The Green Mile

Original

The Green Mile

Anbieter

Warner Home Video (2009)

Laufzeit

ca. 188 min.

Bildformat

1,78:1 

Audiokanäle

Dolby Digital 5.1 - Spanisch 
Dolby Digital 5.1 - Französisch 
Dolby Digital 5.1 - Deutsch 
Dolby Digital 5.1 - Italienisch 
Dolby True HD 5.1 - Englisch 
Dolby Digital 2.0 - Portugiesisch 
Dolby Digital 2.0 - Türkisch 

Untertitel

Deutsch, Englisch u.a.

Regionalcode

A,B,C

VÖ-Termin

27.11.2009

Film  85 %

Frank Darabont und Stephen King sind ein eingespieltes Team: Schon Darabonts vielgelobtes Spielfilm-Regiedebüt Shawshank Redemption (Die Verurteilten) basierte auf einer Geschichte von Stephen King. Und auch das Thema beider Filme sieht auf den ersten Blick ähnlich aus: Sowohl "The Green Mile" als auch "Shawshank Redemption" spielen in einem Gefängnis. Diesmal sind im Film-Knast die Aussichten der Insassen auf ein vorzeitiges Ende der Haftzeit aber ungemein schlechter: Denn "The Green Mile" ist der Todestrakt, in dem die Häftlinge die Hinrichtung auf dem elektrischen Stuhl erwartet. Wer jetzt an mahnende Worte gegen die Todesstrafe im Stile von "Dead Man Walking" denkt, der ist auf dem falschen Pfad. Denn in "The Green Mile" geht es nicht, wie man es so oft kennt, um einen Einzelfall, anhand dem die Unsinnigkeit der Todesstrafe demonstriert werden soll, sondern in erster Linie um den ganz "normalen" Alltag im Todestrakt und die alltäglichen Erlebnisse der Gefangenen und ihrer Wächter zwischen denen sich hier eine erstaunliche Beziehung entwickelt. Einer der Wächter ist Paul Edgecomb (Tom Hanks), den momentan vor allem zwei Dinge plagen: Seine schmerzhafte Harnröhreninfektion und der junge Wärter Percy (Doug Hitchinson), ein Sadist erster Klasse, der genüsslich den Todeskandidaten ihre letzten Wochen auf Erden so schlimm wie möglich machen will. Da Percy aber über eine gute Menge politisches Vitamin B besitzt, besteht gegen den Kollegen in Uniform keine Handhabe. Nicht nur sein Kollege, sondern auch der neue Häftling John Coffey (Michael Clarke Duncan) sorgt bei Edgecomb für Nachdenken. Denn dieser passt so gar nicht in das Klischee des Mörders, der zwei Kinder umgebracht haben soll. Coffey ist zwar groß und breit wie ein Hüne, aber keineswegs aggressiv, sondern naiv und ängstlich wie ein kleines Kind und fürchtet sich vor der Dunkelheit der Nacht. Doch Coffey ist gleichzeitig im Besitz der magischen Gabe, den Schmerz anderer Menschen beseitigen zu können, wie Edgecomb als erster am eigenen Leibe feststellen kann, nachdem seine Harnröhreninfektion von Coffey durch einen Griff geheilt ist. Edgecomb kann sich den Grund nicht erklären und schweigt auch zunächst über den Vorfall. Dies ändert sich erst, als er hofft, Coffeys ungewöhnliche Gabe auch bei jemand anders einsetzen zu können. Denn die Ehefrau des mit ihm befreundeten Gefängnisdirektors ist an einem Hirntumor erkrankt, der sich bereits im Endstadium befindet. Wie es nun gelingen soll, den schwer bewachten Todeskandidaten und die kranke Frau zusammenzubekommen und das langsame Warten der Gefängnisinsassen auf ihre Hinrichtung erzählt dieser Film in langen Kameraeinstellungen, die das Verhältnis zwischen Bewachern und Bewachten teilweise in einer Idylle zeigen, wie sie mit Sicherheit in keinem real-existierenden amerikanischen Todestrakt vorherrscht. Die romantische Betulichkeit des Knastalltags wird jedoch ab und zu auch unterbrochen: Denn schließlich sind Edgecomb und seine Kollegen nicht nur für Smalltalk da, sondern sollen im Namen des Volkes Todesurteile vollstrecken. Ihrem Job gehen die Wärter zunächst noch mit Routine nach, doch als sie Coffee, der ihnen inzwischen ans Herz gewachsen ist, auch hinrichten sollen, sind die künstlichen Glycerin-Tränen nicht mehr zu stoppen. "The Green Mile" pendelt immer wieder zwischen Kitsch und Ernsthaftigkeit. Auch wenn sich angesichts der vielen Schwerpunktwechsel innerhalb der rund 180 Minuten nur schwer der eigentliche Kern des Filmes herauskristallisiert, überzeugt "The Green Mile" durch die detaillierte Beschreibung seiner Charaktere, eine der großen Stärken des Autors Stephen King, die überzeugend auch im Film wiederzufinden ist. Dies ist kein rein auf Tom Hanks fixierter Film, in dem sonst niemand etwas zu sagen hat. Vielmehr sind selbst kleine Nebenrollen gut besetzt und bekommen genügend Spielraum eingeräumt. Überraschend ist hier insbesondere der erstmals durch seine Nebenrolle in "Armageddon" bekannter gewordene Michael Clarke Duncan, der den kindlich-naiven und herzensguten Coffey überzeugend verkörpert.

Bild  71 %

Das Master zeigt einen leicht unruhigen Bildstand und etwas grobes Rauschen ist aber weitgehend frei von Kratzern. Das Bild zeigt einen hohen, plastischen Kontrast mit satten Farben in warmen Tönen. Stellenweise überstrahlt das Bild leicht in hellen Bildbereichen und das tiefe Schwarz zeigt in dunklen Bildbereichen nur recht wenig Detail. Leider ist die Bildschärfe nur leicht über DVD-Niveau und kommt im Wesentlichen in Nahaufnahmen zur Geltung. Überwiegend wirkt der Film im Vergleich zu anderen HDTV-Produktionen recht soft. Vorteil der Blu-ray Disc ist aber auf jeden Fall die sauberere Kompression, wodurch das Bild vom Rauschen einmal abgesehen recht ruhig wirkt. Die Kompression arbeitet einwandfrei und lässt keine Störungen erkennen.

 

Ton  65 %

Vornehmlich der harmonisch klingende Music Score sorgt für die räumliche Ergänzung der ansonsten sehr auf die Frontkanäle fixierten Akustik. Lange Passagen kommen aber auch schon mal ganz ohne musikalische Untermalung aus. Dafür jagt einem das metallische Surren des elektrischen Stuhls während der mehrfachen Hinrichtungen immer wieder durch heftigen Basseinsatz einen deutlichen Schrecken ein, dass man sich schon wundert, wie der Film überhaupt eine FSK 12-Freigabe bekommen konnte.

 

Special Features
  • Audiokommentar
  • Dokumentationen
  • Making Of
  • Nicht verwendete Szenen
  • Trailer

Review von Karsten Serck 14.12.2009

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