Prometheus 3D

Original

Prometheus 3D

Anbieter

20th Century Fox Home Entertainment

Laufzeit

ca. 124 min.

Bildformat

2,35:1

Audiokanäle

DTS HD Master Audio 7.1 - Englisch
DTS 5.1 - Deutsch u.a.

Untertitel

Deutsch, Englisch u.a.

Regionalcode

A,B,C

VÖ-Termin

07.12.2012
Film  80 %

In "Prometheus" geht eine Forschergruppe (u.a. Charlize Theron, Noomi Rapace, Michael Fassbender) Hinweisen auf die Ursprünge menschlichen Lebens nach, die sie auf eine Reise zu den dunkelsten Ecken des Universums führen. Dort müssen sie sich einem schrecklichen Kampf stellen, um die Zukunft der Menschheit zu retten…

Mehr als 30 Jahre nach dem Erfolg von "Alien" kehrt Ridley Scott zu den Ursprüngen der Film-Reihe zurück. Während die Fortsetzungen das ursprüngliche Action/Horror-Konzept des ersten Teils übernahmen und sich auf den Kampf zwischen Alien und Menschen konzentrierten, befasst sich "Prometheus" vor allem mit der Frage, wer die Außerirdischen waren, deren Schiff die Besatzung der Nostromo auf dem Alien-Planeten LV426 fand. "Prometheus" ist kein direktes Prequel von "Alien". Denn das Forschungsschiff landet auf einem ganz anderen Planeten LV223. Das ist aber auch nicht schlimm, denn Ridley Scott gelingt es recht clever, einerseits Bekanntes wieder aufzunehmen andererseits sich Freiheiten herauszunehmen, die bei einem echten Prequel zwangsläufig mit allem, was man aus den bisherigen Filmen kennt, in Übereinstimmung hätten gebracht werden müssen. Hin und wieder kopiert sich Ridley Scott in "Prometheus" sogar selbst indem er bereits aus "Alien" bekannte Handlungselemente recht geschickt auf ähnliche Weise in "Prometheus" einfügt und so am Ende doch einige Parallelen zwischen beiden Filmen herstellt.

Auch visuell weist "Prometheus" viele Ähnlichkeiten zu "Alien" auf. Vor allem das Innere des Raumschiffs wirklich ähnlich nüchtern wie die "Nostromo". Aber der Großteil der Handlung findet außerhalb des Schiffs statt und Ridley Scott zeigt auch einiges von der Landschaft auf der Oberfläche des Planeten. Überhaupt bietet der Film eine Menge Detail im Bild und obwohl "Prometheus" nicht übermäßig schnell geschnitten ist wünscht man sich doch häufig einfach etwas mehr Zeit um die einzelnen Szenen wirklich genau zu erfassen.

Der Film nimmt erzählerisch einen langen Anlauf und es vergeht eine ganze Zeit bis die Crew der "Prometheus" etappenweise erfährt, womit sie es auf LV426 genau zu tun hat. "Prometheus" ist weitaus weniger gruselig als sämtliche vorherigen "Alien"-Filme, in denen man in jeder Sekunde damit rechnen musste, dass plötzlich aus dem Nichts ein Alien auftaucht und selbst eine Liebesszene hat Ridley Scott in den Film eingebaut.

Im Mittelpunkt der Handlung stehen vor allem die Archäologin Elizabeth Shaw (Naomi Raplace) und der Androide David (Michael Fassbender). Ansonsten fallen nur wenige bedeutende Figuren auf. Meredith Vickers (Charlize Theron) ist als kühle Vertreterin der Weyland Corporation zwar formell die Chefin aber eigentlich ist ihre Rolle für den Film recht bedeutungslos. Zwischen den Besatzungsmitgliedern herrscht nur wenig Teamgeist und der Film nimmt sich auch nur wenig Zeit diesen zu bilden bzw. überhaupt die einzelnen Figuren richtig vorzustellen. Das geht so weit, dass einige Mitglieder der Besatzung bis zum Schluss eigentlich nur eine erweiterte Statistenrolle spielen.

Der Film befasst sich mit einer Menge verschiedener Themen und das lässt für den Zuschauer lange den eigentlichen Schwerpunkt der Handlung offen. Störend fällt ebenfalls auf, dass die Wissenschaftler sich in einer unbekannten Umgebung teilweise extrem naiv benehmen, viele Handlungselemente bei genauer Betrachtung unlogisch erscheinen und die Aktionen der Akteure recht sprunghaft ausfallen wofür auch kaum vernünftige Erklärungen gegeben werden.

Richtig gut wird "Prometheus" erst in der letzten halben Stunde durch einige Wendungen und neue Erkenntnisse, die die Geschehnisse in ein ganz anderes Licht setzen und den Weg zu einem brillanten, bis in die letzte Minute spannenden Finale ebnen welches dann auch für Action-Fans einen spektakulären Showdown bietet.

Insgesamt ist "Prometheus" ein sehr klassischer Science Fiction-Film, der mehr Ähnlichkeiten zu "2001" oder "Contact" als zu den drei "Alien"-Fortsetzungen aufweist aber trotzdem weitaus weniger kopflastig ist und gutes wenn auch nicht perfektes Unterhaltungskino bietet. Nachdem man den Eindruck hatte, dass Jean-Pierre Jeunet mit dem grausigen "Alien - Die Wiedergeburt" die Perspektiven weiterer Alien-Filme für alle Ewigkeiten erledigt hätte, ist Ridley Scott mit "Prometheus" weitaus mehr gelungen als hätte schief gehen können weswegen man sich hoffentlich schon bald auf eine weitere Fortsetzung freuen kann.

Im Frühsommer 2012 sorgte Ridley Scott mit Äußerungen in einigen Interviews über zusätzliche 20-30 Minuten Filmmaterial für Spekulationen über einen möglichen "Extended Cut". Allerdings hat sich Scott laut Medienberichten am Ende doch für die Kinofassung als "Director's Cut" und gegen eine längere Fassung auf Blu-ray Disc ausgesprochen. 

Nach Sichtung der rund 35 Minuten "Deleted Scenes" lässt sich diese Entscheidung gegen einen "Director’s Cut" durchaus nachvollziehen. Nur sehr wenige Szenen bieten wirklich erhellende neue Informationen. Es handelt sich zum Großteil um leicht veränderte oder etwas längere Versionen einzelner Film-Abschnitte, die fast keine wirklich neuen relevanten Elemente in den Film einbringen sondern das Tempo eher bremsen und vorwiegend aus diesem Grund auch entfernt wurden. Zum Teil wären diese Szenen im Handlungsablauf der Kinofassung auch etwas unlogisch gewesen. Auch wenn speziell eine längere zusätzliche Szene am Ende noch mehr die Parallelen zum Endkampf im ursprünglichen "Alien"-Film von 1979 aufweist so bietet die für die Kinofassung gekürzte Version doch einen höheren Überraschungseffekt.

 

Bild  95 % 

"Prometheus" wurde mit "Red"-Digitalkameras in 3D gedreht, die jedes feine Detail selbst unter ungünstigen Lichtverhältnissen einfangen und dabei fast kein Rauschen produzieren. Zum Glück wurden im Rahmen der Postproduktion nur sehr behutsame Kontrast- und Farbanpassungen vorgenommen. Die sehr nuancierte Darstellung auch feiner Graustufen bleibt erhalten und auch in dunklen Bildbereichen wird sehr viel Detail gezeigt. Obwohl das Bild meist etwas dunkel ist wirkt die Darstellung selbst in 2D sehr plastisch. Die kühle Farbwiedergabe ist Ridley Scotts "Alien" aus dem Jahr 1979 etwas ähnlich und wirkt nur in leichtem Maße künstlich verfremdet. Viele leuchtende Neon-Elemente bieten einen bunten Kontrast zur ansonsten überwiegend recht grau-tiefschwarzen Kulisse. Die Detaildarstellung ist exzellent. Praktisch jede Kameraeinstellung wirkt gestochen scharf und auch die digitalen Effekte fügen sich hervorragend in das Bild ein. Selbst feine Details im Bildhintergrund werden detailscharf abgebildet. Die Kompression zeigt keine Störungen.

"Prometheus" bietet eine fein nuancierte 3D-Tiefendarstellung. Die besten 3D-Szenen bietet der Film in den Szenen an Bord der "Prometheus". Dort sorgt der Neon-Kontrast für eine sehr plastische 3D-Optik. Die besten 3D-Szenen an Bord des Schiffs sieht man meist, wenn ein computeranimiertes 3D-Modell als eine Art dreidimensionale Landkarte zum Einsatz kommt. Teilweise bietet der Film sogar in ganz leichtem Maße Popout-Effekte, die auch den Bildvordergrund ausnutzen. Die überwiegende "Grau in Grau"-Kulisse sorgt bei den Außenaufnahmen allerdings oft dafür, dass die 3D-Optik in den dunkleren Szenen nur bei sehr genauem Hinsehen wahrnehmbar ist.

 

Ton  100 %

Der Mehrkanal-Mix bietet einen exzellenten Surround-Sound. Von der ersten bis zur letzten Minute präsentiert "Prometheus" einen extrem atmosphärische 360 Grad-Sound mit hoher Dynamik und transparenter Hochtonwiedergabe. Der Music Score nutzt die gesamte Tiefe des Raumes aus. Auch in Szenen ohne viel Action gibt es immer wieder eine Menge kleiner und großer Sound-Effekte zu hören, die sehr räumlich abgemischt wurden. Auch feine Umgebungsgeräusche wie niederprasselndes Wasser werden sehr authentisch wiedergegeben. Die satte Basswiedergabe sorgt für einen sehr wuchtigen Sound. Den DTS HD MA 7.1-Sound gibt es nur für die englische Originalversion die dadurch noch etwas besser als die deutsche DTS 5.1-Fassung das ganze Soundspektakel wiedergibt.

 

Special Features (Englisch)
  • Die Entstehung von Prometheus – Dunkle Zeichen:
    Dokumentation Furious Gods (220min) + Enhancement Pods (70min) mit allen Antworten zum Film
  • „Fox Second Screen“ App: Erhalte weitere Hintergrundinformationen live synchronisiert zum Film auf deinem Tablet PC oder Smartphone
  • Kommentar von Ridley Scott (Regisseur)
  • Kommentar von Jon Spaihts (Autor) und Damon Lindelof (Autor/ausführender Produzent)
  • 35 Minuten Deleted Scenes, inkl. alternativem Anfang und Ende
  • Die Peter-Weyland-Akten (20 min.)
  • Live Extras
  • Produktionsarchiv 

Review von Karsten Serck 12.12.2012

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