Sweeney Todd

Original

Sweeney Todd

Anbieter

Warner Home Video (2008)

Laufzeit

ca. 116 min.

Bildformat

1,85:1

Audiokanäle

Dolby TrueHD 5.1 - Englisch
Dolby Digital 5.1 - Englisch
Dolby Digital 5.1 - Spanisch
Dolby Digital 5.1 - Französisch
Dolby Digital 5.1 - Deutsch
Dolby Digital 5.1 - Italienisch

Untertitel

Englisch, Deutsch, u.a.

Regionalcode

A,B,C

VÖ-Termin

18.07.2008

Film  83 %

Es ist unübersehbar, dass sich Regisseur Tim Burton mit "Sweeney Todd" so richtig in seinem düster-skurrilen Element befunden hat. Durchweg auf Ideallinie, beeindruckt das Werk schon visuell durch seine konsequente Farbgestaltung, die, abgesehen von einer betont hell und bunt gehaltenen Wunschtraumsequenz, im stimmungsvollen schwarz-grau der weniger begünstigten Viertel des viktorianischen Londons schwelgt, pikant garniert durch das wahrhaft in reißenden Strömen fließende Blut, das in seiner knalligen Künstlichkeit den theatralischen Gesamteffekt hervorragend zur Geltung bringt. Doch auch wenn der Blutzoll von "Sweeney Todd" weit über dem Durchschnitt Hollywoods liegt und die tödlichen Umtriebe der Hauptfiguren in schonungsloser Brutalität gezeigt werden, ist Tim Burton uneingeschränkt zuzustimmen, wenn er meint, dass er seinen Film keineswegs als Horrorthriller, sondern vielmehr als tragisches Liebesdrama sieht; bilden doch die verwundeten, wenn auch moralisch deutlich deformierten Seelen der Figuren die gefühlsstarke Antriebskraft der Geschichte. Angesichts der blutig-düsteren Tragik des Geschehens, sollten sich hoffnungslose Romantiker trotzdem davor hüten, mit allzu großen Erwartungen auf allumfassende liebreiche Glückseligkeit anzutreten, wobei nicht vergessen werden sollte, dass selbst diese Fraktion des Publikums nicht ganz unbedacht bleibt, haben doch Buch und Inszenierung in Gestalt eines jugendlichen Liebespaares die geballte Gefühlskraft und den zuckersüßen Überschwang der romantischen Empfindung gepackt.

Nicht unerwähnt bleiben darf außerdem ein gewisser, für manche Zuschauer bzw. vor allem Zuhörer gewiss nicht ganz unproblematischer Aspekt des Films - er geht alles andere als verschämt mit seiner Herkunft von den Musicalbühnen des Broadways um, mit der Folge, dass der in Form des (un)fröhlichen Liedgutes mündlich vorgetragene Inhalt jenen der profanen Dialoge deutlich dominiert. Bei allem tiefschwarzen Humor und verspieltem Umgang mit dem Genre sollte darob nicht vergessen werden, dass es sich bei "Sweeney Todd" um ein reinrassiges Musical handelt - auch wenn es schade für jeden potentiell Interessenten ist, dem aufgrund diesen Aspektes der Genuss des bitterbösen, zugleich jedoch ungemein humorvollen und gefühlsstarkem Werk entgehen wird.

 

Bild  81 %

Gewohnt düster präsentiert sich Tim Burtons "Sweeney Todd" und selbst die gewohnten Hauptdarsteller Johnny Depp und Helena Bonham-Carter wirken mit ihren finster zurechtgeschminkten Gesichtern ähnlich trist wie die Umgebung, in der der Film spielt. Das ohnehin schon sehr dunkle Bild bietet obendrein noch einen sehr harten Kontrast, der in dunklen Bildbereichen nur wenig Nuancen erkennen lässt und selbst in vergleichsweise hellen Szenen fehlt es dem Bild an genügend Licht, um richtig plastisch zu wirken. Die stark gefilterten Farben fallen überwiegend sehr kühl aus und zeigen nur eine geringe Sättigung. Die Blu-ray Disc lässt die feine Körnigkeit des Masters deutlich erkennen und bietet eine gute Schärfe - die aber nicht immer perfekt ist. Gerade Nahaufnahmen wirken häufiger etwas unscharf und lassen Details in Gesichtern leicht verwaschen aussehen. Die Kompression ist tadellos und zeigt keine Störungen.

 

Ton  88 %

"Sweeney Tood" bietet zwar recht wenige filmische Sound-Effekte. Um so intensiver ist aber der Musical-Charakter des Films gut realisiert worden. Die während des Großteils der Laufzeit hörbare Musik bietet eine hervorragende Dynamik sowie eine bereits mit normalem Dolby Digital-Ton exzellent filigrane Hochtonwiedergabe und auch die Stimmen wurden in sehr guter Qualität aufgenommen. Da verzeiht man es dem Film durchaus, dass er eher frontlastig abgemischt wurde. Zumindest ein wenig räumliches Flair verbreitet sich aber doch noch hinten und auch im Frontbereich produziert "Sweeney Tood" eine hervorragende Stereo-Breite mit vielen kleinen Sound-Elementen, die prägnant und detailliert herauszuhören sind.

 

Special Features

"Burton + Depp + Carter = Todd"
"Sweeney Todd lebt: Die wahre Geschichte des teuflischen Barbiers"
"Musikalische Körperverletzung: Sondheims Swenney Todd"
"Swenneys London"
"Grand Guignol: Eine Theater-Tradition"
"Das Design für eine teuflischen Barbier"
"Ein blutiger Beruf"
"Der Refrain der Rasierklinge"
"Die Pressekonferenz in London"
Fotogalerie:
Making Of: "The Making-of SWEENEY TODD - HBO First Look" 

Review von Karsten Serck und Tobias Wrany (Film) 15.07.2008

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