Der Baader-Meinhof-Komplex

Original

Der Baader-Meinhof-Komplex

Anbieter

Constantin Film (2009)

Laufzeit

149:35 min.

Bildformat

1,85:1 

Audiokanäle

Deutsch DTS HD High Resolution 5.1
Hörfilmfassung
Audio-Kommentar

Untertitel

Deutsche Untertitel für Hörgeschädigte möglich

Regionalcode

B

VÖ-Termin

12.03.2009

Film  50 %

Mag man den „Baader Meinhof Komplex“ inhaltlich gewiss uneinheitlich beurteilen, darf jedoch zunächst durchaus festgestellt werden, dass der Inszenierung alles andere als fehlende Professionalität vorgeworfen werden kann. Die Atmosphäre der geschilderten Zeitspanne wird jedenfalls mit bemerkenswerter Authentizität wiedergegeben und weist den Film jedenfalls in Form und Gestaltung als echtes großes Kino aus. Auch die namhaften Darsteller machen ihrem jeweils guten Ruf bis in die kleinste Nebenrolle hinein alle Ehre und wissen durchweg mit präzisem und eindrücklichem Spiel zu überzeugen.

In Hinblick auf den Inhalt kann das Drehbuch dann allerdings doch nicht umfassend an diese hohen Standards anschließen, wobei durchaus zuzugeben ist, das hier von Anfang an hohe, wenn nicht gar unüberwindbare Hürden bestanden haben. Denn wie es die große filmische Form mit sich bringt, bleibt es nicht aus, dass ein überaus komplexer Lebenssachverhalt auf seine publikumstauglichen Bestandteile eingedampft wurde – wobei bei aller Liebe zum historischen Detail gerade in den Szenen, die das enthalten, was gemeinhin unter dem Begriff „Action“ firmiert, ein gewisser Überhang zu spektakulären Unterhaltungseffekten nicht ganz zu leugnen ist – aus refinanzieller Sicht ein absolut nachvollziehbares Vorgehen; in qualitativer Sicht jedoch eher fragwürdig. Natürlich bleibt die zielgruppengerichtete Frage, ob dieses Vorgehen unter Umständen einem breiteren Publikum wichtige zeitgeschichtliche Themen nahe zu bringen versteht oder ob diese nur ein verzerrtes Bild der Thematik präsentiert bekommen. Immerhin lässt sich eine Schlussfolgerung recht klar ziehen: Wer sich sowieso schon vorher intensiver mit der Materie auseinandergesetzt hat, sich gar Stefan Austs journalistisch-literarischer Vorlage für den Film gewidmet hat, für den ist die Filmversion mit ihren inhaltlichen Leerstellen schlicht und einfach überflüssig. 

Ähnlich wie bereits bei "Der Untergang" ist auch von "Der Baader-Meinhof-Komplex" für die Zukunft noch eine längere TV-Fassung geplant.

 

Bild  89 %

Die Blu-ray Disc bietet eine exzellente Bildschärfe. Jedes feine Detail wird im Bild sehr prägnant dargestellt. Diese hohe Niveau bietet der Film nahezu durchgängig in fast jeder Szene. Lediglich die gewollte optische Verfremdung nagt an der Bildqualität der Blu-ray Disc: Das Bild wirkt recht dunkel und der Kontrast überhöht, was für harte Schatten in dunklen Bildbereichen sorgt. Durch die optischen Stilmittel bietet das Bild trotz der grandiosen Schärfe auch nur wenig plastische Tiefe. Die verwaschenen Farben sind extrem verfremdet worden und wirken in ihrem kühlen Grundton sehr künstlich. Die Kompression arbeitet sehr sauber und zeigt keine Störungen.

 

Ton  90 %

Wie im deutschen Kino nur selten, wurde "Der Baader Meinhof-Komplex" mit einem sehr packenden und atmosphärischem Soundtrack versehen. Die musikalische Untermalung sorgt für eine weite Räumlichkeit und Umgebungsgeräusche werden deutlich wiedergegeben. Und auch an lautstarken Sound-Effekten von allen Seiten mangelt es in den dramatischen Szenen nicht. Der Mehrkanalmix bietet eine sehr hohe Dynamik mit satten Bässen. Nur im Hochtonbereich klingt die Abmischung etwas schwach, was trotz der hohen Aktivität auf allen Kanälen den Klang doch immer etwas monoton erscheinen lässt.

 

Special Features
  • Making of (ca. 28 Min.)
  • Uli Edel (ca. 12,5 Min.)
  • Über Authentizität (ca. 23 Min.)
  • Die Musik (ca. 11,5 Min.)
  • Die Schauspieler und ihre Rollen (ca. 38 Min.)
  • Stefan Aust über die RAF und ihre Zeit (ca. 41 Min.)
  • Bernd Eichinger über die Annäherung an den Film und die 60er und 70er Jahre (ca. 15 Min.)
  • Bernd Eichinger über die Dramaturgie des Films (ca. 10 Min.), Darsteller-Infos

Review von Karsten Serck und Tobias Wrany (Film) 05.03.2009

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