Das Wunder von Bern

Original

Das Wunder von Bern

Anbieter

Universum Film (2010)

Laufzeit

ca. 118 min.

Bildformat

1,78:1 

Audiokanäle

1. Deutsch, DTS HD Master Audio 5.1
2. Englisch, DTS HD Master Audio 5.1

Untertitel

Englisch

Regionalcode

B

VÖ-Termin

21.05.2010
Film  75 %

Deutschland 1954: Nach zehn langen Jahren kehrt Richard Lubanski (Peter Lohmeyer) aus der sowjetischen Gefangenschaft zurück – und versteht die Welt nicht mehr. Selbstbewusst hat seine Frau Christa (Johanna Gastdorf) die Familie durchgebracht, seine erwachsenen Kinder führen ihr eigenes Leben und sein Jüngster, den er überhaupt noch nie gesehen hat, schwärmt für Fußballstars, deren Namen Lubanski nicht kennt – allen voran für Helmut Rahn (Sascha Göpel), den „Boss“ von Rot-Weiß-Essen. Während Lubanski verzweifelt um einen Platz in dieser ihm fremd gewordenen Welt kämpft, treffen bei der WM in der Schweiz die weltbesten Fußballmannschaften aufeinander. Und wie durch ein Wunder kämpfen sich dabei die krassen Außenseiter aus Deutschland bis ins Endspiel gegen Ungarn vor. Der 4. Juli 1954 wird der Tag, an dem sich alles entscheidet...

Der mitreißende Radiomitschnitt der Schlussphase des Fußballweltmeisterschaftsfinales 1954 dürfte selbst ausgemachten Fußballmuffeln ein Begriff sein. Was die begeisternde Dramatik angeht, kann der Film mit dem historischen Tondokument nicht unbedingt mithalten, aber das entsprach auch gar nicht Sönke Wortmanns Absicht. Der beschränkt sein Kinostück nicht auf den sportlichen Aspekt der Weltmeisterschaft und liefert ein stark personalisiertes Stück Zeitgeschichte ab. So manchem feinsinnigen Betrachter war das des großen Gefühls zuviel und so holte sich das Werk vorweg schon die eine oder andere schriftliche Maulschelle aus den Feuilletons ab.

Die Mehrheit des zahlenden Publikums war anderer Ansicht und es bestehen durchaus gute Gründe ihm nach demokratischem Prinzip Recht zu geben. Zu einem Historienschinken, auch wenn er eine verhältnismäßig junge Vergangenheit beschreibt, gehören nun einmal melodramatische und triumphale Momente, zumindest wenn das Ganze auf richtig großes Kino abzielt. Und solange die Angelegenheit nicht in unverdaulichen Kitsch abrutscht, darf das Klassenziel als erreicht angesehen werden. Im Gegensatz zu anderen Produkten aus deutschen Landen, inklusiver einiger seiner eigenen Filmen, gelingt Sönke Wortmann es mit dem "Wunder von Bern", die entsprechenden Vorgaben überwiegend zu erfüllen. Zwar stellen die gelegentlich arg papieren daherkommenden Dialoge ein gewichtiges Manko dar, aber wer nicht vollkommen allergisch gegen gelegentliche Gefühlsduseligkeit ist, sollte hier an der richtigen Adresse sein und dabei ist noch nicht einmal eine ausgeprägte Affinität zum Fußballspiel notwendig, da die handlungstragenden Elemente der Geschichte eigenständig um das sportliche Geschehen herumgestrickt wurden. Was allerdings die gelungene Inszenierung des letzteren nicht schmälert, aber das sollte kaum verwundern, immerhin stand der Regisseur vor seiner Laufbahn im Filmgeschäft kurz vor einer Karriere als Profi-Kicker. 

 

Bild  88 %

Das Master der Blu-ray Disc befindet sich in einem hervorragenden Zustand. Kein Kratzer und kein unruhiger Bildstand stören die Harmonie. Auch die Farb- und Kontrastwerte sind sehr gut - allerdings nur dann, wenn es gewollt ist. Denn während die Bilder aus Deutschland anfangs noch düster und grau gefiltert sind, kommt erst mit dem Wechsel des Films in die Schweiz richtig Farbe ins Bild. Die Bildschärfe ist in fast jeder Szene sehr hoch. Sowohl Konturen als auch Details werden sehr deutlich dargestellt. Leider scheint das Bild in leichtem Maße gefiltert geworden zu sein. Bei Kameraschwenks lassen sich in Hellen Flächen öfters stehende Rauschmuster beobachten. Die Video-Kompression ist sehr sauber und lässt keine Störungen erkennen.

 

Ton  66 %

Das Sound-Design ist sehr minimalistisch - wenn überhaupt vorhanden. Der Großteil des Films ist sehr frontlastig und lässt selbst die Umgebungsgeräusche nur sehr leise aus den Surroundkanälen ertönen. Hingegen sind die Musiksequenzen sehr räumlich abgemischt, insbesondere die Szenen des Berner WM-Finalspiels werden mit einer gelungenen Atmosphäre wiedergegeben. Dies gelingt nicht nur für den Einsatz der recht theatralischen Musik, die sich schon fast auf John Williams-Hymnen-Niveau bewegt, sondern auch den Einsatz des Publikums. Zwar stammen die Zuschauermassen sichtbar aus dem Computer, aber zumindest klingen die CGI-Massen sehr räumlich und eindrucksvoll.

 

Special Features
  • Interviews
  • Making Of
  • Behind the Scenes
  • Audiokommentar mit Regisseur Sönke Wortmann

Review von Karsten Serck und Tobias Wrany (Film) 14.06.2010

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