The Big Lebowski

Original

The Big Lebowski

Anbieter

Universal Pictures Video (2011)

Laufzeit

ca. 118 min.

Bildformat

1,85:1 

Audiokanäle

DTS HD Master Audio 5.1 Englisch
DTS 5.1 Deutsch u.a.

Untertitel

Englisch, Deutsch

Regionalcode

A, B, C

VÖ-Termin

11.08.2011
Film  90 %

Jeffrey Lebowski, so zumindest sagt es uns die felsenfeste Stimme aus dem Off von US-Western Star Sam Elliot (Tombstone), ist einer der faulsten Typen in ganz Los Angeles, wenn nicht sogar der faulste Mensch auf Erden. Bereits auf den ersten Blick möchte man dieser Meinung sofort Glauben schenken: Denn Lebowski sieht aus wie ein verwahrloster Alt-Hippie aus dem Bilderbuch: Mit versifften Haaren, billigen Boxershorts und schlabbrig-verdreckten Shirts geht der arbeitslose Lebowski durch seinen stresslos-ruhigen Tag und kifft sich so über die Runden.

Mit seinem bürgerlichen Namen wird Lebowski aber eigentlich nur selten angeredet. Für seine wenigen Freunde ist er einfach nur "The Dude". Der Dude erhält eines Tages Besuch von zwei dubiosen Gestalten, die für den Pornoproduzenten Jackie Treehorn (Ben Gazzara) arbeiten und den Dude mit einem anderen, schwerreichen Jeffrey Lebowski verwechseln. Sie wollen Geld eintreiben, das die Frau des millionenschweren Lebowski Jackie Treehorn schuldet. Nachdem sie den Dude kopfüber in die Toilette gesteckt, den Kachelboden im Klo mit seiner Bowlingkugel beschädigt und auf seinen Lieblingsteppich gepinkelt haben, sehen es die beiden Eintreiber ein, dass sie den falschen Lebowski erwischt haben und lassen den Dude wieder alleine.

Beim allabendlichen Bowlingspiel erzählt der Dude die für ihn noch unbegreifliche Geschichte seinen Freunden Walter (John Goodman) und Donny (Steve Buscemi). Im Gegensatz zu dem schweigsamen Donny schaltet Walter sofort und bringt den Dude auf die Idee, den merkwürdigen Vorfall für sich gewinnbringend zu nutzen. Doch der Besuch, den der Dude im Gammlerlook bei seinem Namensvetter macht, bringt nichts: Lebowski, der querschnittsgelähmt im Rollstuhl sitzt, gibt dem Dude nur den Tip, sich einen Job zu suchen und schmeißt ihn kurzerhand raus. Zumindest kann er sich noch einen neuen Teppich aus dem Haus des Millionärs ergaunern.

Nur wenige Tage später wird der Dude wieder in das Haus von Lebowski gerufen, dessen Frau plötzlich verschwunden ist. Lebowski hat einen Erpresserbrief erhalten und soll für die Freilassung seiner Frau 1.000.000 $ zahlen. Der Dude wird beauftragt, das Geld zu übergeben. Alles weitere wäre gut gegangen, wenn nicht Walter auf die Idee gekommen wäre, das Geld zu behalten und anstelle des Koffers mit dem Lösegeld nur einen Koffer mit alter Unterwäsche zu übergeben. Doch die Freude an dem neuen Reichtum währt nicht lange. Denn das Auto des Dude mit dem Geldkoffer wird vor dem Bowlingcenter gestohlen. Jetzt steckt der Dude in der Zwickmühle. Alle sind jetzt hinter ihm her: Die Gangster, der Millionär und eine Tochter Lebowskis, die es nicht nur auf das Geld sondern auch auf die Manneskraft des Dude abgesehen hat...


"The Big Lebowski" ist ein unverkennbarer Coen-Film. Die beiden Brüder scheinen ein Faible für Entführungsfälle entwickelt zu haben. Wie bereits in "Fargo", mit dem die Coens ihren internationalen Durchbruch schafften, wird in "The Big Lebowski" nicht einfach nur eine Geschichte erzählt, sondern vor allem die Charaktere sehr detailgenau beschrieben. Und es ist eine Wonne, Jeff Bridges alias The Dude dabei zuzusehen, wie er mal wieder in der Nase popelt oder in der Badewanne einen Joint reinzieht. Köstlich sind auch die Phantasien, die der Dude während der Bewusstlosigkeit oder im Delirium so entwickelt: Da träumt er z.B. davon, wie er durch das Loch einer Bowlingkugel rutscht und nun hilflos dem Ende der Bowlingbahn zurollt - inszeniert in einer phantastischen Kamerafahrt und von der zum Klischee passenden Seventies-Musik begleitet.

Genau in dieser Detailverliebtheit und weniger in der eher durchschnittlichen Story liegen die Stärken dieses Films. "The Big Lebowski" gehört auf jeden Fall mit zu den bedeutenden Klassikern der Neunziger Jahre, auch wenn der Film kommerziell nicht zum Riesen-Erfolg wurde (aber immerhin seine Kosten einspielte). Sämtliche Figuren in diesem Film sind wunderbare Originale wie sie typisch für einen Coen-Film sind und in der Figur des dominaten Walter wunderbar die politische Korrektheit der Neunziger verkörpert. Einen trifft es mal wieder besonders hart: Steve Buscemi, der als stiller Bowling-Kumpel Donny zwar wenig zu sagen hat, aber auch diesen Coen-Film wieder nur als Leiche verlässt.

 

Bild  69 %

Bereits die HD DVD bot ein sehr bescheidenes Bild und leider hat sich dieses auch nicht auf dieser Blu-ray Disc wirklich verbessert. "The Big Lebowski" wirkt aufgrund des hohen Kontrasts und den satten Farben sehr plastisch, bietet aber gerade einmal eine Bildqualität auf besserem DVD-Niveau. Dazu fehlt es dem Bild zu sehr an Kanten- und noch mehr an Detailschärfe. Aufgrund der vielen Nahaufnahmen mag das Bild auf kleinen Bildschirmdiagonalen vielleicht noch ganz passabel aussehen, auf größeren Bildschirmen ab 50 Zoll und erst recht auf einem Videoprojektor zeigen sich aber die Defizite des Masters sehr deutlich. Insbesondere das teilweise sehr starke Farbrauschen und auch die sehr gefiltert wirkende Körnigkeit fallen negativ auf. Diese war bei der etwas dunkler wirkenden HD DVD ebenso wie sonstige Details noch etwas deutlicher zu erkennen. Das Bild der HD DVD ist etwas schärfer zeigt dafür aber auch leichte Doppelkonturen. Auch der Bildstand ist so unruhig wie es bei modernen Abtastungen eigentlich nicht vorkommen sollte. Im Bild ist auch immer wieder eine leichte Unruhe in Flächen zu beobachten die aber ihren Ursprung nicht in der Kompression haben dürfte.

 

Ton  60 %

Der Sound der Blu-ray Disc ist ebenfalls sehr minimalistisch. Die Original-Dialoge klingen überwiegend sehr dumpf und auf den Surroundkanälen herrscht weitgehende Stille. Auch die Musik kommt leider nicht übermäßig dynamisch aus den Frontkanälen. Zumindest vernimmt man ab und zu einige dezente Basseinlagen. Die deutsche Synchronfassung klingt wesentlich heller und neigt auch zu leichtem Zischeln. Ebenso wie bei der englischen Originalfassung lohnt es sich nicht, die Surroundanlage einzuschalten, da man den Film auch nur mit den Frontkanälen ansehen kann ohne etwas zu verpassen.

 

Special Features

High Definition

- Das Leben des Dude
- Die Folgen: "The Big Lebowski" zehn Jahre danach
- Träume von fliegenden Teppichen und Bowlingkegeln: Die Traumsequenzen des Dude
- Interaktive Karte
- Jeff Bridges Photo Book
U-Control-Features:
- Scene Companion
- Die Musik von "The Big Lebowski"
- Schreib's auf, Dude

Standard-Definition

- Eine exklusive Einführung
- Making-of "The Big Lebowski"
- "The Lebowski" Fest: Geschichte eines Erfolgstypen
- Fotogalerie

Review von Karsten Serck 07.09.2011

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