Twin Peaks - The Second Season - Teil 1

VÖ: 04.01.2007

Anbieter

Paramount Home Entertainment (2007)

TV-Norm

PAL

Bitrate

ca. 5.6 Mbps (Video: ca. 4.5 Mbps)

Bildformat

4:3

Audiokanäle

1. Englisch, Dolby Digital 5.1 (384 kbps)
2. Deutsch, Dolby Digital 2.0 - Mono (192 kbps)
3. Italienisch, Dolby Digital 2.0 - Mono (192 kbps)
4. Spanisch, Dolby Digital 2.0 - Mono (192 kbps)

Untertitel

Englisch, Deutsch u.a.

Regionalcode

2,4
Inhalt  5/6

Wer tötete Laura Palmer? Das fragten sich Anfang der Neunziger Jahre viele Fernsehzuschauer, als David Lynch mit "Twin Peaks" eine TV-Serie präsentierte, die mit so einigen Regeln und Gewohnheiten der TV-Unterhaltung brach. Dabei bildet der Mordfall der jungen Schülerin aus Twin Peaks, einem kleinen, idyllischem Ort im Nordwesten der USA, nur einen Leitfaden für eine Handlung, die mit jeder Episode immer weitere neue Subplots eröffnet und vertieft. FBI Special Agent Dale Cooper (Kyle MacLachlan) wurde in der ersten Staffel nach Twin Peaks gerufen, um dem örtlichen Sheriff Harry S. Truman (Michael Ontkean) bei der Aufklärung des Mordes an Laura Palmer zu helfen. Zusammen mit ihm erlebt der Zuschauer, wie sich die idyllische Fassade von Twin Peaks immer mehr auflöst und nach und nach Intrigen und Verbrechen zum Vorschein kommen, wie man sie normalerweise den lieben Landmenschen gar nicht zutrauen würde. Dabei gehen die Produzenten Mark Frost und David Lynch sehr geschickt vor, indem sie immer nur Stück für Stück dem Zuschauer ein neues Geheimnis offenbaren und nach und nach ein Spinnengewebe aus verschiedenen Handlungssträngen entwerfen, in dem man sich schnell verheddert und die Übersicht verliert. Und David Lynch wäre nicht David Lynch, wenn er den Zuschauer nicht noch zusätzlich mit so einigen Gemeinheiten quälen würde, die überhaupt keinen Sinn zu machen scheinen und wohl teilweise auch keinen haben. 

Garniert wird das Ganze dann noch mit einem Humor, der sich in der ersten Staffel vor allem an Dale Coopers Liebe zu den kleinen Dingen des Lebens wie "verdammt gutem Kaffee" oder "Kirschkuchen" festmacht, wenn er via Diktiergerät seiner Sekretärin Diane die Erlebnisse des Tages mitteilt. Dieser Humor tritt leider in der zweiten Staffel nicht mehr ganz so deutlich zutage und auch insgesamt ist die Handlung wesentlich düsterer. Die Fassade vieler schrulliger Twin Peaks-Bewohner ist inzwischen gefallen und Dale Cooper muss sich bereits mit mehr als einem einzigen Mordfall befassen, der ihn ursprünglich nach Twin Peaks führte. Zugleich gerät er selbst immer mehr ins Visier von Intrigen, die seine eigene Karriere und Leben bedrohen. 

Während die Serie mit ihren teilweise extrem langsam in die Gänge kommenden Handlungssträngen dem Zuschauer schon einige Geduld abverlangt, erschaffen die sanften Bilder und die zwischen Träumerei und Bedrohung wechselnde Musik von Angelo Badalamenti gleichzeitig eine Atmosphäre, wie sie nur wenige TV-Serien bieten. So ist "Twin Peaks" durchaus anstrengende Kost, aber aufgrund des einzigartigen Stils und des zeitlosen Looks auch mehr als zehn Jahre später immer noch ein interessantes TV-Erlebnis.

 

Bild 5.5/6 

Ausgangsmaterial für die zweite Staffel ist eine neue Film-Abtastung unter Aufsicht von David Lynch. Dadurch hat "Twin Peaks" einen qualitativ deutlichen Vorteil gegenüber TV-Serien, für die nur noch Video-Master vorhanden sind, da an denen der Zahn der Zeit sichtbar deutlicher nagt als am Zelluloid. In einer kurzen Szene direkt auf der ersten DVD in der 63. Minute, für die nur Video-Material verwendet werden konnte, sieht man deutlich den Unterschied. 

Das Master bietet eine hervorragende Qualität auf Spielfilm-Niveau. Nur wenige Kratzer sind im Bild zu sehen und trotz der überwiegend etwas dunklen Bilder bietet die DVD einen guten Kontrast. Die Farben erscheinen überwiegend in sehr warmen und kräftigen Tönen, die trotz der deutlichen Überbetonung von Rot recht angenehm wirken. Die Bildschärfe ist sehr gut. Konturen und Details sind eigentlich immer deutlich zu erkennen. Die Körnigkeit des Filmmaterials ist durchgängig zu sehen, was so deutlich nur selten bei DVDs festzustellen ist. Trotz einer Videobitrate unter 5 Mbps ist die Kompression sehr gut und produziert keine Störungen. Selbst das Film-Korn wird absolut unverfälscht und gleichmäßig dargestellt.

 

Ton 4/6 (Englisch)
Ton 2/6 (Deutsch)

Der englische Originalton liegt in Dolby Digital 5.1 vor. Der 5.1-Mix sorgt zwar nur in erster Linie für etwas Atmosphäre, doch genau um die geht es ja, denn der während vieler Szenen im Hintergrund mitlaufende Soundtrack, der aus nur wenigen verschiedenen Stücken besteht, die sich immer wiederholen, steuert sehr viel zur Atmosphäre des Films bei. Hier passt es sehr gut, dass die Musik über die Front- und auch über die Surroundkanäle läuft und vom Center mit den Dialogen etwas isoliert wird. Dabei ist die Surroundwiedergabe der Musik teilweise außerordentlich gut. Insbesondere die Höhenwiedergabe ist sauber und präzise. Auf richtige Surroundeffekte muss man hingegen nahezu verzichten.

Der deutsche Mono-Ton musste aufwendig restauriert werden, da die Synchronbänder in einem sehr schlechten Zustand waren. Die Dialoge sind gut verständlich, werden aber auch immer von einem pumpenden Rauschen begleitet, dass an den Klang einer Schallplatte erinnert, die mit einer total verstaubten Nadel abgespielt wird, zum Ende der Staffel aber auch an Intensität abnimmt. Auch die Musik klingt weitaus weniger atmosphärisch als beim englischen 5.1-Mix. Gerade in den Szenen, in denen die Musik nur leise im Hintergrund spielt, ist sie in der deutschen Fassung kaum hörbar. Aufgrund des schlechten Ausgangsmaterials dürfte hier aber auch nicht mehr herauszuholen gewesen sein. Deswegen kann denjenigen, die sich am Ton stören, nur empfohlen werden, die Originalfassung mit deutschen Untertiteln zu betrachten. 

Special Features

Für die zweite Twin Peaks Season-Box werden zahlreiche Extras produziert. Der erste Teil dieser Staffel bietet jedoch noch gar kein Bonus-Material.

Review von Karsten Serck

06.12.2006

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