital 5.1)
2. Audio-Kommentar

Untertitel

Deutsch für Hörgeschädigte

Regionalcode

2

Verpackung

Super Jewel Box

Preis

ca. 25-30 EURO
Film 

Seit Jahren sind sie unzertrennlich, der nachdenkliche Floyd, der großmäulige und doch so verletzliche Ricco und der gutmütige, ehrliche Walter. Floyd will die Stadt am nächsten Tag verlassen. Nur eine Nacht trennt die Drei vom unwiderruflichen Abschied. Eine letzte Nacht, die es in sich haben soll - groß und unvergesslich: Floyd, Ricco und Walter ziehen mit einem uralten Ford Granada durch Straßen und Clubs, träumen, streiten, lachen. Hin- und hergerissen zwischen der Melancholie des Abschieds und der Euphorie für die letzten gemeinsamen Stunden erleben sie nochmals sämtliche Höhen und Tiefen ihrer Freundschaft. Sie landen bei einem Kickerspiel, bei dem es auf einmal um Alles oder Nichts geht und eigentlich um noch viel mehr...

"Absolute Giganten" ist weniger eine Komödie, wie man vielleicht zuerst denken könnte, sondern eher ein Drama über die Freundschaft dreier Jungs, die alle bislang noch nicht auf der Sonnenseite des Lebens gestanden haben und jetzt ihren letzten gemeinsamen Tag erleben, weil Floyd hofft, in der großen weiten Welt jenseits des Elbtunnels sein Glück zu finden. Dabei überträgt sich auch ein wenig die Trostlosigkeit und die Melancholie des Alltags von Ricco, Walter und Floyd auf den Zuschauer, denn nicht alles, was die drei erleben, ist wirklich immer amüsant. "Absolute Giganten" ist ein recht nachdenklicher Film, dessen Schwermut durch die Musik teilweise noch verstärkt wird, aber wenigstens zeigt, dass in der deutschen Kinolandschaft neben albernen Komödien und todlangweiligen Intellektuellen-Filmen ab und zu auch noch Platz für andere Ideen vorhanden ist.

 

Bild  

Ob's bereits am Filmmaterial oder erst an der Abtastung liegt, lässt sich zwar nicht erkennen, absolut gigantisch ist die Bildqualität aber keinesfalls. Der Transfer bleibt deutlich hinter der Qualität zurück, die man selbst von einfachen US-Produktionen gewohnt ist. Kanten- und Detailschärfe ist kaum vorhanden, alles wirkt stark verschwommen, so dass man es vermutlich nicht einmal bemerkt hätte, wenn diese DVD nicht anamorph wäre. Der TV-untypische Kontrastumfang mit sehr starken aber unnatürlichen Farben lässt auf eine Kinokopie als Vorlage schließen. Die Kompression ist eher durchschnittlich und wird durch ein leichtes Blockrauschen und stellenweise leicht zitternde Konturen auffällig. Wie leider viel zu oft bei deutschen Produktionen, bietet auch diese DVD ein eher enttäuschendes Bild, welches die Möglichkeiten der Technologie nicht einmal halbwegs ausreizt.

 

Ton 

Die "Absoluten Giganten" fahren auch tontechnisch trotz Granada mit V8-Motor in eher stillen Gewässern. Der Großteil der Akustik konzentriert sich auf den Frontbereich. Zwar ist ab und an, vor allem dann, wenn wieder dezent Musik im Hintergrund läuft, auch aus den hinteren Kanälen etwas zu hören. Die Dynamik ist allerdings etwas blechern, so dass hier insgesamt kaum richtiger Raumklang erzeugt wird.

 

Special Features 

Normalerweise sind DVD-Menüs eher Mittel zum Zweck. Doch dieses hier fällt recht positiv auf, denn anstelle der üblichen Gliederung in Sprache, Kapitel, Extras etc. wurde dieses Menü so aufgebaut, dass man anhand einer Zeitlinie im Hauptmenü direkt auf die in verschiedenen Kategorien eingeordneten Extras zugreifen kann. Durch die schlichte aber aufgeräumte Menügestaltung, in der vor einem hellen, dezent animierten Hintergrund die drei Farben Rot, Blau und Gelb dominieren, lässt sich trotz eines etwas extravaganten Aufbaus sehr einfach und schnell durchnavigieren. An einigen Stellen wurde bei den Extras allerdings vergessen, dem User Grenzen zu ziehen, denn wer mit der Skip-Taste ein wenig herumspielt, der landet schnell in Bereichen fernab der durch das Menü vorgegebenen Ordnung.

Wer dem Zeitverlauf von 1998 bis 2001 folgt, der findet zunächst Story-Board-Vergleiche mit fertigen Filmszenen, Aufnahmen von den Castings und Biographien der Darsteller und Filmemacher, in denen auch einige Trailer via Hyperlink versteckt wurden. Bei den gleich drei Bildergalerien sowie einem Teamfilm für den Regisseur Sebastian Schipper bekommt man allerdings den Eindruck, dass diese in erster Linie für die an den Dreharbeiten beteiligten Personen als Erinnerung gedacht sind.

Weiter geht es im Jahre 1999 mit den Hofer Filmtagen, für die ein Trailer produziert wurde, der hier zu sehen ist und im Jahre 2000 mit mehreren Interviews mit dem Regisseur und den Hauptdarstellern. Obwohl die Interviews dem Press Kit-Schema entsprechen, also nicht die eigentlichen Fragen enthalten, sind die Statements gut gemacht und der Zuschauer wird auch von überflüssigem PR-Gequassel verschont. Dabei kann man auch gut das Talent der Darsteller entdecken, denn diese haben eigentlich einen ganz anderen Charakter, als den, den sie im Film darstellen.

Ohne Audio-Kommentar geht nix. Was inzwischen nur noch wenige Regisseure wie Steven Spielberg nicht erkannt haben, gehört inzwischen auch bei deutschen Filmen schon zum Standard. Der Audio-Kommentar von "Absolute Giganten" ist zwar locker und unterhaltsam gesprochen, klebt allerdings zu häufig an den Bildern fest und beschränkt sich auf die Kommentierung einzelner Szenen, und lässt dabei die Ideen, die hinter dem Film stehen, ein wenig in den Hintergrund fallen.

Review von Karsten Serck

Test - Equipment:
TV Panasonic TX - W32D3F
DVD - Player Pioneer DV-737
Dolby Digital / DTS - Receiver Yamaha RX-V3000 RDS

06.06.2001

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