Departed - Unter Feinden

Kauf-VÖ: 13.04.2007

Original

The Departed

Anbieter

Warner Home Video (2007)

Laufzeit

145:00 min.

TV-Norm

PAL

Bitrate

6.50 Mbps (Video: ca. 5.6 Mbps)

Bildformat

2,40:1 (anamorph)

Audiokanäle

1. Englisch, Dolby Digital 5.1 (384 kbps)
2. Deutsch, Dolby Digital 5.1 (384 kbps)

Untertitel

Englisch, Deutsch u.a.

Regionalcode

2, 5
Film  5/6

Der junge Undercover-Cop Billy Costigan (DiCaprio) bekommt den Auftrag, sich in das Syndikat des Unterweltbosses Costello (Nicholson) einzuschleusen. Während Billy schnell Costellos Vertrauen gewinnt, hat sich der hartgesottene junge Kriminelle Colin Sullivan (Damon), der ebenfalls aus South Boston stammt, seinerseits bei der Polizei eingeschleust, um für Costello zu spionieren. Er erarbeitet sich in der Ermittlungsspezialeinheit eine Machtposition und gehört zu der Hand voll Elite-Cops, die Costello dingfest machen sollen. Natürlich wissen Colins Vorgesetzte nicht, dass er für Costello arbeitet – der Unterweltboss ist der Polizei immer einen Schritt voraus. Beiden Männern steigt dieses Doppelleben zu Kopf: Sie sammeln Informationen über die Pläne und strategischen Reaktionen der Systeme, in die sie eingedrungen sind. Doch sowohl die Gangster als auch die Cops merken, dass in ihren Reihen ein Maulwurf tätig ist, und plötzlich laufen Billy und Colin Gefahr, entdeckt und gefasst zu werden – hektisch versuchen beide, den anderen zu enttarnen, um selbst unerkannt zu bleiben...

Mit "Departed" kehrt Martin Scorsese nur zum Teil zu einem seiner Lieblingssujets, dem großen Gangsterepos, zurück. Tummelte sich der Meisterregisseur in seinem Gesamtwerk von den "Mean Streets" bis zu den "Gangs Of New York" doch bislang überwiegend in den Reihen derjenigen, welche Recht und Ordnung lediglich als Spielbälle bei der Durchsetzung der eigenen Interessen ansehen. Der doppelte Blickwinkel seines letzten Werkes führt ihn diesmal auch zu einer intensiveren Beschäftigung mit der Seite der Ordnungshüter. Doch auch wenn das kriminelle Themenfeld von Scorsese nicht das erste Mal beackert wird, zeigt "Departed" in keinem Moment Anflüge erstarrter Routine. Im Gegenteil erweist sich der Film nach seinen letzten, eher schwächeren Arbeiten wieder in ungemein inspirierter und mit dichter Atmosphäre versehener Form. Schon traditionell sind aber nicht nur stimmige Bilder und packende Inszenierungskunst Garant für das Gelingen des Projekts, sondern auch die ebenso passgenaue, wie prominente Besetzung, die durchweg darauf verzichtet, sich lediglich auf ihren bekannten Namen auszuruhen und schauspielerisch alle Charaktertiefen voll auslotet (wobei allerdings wieder einmal auffällt, dass Herr Scorsese ein ausgesprochener "Männerregisseur" ist, bleiben seinen Darstellerinnen doch erneut lediglich schmale Rollen am Rande des Geschehens).
Jedoch wäre das Ganze nichts ohne seine fesselnde Grundgeschichte der doppelten Identitäten und Loyalitäten auf beiden Seiten des Gesetzes. Leider fast schon bezeichnend für den Stand der Kreativität und Originalität in Hollywood ist allerdings, dass es sich bei diesem Grundstein lediglich um eine bloße Kopie handelt, konnte man die Geschichte als solche doch schon bei den "Infernal Affairs" aus den Hong Konger Filmschmieden bewundern. Trotzdem sollten sich auch Anhänger der Vorlage nicht vom Betrachten von "Departed" ausgeschlossen fühlen. Die Höchstleistungen in Inszenierung und vor allem Darstellung lassen trotz hoher Übereinstimmung beim Drehbuch genügend Sehenswertes zur Entdeckung übrig.

 

Bild  3.5/6

Im Vergleich zur kühlen Farbgebung des Originals "Infernal Affairs" zeigt sich "Departed" wesentlich farbenfroher. Der Film bietet einen sehr hohen Kontrast und kräftige Farben. Der Kontrast wurde zwar ein wenig überdreht, insgesamt wirkt das Bild dennoch sehr plastisch und kaum künstlich verfremdet. Im Master sind stellenweise kleinere Kratzer zu erkennen. Die Bildschärfe ist überwiegend gut und auch feine Details lassen sich meist deutlich genug erkennen. Der insgesamt sehr positive Bildeindruck wird allerdings durch die schlechte Kompression leider wieder reduziert. Denn in vielen Szenen lassen sich sehr deutliche Artefakte erkennen, was angesichts einer Videobitrate von im Schnitt immerhin mehr als fünf Mbps doch recht erstaunlich ist und darauf hindeutet, dass der MPEG-Encoder selbst das Problem ist. Selbst in Szenen ohne viel Bewegung tanzen häufig viele kleine Artefakte im Bild herum, was z.B. besonders deutlich in Kapitel 3 auffällt. Solch deutliche Artefakte sieht man eigentlich bei DVDs heutzutage nur sehr selten.

 

Ton  3/6

Soundtechnisch erfüllt "Departed" gerade einmal das Pflichtprogramm. Nur ganz selten bietet der Film eine dezente räumliche Wiedergabe und auch die Effekte kann man an der Hand abzählen. Der Minimalismus erinnert ein wenig an Woody Allen-Filme, denn die Abmischung ist nicht nur extrem frontlastig, sondern obendrein auf den Center konzentriert, was nicht nur für die Dialoge sondern auch vielfach die Abmischung der Musik gilt. Rein klanglich ist "Departed" durchaus in Ordnung, aber leider bietet dieser Film praktisch keine räumliche Atmosphäre, was für einen so hochkarätigen Film schon etwas ärmlich erscheint.

 

Special Features
  • Stranger Than Fiction: Die Geschichte von Whitey Bulger, der als Inspiration für Jack Nicholsons Rolle diente
  • Crossing Criminal Cultures: Wie Gewalt und Verbrechen in Little Italy Scorseses Filme beeinflussen
  • Nicht verwendete Szenen: 9 zusätzliche Szenen mit Einführungen von Regisseur Martin Scorsese
  • US-Kinotrailer

Review von Karsten Serck und Tobias Wrany (Film) 09.04.2007

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