A.I. - Künstliche Intelligenz

Original

A.I. - Artificial Intelligence

Anbieter

Warner Home Video (2011)

Laufzeit

ca. 146 min.

Bildformat

1,85:1 

Audiokanäle

DTS HD Master Audio 6.1
Dolby Digital 5.1 EX - Deutsch u.a.

Untertitel

Deutsch, Englisch u.a.

Regionalcode

A,B,C

VÖ-Termin

18.02.2011

Film  67 %

Die Welt in einer apokalyptischen Zukunft: Während die Polkappen der Erde geschmolzen und die großen Küstenstädte der Welt überschwemmt worden sind, hat sich die Gesellschaft immer mehr auf die Technik fixiert und nahezu perfekte Roboter geschaffen, die vor allem unbequeme Tätigkeiten übernehmen. Gleichzeitig ist es Paaren nur noch mit Genehmigung erlaubt, Kinder zu bekommen. Als der Sohn von Henry Swinton und seiner Frau Monica im Koma landet und kaum noch Aussicht auf ein Wiedererwachen besteht, entschließt sich Henry, einen Roboter als Kind zu adoptieren. David ist der erste Roboterjunge, der auf Liebe programmierbar ist. Nachdem Monica zunächst Schwierigkeiten hat, sich an David zu gewöhnen, gewinnt sie ihn immer mehr lieb und entschließt sich schließlich dazu, die Codesequenz zu übermitteln, die dafür sorgt, dass David unumkehrbar Monica als seine Mutter liebt. Das harmonische Leben, dass David ab nun führt, findet allerdings ein Ende, als der leibliche Sohn Martin doch aus dem Koma erwacht und in das Haus der Familie zurückkehrt. Martin intrigiert gegen David und erweckt in ihm die Furcht, seine Mutter würde "den Roboter" nicht lieben. Er provoziert David schließlich sogar zu Taten, die Henry Swinton dazu veranlassen, David wieder zurück zum Hersteller Cybertronics zu bringen, wo er wieder in seine Einzelteile verlegt werden soll. Monica bringt dies aber nicht fertig und entscheidet sich gebrochenen Herzens dafür, David in freier Wildnis auszusetzen. David ist verzweifelt, schließlich ist er ja auf Liebe zu Monica programmiert. Ebenso wie Pinocchio hofft er allerdings, dass ihn eine blaue Fee in einen echten Menschen verwandeln kann und ihn dann seine Mutter wieder aufnimmt. Also macht sich David auf die Suche nach der blauen Fee und trifft dabei auf den Liebesroboter Gigolo Joe (Jude Law), der David mit nach Rogue City nimmt, wo das Orakel Dr. Know die Frage nach dem Aufenthaltsort der blauen Fee verraten soll....

"A.I." basiert im Kern auf der Kurzgeschichte "Supertoys Last All Summer Long" des Science-Fiction-Autors Brian Aldiss, auf deren Grundlage "2001"-Regisseur Stanley Kubrick bereits in den achtziger Jahren einen ersten Drehbuchentwurf anfertigen ließ, von dem er später hoffte, dass er die Geschichte in Zusammenarbeit mit Steven Spielberg irgendwann einmal verfilmen konnte. Erst nach dem Tode Stanley Kubricks widmete sich Spielberg dem Projekt intensiver und rang sich schließlich durch, selbst das Drehbuch weiterzuentwickeln und für den Film auch Regie zu führen. "A.I." greift zwar einige interessante Ideen über künstliche Intelligenz auf, die dann aber im Ansatz verkümmern. Stattdessen kann es Steven Spielberg wieder einmal nicht lassen, vor allem Kitsch und Pathos in langatmigen Filmsequenzen zu inszenieren.

Spielberg hat mit sentimentalem Kitsch dieser Art jahrelang große Erfolge feiern können. Die Hoffnung, dass Spielberg nach ernsteren Filmen wie "Der Soldat James Ryan" endlich einmal die Tränendrüse als dramaturgisches Element in der Kiste stecken lässt, wird aber durch "A.I." enttäuscht. Zudem verstört der Film in der zweiten Hälfte durch ein Ende, mit dem man durchaus hätte leben können, welches dann aber gar keines ist, sondern nur die Einleitung für einen Showdown bildet, der außer dem nochmaligen Druck auf die Tränendrüse nicht viel zu bieten hat. Auf wirklich spannende Elemente, die gerade Spielbergs erste Filme wie "Duell" oder "Der Weisse Hai" prägten, wird bei "A.I." weitgehend verzichtet.

Allerdings muss auch gesagt werden, dass "A.I." kein durchweg schlechter Film ist, sondern hier oft einfach nur die aus der Science-Fiction-Perspektive uninteressanten Aspekte betont werden. Die Handlung bietet nämlich durchaus einige interessante Überraschungen und auch in visueller Hinsicht sind viele Filmsequenzen sehr gut gemacht. Zumindest liefert der Film einen besseren Beitrag zum Science-Fiction-Kino als andere nur auf Action fixierte Produktionen seiner Zeit.


 

Bild  75 %

"A.I." ist ein überwiegend sehr düsterer Film, der bis auf den Mittelteil in "Rogue City" überwiegend verwaschene Farben zeigt. Der Kontrast unterliegt häufig ein wenig dem Einfluss der künstlerischen Verfremdung. So lässt der eingeschränkte Kontrastumfang schon manchmal ein paar Details im Dunkel verschwinden. An anderen Stellen wiederum überdreht Kameramann Janusz Kaminski den Kontrastumfang so stark, dass man glaubt, eine Art bunte Version von "Der Soldat James Ryan" zu sehen. Während die vielen überstrahlenden "Halo"-Effekte bereits auf DVD auffällig waren aber das teilweise sehr starke Rauschen durch die geringere PAL-Auflösung in Verbindung mit der MPEG2-Kompression etwas kaschiert wurde, fällt dieses auf der Blu-ray Disc sehr deutlich auf. Da Kaminskis visueller Stil vielfach durch Elemente geprägt wird, die der Zuschauer optisch als Qualitätsmangel wahrnimmt fällt es sehr schwer zu beurteilen inwieweit die Qualität der Blu-ray Disc aufgrund der Stilelemente nicht besser sein kann oder das Mastering nicht optimal war. Der Zugewinn an Schärfe halt sich bei der Blu-ray Disc auf jeden Fall leider ziemlich in Grenzen. Einzelne Szenen wie z.B. ab 24:09. min. bieten z.B. eine verrauschte Optik, die an die Bildqualität von S-VHS-Recordern Ende der Neunziger Jahre erinnert. Eine Beurteilung der Qualität der Videokompression ist daher auch kaum möglich.

 

Ton  75 %

Vom Extended Surround-Sound ist auf den Tonspuren der Blu-ray Disc nur wenig zu vernehmen. Das hängt damit zusammen, dass der Film nur wenige auffällige Surround-Effekte nutzt, sondern für die akustische Untermalung hauptsächlich der Music Score von Spielbergs "Haus-Komponisten" John Williams sorgt, der zwar mit einem diffusen Klangbild für räumliche Atmosphäre sorgt, aber eben nicht mehr macht, als den Zuschauer darin einzulullen. Etwas abwechslungsreicher wird der Film während des "Rogue City"-Aufenthaltes ab der 83. Minute, wo zumindest die Umgebungsgeräusche sehr sauber und klar wiedergegeben werden.

 

Special Features
  • Dokumentationen:
    - Die Entstehung von A.I.
    - Visuelle Effekte und Animation: ILM
    - Ton und Musik in A.I.
  • Schlusswort von Steven Spielberg: Unsere Verantwortung gegenüber künstlicher Intelligenz
  • A.I. Archiv: Trailer
  • Storyboards und Fotos
  • Die Schauspielerei in A.I.
  • Die Gestaltung von A.I.

Review von Karsten Serck 23.02.2011

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