SPECIAL: Die AREA DVD Weihnachtsfilmempfehlungen 2008


Dieser Artikel wurde auf Amisos-PCs verfasst.

(16.12.2008 - Autor: Lars Mette )

Selbstverständlich macht es das ganze Jahr über Spaß, gute Filme im Heimkino zu genießen - doch speziell in den kalten Wintermonaten bereitet ein gemütlicher Filmabend gleich doppelt Freude. Während der Weihnachtszeit kann man ein hochwertiges Heimkinosystem sogar ganz besonders gewinnbringend einsetzen und sich gemeinsam mit der Familie an passender emotional-ansprechender Filmatmosphäre erfreuen. Obwohl die meisten Weihnachtsfilme hauptsächlich sentimentale Inhalte aufweisen, finden sich in den DVD-Regalen auch viele Werke mit anderen erzählerischen Schwerpunkten. Damit beim weihnachtlichen Filmfest jeder Geschmack abgedeckt werden kann, haben wir eine kleine Zusammenstellung von empfehlenswerten Weihnachtsfilmen verschiedener Genres vorbereitet. Um den aktuellen technischen Standards gerecht zu werden, gehen wir bevorzugt auf Blu-Ray Titel ein.

Bad Santa

Freunde des schwarzen Humors werden von Billy Bob Thornton alias Willi T. Stikes bestens bedient: als missgelaunter, depressiver und stets betrunkener Weihnachtsmann arbeitet er in Einkaufszentren und hört sich gelangweilt die Geschenkwünsche von Kindern an. Seiner eigentlichen Profession geht Willi zusammen mit seinem lilliputanischem Elfen nach, indem sich die beiden als eingespieltes Duo während de Weihnachtsfeiertage über die Tresore ihrer Arbeitgeber hermachen und nach Herzenslust plündern. Moralische Bedenken sind Willi komplett fremd, so dass er keine Skrupel besitzt, die Wohnung eines einsamen naiven Kindes als Unterschlupf auszunutzen und sich gleichzeitig von einer Frau mit Weihnachtsmann-Fetisch "verwöhnen" zu lassen. Deftige Flüche und wüste Beleidigungen im Sekundentakt sind nur einige der Zutaten, die sich Regisseur Terry Zwigoff einfallen ließ, um diesem Film eine besondere Note zu geben. Einige Pointen schrammen dabei aber nur knapp an der Geschmacksgrenze vorbei. Mit übermäßigen Sentimentalitäten hält sich "Bad Santa" stringent zurück und eignet sich daher nur bedingt als fröhlicher Familienfilm zur Einstimmung auf die Bescherung. Doch innerhalb der selbstgefälligen und rundgelutschten Weihnachtsverfilmungen gewinnt der Titel deswegen sehr an Reiz und sorgt dafür, dass erwachsene Zuschauer nicht nur zuckersüße Kost auf dem Bildschirm anschauen müssen.

Die Blu-Ray kann gegenüber der DVD-Version deutlich zulegen und befindet sich auf einem sehr gutem visuellen Niveau. Die makaberen Taten von Willie und Co. erscheinen in einem deutlich helleren, sowie plastischerem Gewand auf der Leinwand, zumal nun auch Bildschärfe und Detaillierung kaum noch Wünsche offen lassen. Die Klangkulisse macht trotz Dolby True HD Tonspur einem Action-Blockbuster keine Konkurrenz und bietet meist nur dezente Hintergrundgeräusche. Der Score bedient sich klassischer Motive und besticht speziell im letzten Filmdrittel durch eine dynamische und präsente Einbindung über die Rearkanäle.

 

Buddy der Weihnachtself

Durch ein Missgeschick verschlägt es den kleinen Buddy (Will Farell) im Säuglingsalter vom Waisenhaus direkt zu den Spielzeugfabriken des Weihnachtsmanns am Nordpol. Dort nehmen sich die Elfen dem sonderbaren Jungen liebevoll an und integrieren ihren Neuzugang in das Leben eines Weihnachtselfen. Im Lauf der Zeit werden Buddy die körperlichen und charakterlichen Unterschiede zu den kleinen, wieselflinken Elfen immer bewusster, so dass ihn der Weihnachtsmann über seine richtige Herkunft informiert und einen Besuch bei seinem leiblichem Vater in New York vorschlägt. Der inzwischen 30-jährige Buddy zögert nicht lange: Er lässt sich von der nächsten Eisscholle zum Festland treiben, um auf Verwandtschaftsbesuch zu gehen. Durch das Leben als Weihnachtself am Nordpol ist Buddy innerlich ein Kind geblieben, was im hektischen vorweihnachtlichen New York nicht förderlich ist, um von seinen Mitmenschen ernstgenommen zu werden. "Buddy der Weihnachtself" lebt von den Kontrasten, die zwischen den Schauplätzen und Protagonisten aufgebaut werden: der kindlich-naive Buddy hat es nicht leicht, seinen geldorientierten Vater für sich zu gewinnen, zumal er sich in den 95 Filmminuten auch noch in eine Verkäuferin verliebt und dem Weihnachtsmann bei einer Schlittenpanne helfen muss. Obwohl der Film von seiner konzeptionellen Auslegung als klassischer "Feel-Good-Movie" für die ganze Familie gedacht ist, bedienen sich die Dialoge hauptsächlich einem etwas tiefgründigerem Humor und besitzen stets ein gewisses Maß an Ernsthaftigkeit. In Kontrast zum kindlichen 30-jährigen Hauptdarsteller ruft diese Mischung bei den Zuschauern entweder Missgunst oder totale Begeisterung hervor. In unserem Fall eindeutig letzteres, so dass wir diesen Titel in unsere diesjährigen Weihnachtsfilmempfehlungen bedacht haben.

Pünktlich zum fünften Dezember veröffentlichte Warner auch eine Blu-Ray Version. Uns stand zum Test leider nur die DVD zur Verfügung, die technisch nur mittelmäßige Leistungen bietet. Insbesondere die blasse Farbgebung und dialogbetonte, höhenarme Surroundkulisse verhinderten einen technischen Höhenflug. 

 

Der Polarexpress

Vom Kinderbett in das größte Abenteuer seines Lebens: ein kleiner Junge liegt schlaflos in seinem Kinderzimmer und grübelt über die Existenz des Weihnachtsmannes. Völlig unerwartet wird er aus den Federn gerissen, als ein Zug direkt vor seinem Haus einfährt und er vom Schaffner das Angebot erhält, mit dem Polarexpress zum Nordpol zu reisen um den Beginn der Weihnachtsfeierlichkeiten beizuwohnen. Obwohl der Bub nicht mehr richtig an den Weihnachtsmann oder Elfen glaubt, siegt dennoch die Neugierde mit all den anderen Kindern an der Entdeckungsreise teilzunehmen. Mehr gibt es zur Story nicht zu sagen, denn der komplett CGI-animierte Film bezieht seine Reize nicht aus einer ausgeklügelten Geschichte, sondern lebt von einer bildgewaltigen, temporeichen Inszenierung. Die fantasievollen Locations sorgen in Kombination mit stimmungsvoller Musik für eine unübertroffene Weihnachtsatmosphäre - da stört es nur die Wenigsten, dass sich die Message des Filmes ganz klar an Kinder richtet, denn beim Polarexpress wird jeder Zuschauer während der 96 Minuten ein paar Junge jünger.

Die Fahrt mit dem Polarexpress kann auf DVD, Blu-Ray sowie HD-DVD gebucht werden. Wobei selbst Passagiere der HD-Versionen keine absolut perfekte Bildschärfe zu sehen bekommen und mit etwas weichgezeichneten Animationen vorlieb nehmen müssen. Trotz der zumeist nächtlichen bzw. dunklen Schauplätze stellt sich ein guter Kontrast mit farbreichem Bild ein. Klanglich beschenkt der Polarexpress das Auditorium mit einer feinen Akustik, welche sich besonders durch räumliche, hochqualitative Surroundeffekte sowie einem dynamisch eingearbeiteten Soundtrack auszeichnet.

 

Die Gebrüder Weihnachtsmann

Dass Fred Claus (gespielt von Vince Vaughn) im Schatten seines jüngeren Bruders Nicholas steht, ist angesichts der jeweiligen Berufswahl nur allzu leicht zu verstehen: während Nicholas zusammen mit ein paar hundert Elfen am Nordpol residiert und für die weihnachtliche Bescherung zuständig ist, verdient Fred seine Brötchen als Gerichtsvollzieher. Aufgrund Geldmangel, respektive Unterbesetzung in der Weihnachtsfabrik, entscheiden die beiden Brüder sich gegenseitig zu helfen, obwohl sie eigentlich schon lange ein eher abgekühltes Verhältnis zueinander besitzen. Erschwerend kommt noch hinzu, dass sich die Weihnachtsfabrik einer Betriebsprüfung unterziehen muss und ein missgelaunter Kontrolleur nicht nur die restlichen familiären Banden, sondern sogar das gesamte Weihnachtsfest aufs Spiel setzt. In der ersten Filmhälfte plätschert die Handlung ein wenig vor sich hin, gewinnt aber ab der Halbzeit an weihnachtlichem Flair, welches in einem besonders stimmungsvollem Gipfel endet.

Bis dahin darf sich der Zuschauer innerhalb der teilweise recht amüsanten Dialoge über ein paar gelungene Lacher freuen und sich gut unterhalten lassen. Die Blu-Ray Version bietet ein leicht überdurchschnittliches Bild mit vorwiegender hoher Bildschärfe und Farbsättigung, klanglich glänzt der Film durch einige gute Arrangements, einer tonal ausgewogenen Abmischung sowie einem musikalisch-attraktivem Ende.

 

tatsächlich.... Liebe

Der Film beginnt im vorweihnachtlichen London und begleitet 8 Liebespaare sechs Wochen lang bis zu den Feiertagen und erzählt deren abwechslungsreiche Geschichten mit viel Charme und noch mehr Gefühl. Aufgrund der unverblümt emotional ansprechenden Erzählweise, greifen manch hartgesottene Zuschauer zwar instinktiv zur Fernbedienung, doch für alle anderen offenbart "tatsächlich...Liebe" eine vortreffliche Symbiose aus Humor und Herzschmerz. Die geschickt verstrickten Erzählstränge profitieren von einer gut aufgelegten Starbesetzung, bei der vor allem Keira Knightly sowie Hugh Grant ihre typischen Schauspieltalente gewinnbringend in die Waagschale werfen. 

Leider ist von "tatsächlich...Liebe" keine Blu-Ray Variante in Sicht, so dass Sie mit der unscharfen DVD-Version vorlieb nehmen müssen. Dafür entschädigt die exzellente Klangabmischung, die mit ihren hervorragend eingespielten, vielfältigen Musikelementen nach wie vor als Referenztitel für audiophil ausgerichtete Surroundanlagen geeignet ist.

 

Nightmare before Christmas

Monster AG meets Santa Clause: In Tim Burtons Animationswerk "Nightmare before Christmas" entführen eine handvoll Halloween-Monster den Weihnachtsmann aus Christmas-Town, um in der gesamten Welt ihre eigenen Vorstellungen eines gelungenen Weihnachtsfestes umzusetzen. Die gut gemeinte Absicht wird jedoch aufgrund der wesensbedingten Charakterzüge von Jack Skellintons Monstertruppe ad absurdum geführt. Weil Fischköpfe und Nightmare-Dolls als klassisches Weihnachtsgeschenk eher wenig Behagen auslösen, greifen die schockierten Menschen sogar zu Raketen, um Jack in der Weihnachtsnacht mitsamt dem gekaperten Rentierschlitten vom Himmel zu holen. "Nightmare before Christmas" unterscheidet sich dabei nicht nur inhaltlich, sondern auch künstlerisch von typischen Weihnachtsverfilmungen. Das makabere Treiben in Halloween-Town erscheint als CGI-animiertes, melodramatisches Musical auf dem Bildschirm und erweist sich als perfekt geeignet, um die surreale Alptraumwelt in ihren Wesenszügen umzusetzen. Obwohl die FSK eine Freigabe ab 6 Jahren erteilt hat, könnte das Gruselmusical für einige Kinder etwas zu schwere Kost sein. Wer zu Weihnachten gerne mal etwas Skurriles, Gruseliges mit leicht perfidem Humor konsumieren möchte, liegt mit diesem Titel goldrichtig.

Auch in technischer Hinsicht macht man mit "Nightmare before Christmas" keinen Fehler: die Blu-Ray bietet absolute Topleistungen und zählt ist auch außerhalb der Weihnachtszeit oft in unseren Blu-Ray Player anzutreffen, um die referenzwürdige Bild- und Tonqualität an Testgeräten auszuprobieren.

 

Schöne Bescherung

Einen klassischeren Weihnachtsfilm mit entsprechend thematischen Klischees kann man sich kaum vorstellen: von einer exotischen Weihnachtsbaumbeschaffung, bis hin zur verpatzten Bescherung oder verunglücktem Festtagsessen, finden sich fast alle klassischen Themen innerhalb der 93 Minuten. Sogar SWAT-Teams, senile Großeltern und explodierende Jauchegruben finden ihren Platz in der angenehm kurzweiligen Komödie. Durch das hohe Erzähltempo kommt trotz flacher Story und stereotyper Charaktere keine Langeweile auf, so dass wir "Schöne Bescherung" zwar nicht als cineastischen Hauptgang einplanen würden, doch als weihnachtliches Fast-Food sehr empfehlen können.

Obwohl schöne "Schöne Bescherung" schon fast 20 Jahre alt ist, bietet Warner den Titel auch auf Blu-Ray und HD-DVD an. Die Bildqualität der HD-Fassung liegt zwar deutlich über der DVD-Version, richtiges High-Def-Feeling kommt aber nur sehr vereinzelt auf. Die Dolby Digital 2.0 Stereotonspur erlaubt leider keine akustischen Höhenflüge, klingt aber zumindest sauber und neutral.

 

Stirb langsam 2

Selbstverständlich darf in unserer Empfehlungsliste auch ein waschechter Klassiker nicht fehlen. "Stirb langsam 2" thematisiert das Weihnachtsfest lediglich am Rande, indem Terroristen den Flughafen im tiefverschneiten New York kurz vor den Feiertagen in ihre Gewalt bringen. Policeoffice John McClaine (alias Bruce Willis) ist zum zweiten Mal der falsche Mann zur falschen Zeit am falschen Ort, als er währenddessen seine Frau vom Flughafen abholen möchte. Zusammen mit einer Kommandoeinheit und der Flughafenpolizei kämpft er gegen die Widersacher, um hunderten Menschen (darunter auch seine Frau) einen Tod durch Absturz der kreisenden Flugzeuge wegen Spritmangel zu ersparen. "Stirb langsam 2" funktioniert als klassisches Popcornkino mit viel Action, tollen Stunts sowie aufregenden Kämpfen. Weihnachtliche Aussagen werden dabei zwar gänzlich unterdrückt, doch speziell aufgrund der geradlinigen, flotten Machart ohne aufgesetzte Schnulzmomente sorgt der Film für willkommenen Ausgleich. 

Etwas schade ist da nur, dass die mittlerweile 18 Jahre alte Produktion in technischer Hinsicht ihren Tribut zollt und deswegen nicht einmal auf Blu-Ray mit zeitgemäßen Bild- und Toneigenschaften ausgestattet ist. Das kraft- und konturenarme Bild sieht im Vergleich zum vierten Teil genauso alt aus wie der etwas blecherne, monotone Klang. Dennoch: für adrenalinfördernde Action bei weihnachtlichem Schneetreiben für kein Weg an John McClains zweiten Abenteuer vorbei.

 

Tödliche Weihnachten

Wenn die Kinder zu Bett sind, und man sich nach einem Ausgleich zur gesamten Gefühlsduselei sehnt, empfehlen wir den Titel "Tödliche Weihnachten" aus dem DVD-Regal zu ziehen. Samuel L. Jackson begibt sich als heruntergekommener Privatschnüffler für seine Mandanten (gespielt von Geena Davis) während der Weihnachts-/Neujahrszeit auf der Suche nach ihrer ausgelöschten Erinnerung als Profikiller und sorgt dabei für actionreiche sowie knisterne Thrilleratmosphäre im Heimkino. Die beiden divergenten Hauptprotagonisten liefern sich einige reizvolle Dialoge mit viel Wortwitz (vorzugsweise in Englisch) und geben dadurch ein interessantes Leinwand-Duett ab.

Technisch ordnet sich der Thriller im gehobenen Mittelfeld ein - die verschiedenen DVD-Versionen bedienen sich allesamt vom leicht verschmutzten Master und bietet nur eine durchschnittliche Bildschärfe und Differenzierung. Im Gegensatz zu aktuellen Produktionen fällt hingegen die recht authentische Farbgebung positiv auf, was der Bildnatürlichkeit zugute kommt. Die Actionsequenzen sorgen dafür, dass Subwoofer und Surroundkanäle aus ihrem Weihnachtsschlaf erwachen, ansonsten konzentriert sich der Großteil des akustischen Geschehens auf die Frontkulisse.

Text: Lars Mette