X-Men

Original

X-Men

Anbieter

20th Century Fox Home Entertainment (2009)

Laufzeit

ca. 104 min.

Bildformat

2,35:1 

Audiokanäle

DTS HD Master Audio 5.1 - Englisch
DTS 5.1 - Deutsch
DTS 5.1 - Spanisch

Untertitel

Englisch, Deutsch u.a.

Regionalcode

A,B,C

VÖ-Termin

24.04.2009
Film  83 %

An einem Tag in einer nicht allzu fernen Zukunft spricht sich Senator Kelly (Bruce Davison) auf einer Konferenz in New York mit allerschärfster Entschiedenheit dafür aus, Mutanten zu kontrollieren und sie auf lange Sicht aus der Gesellschaft auszulöschen, da sie per se unkontrollierbar seien und damit eine latente Gefahr für die Menschheit darstellten. Recht hat er zumindest mit der Feststellung, dass die Zahl der Mutanten höher ist, als im alltäglichen Leben ersichtlich. Sie existieren mit einer breiten Variation von Fähigkeiten oder Körperfunktionen, die das Normalmaß erheblich überschreiten. Was jedoch die Gefahren angeht, die sie angeblich verkörpern sollen, sind selbst unter den Betroffenen selbst die Meinungen geteilt. Dabei stehen sich zwei extreme Pole gegenüber, verkörpert von Professor Charles Xavier (Patrick Stewart), bei dem es sich um den Mann mit den am weitesten entwickelten telepathischen Fähigkeiten handelt und Erik Lehnsherr (Ian McKellen), der Magneto genannt wird und dessen geistige Herrschaft über metallische Gegenstände seine hervorstechendste Eigenschaft ist. Magneto hat sich nach zu vielen schlechten Erfahrungen aus der Gesellschaft abgesondert und plant nun, die Herrschaft der Mutanten über die Menschen zu errichten.

Sein ehemaliger Freund und Kollege Professor Xavier glaubt dagegen an die Möglichkeit der friedlichen Koexistenz der Mutanten mit dem Rest der Menschheit und hat aus diesem Grund eine Akademie gegründet, in der er Mutanten eine Chance bietet, ihre besonderen Fähigkeiten auszubilden, um sie zum Nutzen der Allgemeinheit anwenden zu können. Zu seiner Gruppe gehören unter anderem Storm (Halle Berry), der es gelingt, durch ihre inneren Kräfte meteorologische Ereignisse zu beeinflussen, Cyclops (James Marsden), der über ein Auge verfügt, das im wahrsten Sinne des Wortes einen alles durchdringenden Blick werfen kann, wobei er allerdings jeden Gegenstand zum Schmelzen bringt, der in seine Sicht kommt, weshalb er gezwungen ist, stets eine spezielle Schutzbrille zu tragen und Dr. Jean Grey (Famke Janssen), deren telekinetischen und telepathischen Fähigkeiten weit über dem Durchschnitt liegen.

Doch als sich Magneto nun daran macht, seine Weltherrschaftspläne in die Tat umzusetzen, wobei ihm ein Trupp der fähigsten Mutanten zur Seite steht, von denen die Gestaltwandlerin Mystique (Rebecca Romijn-Stamos) wohl seine gefährlichste Mitstreiterin darstellt, muss Professor Xavier entgegen seiner pazifistischen Grundeinstellung zur Rettung antreten und auf alle Hilfe zurückgreifen, die sich ihm bietet. Dazu gehört auch die Rekrutierung neuer Zöglinge für sein Institut. Die neuesten Kandidaten sind Wolverine (Hugh Jackman), dem ein Titan-Skelett, inklusive ausfahrbaren, messerscharfen Krallen verpasst wurde und der über außergewöhnliche Selbstheilungskräfte verfügt, sowie die junge Rogue (Anna Paquin), die sehr darunter leidet, dass sie bei jeder Berührung mit einem anderen Menschen beginnt, dessen Lebensenergie abzusaugen. Doch natürlich ist auch die Gegenseite daran interessiert, die beiden in ihre Reihen aufzunehmen. 

Die Comic-Vorlage hatte ihren ersten Auftritt im Jahre 1963 und übertrug die Konflikte der realen Welt, von gesellschaftlichen Außenseitern, ob aus Gründen der Rasse oder der Lebensgestaltung, die nach Selbstbestimmung und Gleichberechtigung strebten, in eine bunte Zukunftswelt. Hinzu kam, dass die Hauptfiguren dieser Bildergeschichten, im Gegensatz zu herkömmlichen Superhelden, massive Probleme mit dem eigenen Selbstbewusstsein haben und ihren Weg in der Welt erst noch finden müssen. Da die angesprochenen Gedanken auch heute noch überaus aktuell sind, wurde es wirklich langsam Zeit, dass die "X-Men" auch den Weg in die Filmwelt schafften.

Wer jetzt allerdings ein Werk mit tiefgehendem Anspruch und ausgiebiger Erörterung ethischer Fragen erwartet, dürfte enttäuscht sein, denn mehr als das eigentlich selbstverständliche "seid tolerant zu denen, die nicht auf den ersten Blick dem jeweils aktuellen Standardmodell des Musterbürgers entsprechen", ist dabei nicht herausgekommen, was aber erstens für ein hochbudgetiertes Filmspektakel doch schon eine ganze Menge ist; und zweitens, wer einen Intensivkurs über ethische Grundnormen haben will, geht aufgrund der größeren Auswahl sowieso in die Buchhandlung oder die Uni, aber nicht ins Kino, beziehungsweise die Videothek.

Dafür bietet "X-Men" Unterhaltung auf einem Niveau, das durchaus über dem Durchschnitt angesiedelt ist. Garanten dafür bilden zum einen die Darsteller der beiden Kontrahenten, Patrick Stewart und Ian McKellen, beide zu den Besten ihres Fachs gehörend und vor allem beide auch Filmprofis, die auch in einem Film wie diesem, wo sie natürlich nicht in gleicher Weise gefordert sind, wie auf der Bühne in der Aufführung eines Klassikers, trotzdem ihr ganzes Können und Charisma aufbieten und das Zusehen zu einem wirklichen Vergnügen machen. Hinzu kommt, dass dem Regisseur Bryan Singer ein exzellentes Team von Kulissenbauern, Kostümschneidern und Effektspezialisten zur Verfügung stand, die seine Visionen optimal zur Geltung brachten, wobei gerade die Spezialeffekte ausgesprochen effektiv eingesetzt werden und nie überhand nehmen, was auch für die Actionszenen gilt, die in wohltuender Sparsamkeit eingesetzt werden, aber dadurch gerade besonders wirkungsvoll zur Geltung kommen, entsprechend dem Motto des Regisseurs, keinen Actionfilm zu drehen, sondern einen Film mit Action darin.

Von Nachteil ist lediglich, dass das X-Men-Universum einfach von zu vielen faszinierenden Figuren bewohnt ist, als dass alle eine angemessene, das heißt vor allem eine nicht nur oberflächliche Einführung bekommen könnten. Der Film versucht es trotzdem und erzählt daneben noch seine Geschichte, was letztendlich in beider Hinsicht nur mit Abstrichen gelingt. Was wirklich schade ist, insbesondere deshalb, weil hier tatsächlich einmal Charaktere mit einem großen Potential für eine Vertiefung auftreten. Es ist aus dieser Sicht bitter-ironisch, dass zum Beispiel ein Film wie "Independence Day" eine Laufzeit von knapp zweieinhalb Stunden hat, obwohl ihm eine Kürzung von ungefähr einer halben Stunde zur Verdichtung der Spannung wirklich gut getan hätte, während "X-Men" ein gutes Stück unter der inzwischen fast zum MindestStandard gewordenen zwei Stunden Marke bleibt.

 

 
Bild  83 %

Das Master zeigt stellenweise einen etwas unruhigen Bildstand und in einzelnen Szenen auch deutliches Rauschen. Überwiegend bietet "X-Men" auf dieser Blu-ray Disc aber eine sehr gute Qualität, die ein Upgrade von der DVD lohnenswert macht. Der Film brilliert trotz eines etwas dunklen Grundtons vor allem durch seinen hervorragenden Kontrast und die kräftigen, nahezu unverfälschten Farben. Die Bildschärfe ist sehr hoch und erreicht stellenweise sogar Referenzniveau. Allerdings sind auch deutliche Schwankungen in der Schärfe zu beobachten. Gerade in dunklen Szenen wirkt das Bild häufiger etwas blass. Die Kompression arbeitet sauber und zeigt keine Störungen.

 

Ton  100 %

Die Tonabmischung bietet eine erstklassige Klangbalance, gepaart mit sehr guter Effektpositionierung. Die Effekte sind sehr gezielt auf einzelne Kanäle positioniert und klingen dadurch sehr authentisch. Die Abmischung demonstriert eine hohe Dynamik und einen intensiven Basseinsatz. Auch am anderen Ende des Frequenzspektrums beweist "X-Men" seine Klasse: Der Hochtonbereich ertönt detailliert und transparent, die Surroundeffekte werden weiträumig und differenziert präsentiert. Auch wenn der Sound-Mix stellenweise auch etwas monoton klingt, bietet "X-Men" dennoch insgesamt einen sehr ausgefeilten Mehrkanalmix mit vielen kleinen und großen Effekten, der deutlich aus der Masse herausragt.

 

Special Features
  • Disc 1:
    In Movie Features
    X-Men BonusView
    X-Men In-Feature Bildergalerie
    Kommentar von Bryan Singer und Brian Peck
    Erweiterter Betrachtungsmodus 
    (Film inklusive entfernten/erweiterten Szenen sowie optional Hinter-den-Kulissen-Material)
    Entfernte/erweiterte Szenen (mit optionalem Audiokommentar von Bryan Singer und Brian Peck)
    Fox Special: "Ausschau nach Mutanten"
    Interview mit Bryan Singer
    Animierte Storyboards
    Bildergalerie
    TV-Spots
    Musik Promo
    Marvel Universe Trailer
  • Disc 2:
    Disc-Intro von Bryan Singer
    Evolution X – Interaktive Dokumentation
    Den X-Men Leben einhauchen
    X-Faktor
    Die X-Men Produktion (Multi-Angle-Feature)
    Die Spezialeffekte der X-Men
    Ansichten der X-Men
    Das Marketing für X-Men

Review von Karsten Serck und Tobias Wrany (Film) 28.04.2009

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