Die Mumie

Original

The Mummy

Anbieter

Universal Pictures Video (2008)

Laufzeit

ca. 124 min.

Bildformat

2,40:1

Audiokanäle

DTS HD Master Audio 5.1 - Englisch
DTS 5.1 - Deutsch
DTS 5.1 - Französisch
DTS 5.1 - Italienisch
DTS 5.1 - Spanisch
DTS 5.1 - Japanisch
3 Audio-Kommentare

Untertitel

Englisch, Deutsch, u.a.

Regionalcode

A,B,C

VÖ-Termin

11.12.2008

Film 100 %

Ägypten im Jahre 1719 v. Chr. Der Hohepriester Imhotep (Arnold Vosloo) hat eine verhängnisvolle Affäre mit der Geliebten des Pharaos. Wie nicht anders zu erwarten, geht die Sache nicht allzu günstig für die Beteiligten aus. Für den Pharao und seine Frau endet die Angelegenheit mit einem schmerzhaften, aber schnellen Tot. Der Hohepriester hat weit weniger Glück. Er wird lebendig einbalsamiert und mit einer Horde Skarabäuskäfer zusammen in den Sarkophag gelegt, um von den Biestern auf grässlich langsame Weise aufgefressen und zur Mumie verwandelt zu werden. 

Ägypten im Jahre 1923 n. Chr.: Evelyn (Rachel Weisz) ist Ägyptologin mit Leib und Seele. Leider hat ihre bisherige wissenschaftliche Laufbahn hauptsächlich innerhalb von Museumsmauern stattgefunden, so dass ihr die notwendige Erfahrung für die wahren Feldstudien noch fehlen. Aber das soll sich ändern, als sie durch ihren Bruder Jonathan (John Hannah) ein Artefakt in die Hand bekommt, das eine Verbindung zu Hamunaptra, der legendären Stadt der Toten aufweist und kurz darauf der amerikanische Abenteurer Rick O'Connell (Brendan Fraser) auftaucht, der behauptet, den Standort des verschollenen Ortes zu kennen. Auf dem Weg dorthin stellen sie fest, dass sie leider nicht die einzigen sind, die von dem Geheimnis erfahren haben. Eine Truppe amerikanischer Glücksritter ist ebenfalls unterwegs auf der Suche nach Gold und Ehre. Sie sind es auch, die trotz der deutlichen Warnhinweise bezüglich dem Fluch der Mumie die Jahrhunderte alten Siegel zu den verborgenen Grüften aufbrechen. Die Ägyptologin findet dafür das Buch des Todes und kann es mittels des Artefaktes, das sich als eine Art Schlüssel entpuppt, sogar öffnen. Unerfahren wie sie ist, macht sie prompt den größten Fehler, den der Besitzer des Buches des Todes wohl begehen kann, sie liest laut eine der darin erhaltenen Beschwörungen vor. Und sie erwischt genau den Spruch, der den Hohepriester Imhotep, bzw. besser gesagt das, was in mumifizierter Form noch von ihm übrig ist, zum Leben erweckt. Und die Mumie beginnt sofort damit, das Angenehme mit dem Notwendigen zu verbinden. Als Strafe für den Siegelbruch dienen die Schatzsucher fortan als unfreiwillige Spender von Augen, Organen und sonstigen Körperbestandteilen, welche der Mumie nach ihrem langen Aufenthalt im Wüstensand abhanden gekommen sind. Mit jedem weiteren ausgepressten Opfer wächst die Macht der Mumie und damit die Chancen, ihren Plan zu verwirklichen, nämlich auch die Geliebte wieder ins Leben zurückzuholen. Evelyn hat inzwischen mehr als genug Gründe, um sich ins heimische Vereinigte Königreich zurückzuwünschen, insbesondere, da sie feststellen muss, dass sie das Privileg besitzt, von der Mumie als Wirtskörper für die Wiedergeburt der Geliebten zu dienen, was sie nicht besonders entzückt, denn abgesehen von seinen rabiaten Methoden haben die Küsse ihres "Verlobten" einen etwas zu fauligen Geschmack (was soll er auch machen, nach über dreitausend Jahren im verwesten Zustand). Zum Glück sind da noch Rick und Jonathan, die sich völlig uneigennützig aufmachen, um Evelyn aus den Katakomben der Totenstadt zu befreien, nun ja, vielleicht nicht ganz uneigennützig, schließlich warten da unten auch noch die unermesslichen Schätze der Grabkammern auf ihre Entdecker. 

Zur angemessenen Würdigung von der "Mumie" gehören zunächst zwei Abgrenzungen, um keine falschen Vorstellungen aufkommen zu lassen.

Erstens: "Die Mumie" ist, anders als das Original mit Boris Karloff aus dem Jahr 1932 kein Horrorfilm. Die Szenen, in denen bei empfindlichen Gemütern irgendwie das Grausen auftreten könnte sind so geschnitten oder gefilmt, dass kein echter Schockeffekt entsteht. Auch ist die Dramaturgie des Filmes in keiner Weise auf das Erzeugen von Gänsehaut ausgerichtet. Dass war bei einer der zahlreichen Drehbuchfassungen, die von Universal für das Projekt gesichtet wurde, noch anders gewesen, aber die Version von Joe Dante wurde als "zu düster" abgelehnt.

Zweitens: "Die Mumie" ist auch kein neuer "Indiana Jones". Zwar basiert "Die Mumie" ebenso wie die "Indy-Trilogie" auf dem alten Abenteuer B-Movie Konzept, doch fehlen ihr die Atmosphäre, die Vielschichtigkeit der Geschichte, die vertieften Charaktere und die detailreiche, sorgfältige Inszenierung der Indiana Jones-Filme, welche diesen ihren Anspruch und ihre überdurchschnittlich nachhaltige Wirkung verschafften.

Die Mumie ist schlicht und einfach perfektes Unterhaltungskino. Es handelt sicht nicht nur um irgendeinen weiteren Blockbuster, wie er in Massen aus Hollywood kommt, sondern um die absolute Spitze aus dieser Gruppe. Stephen Sommers gelingt durch sein Drehbuch und seine Regie virtuos, in jedem Moment des Filmes genau die richtigen Vorgaben zu setzen, um das pure Kinogefühl beim Zuschauer niemals abreißen zu lassen. Dabei vermeidet er all die Fehler, die bei fast allen großen Event- und Actionfilmen der letzten Jahre auf die eine oder andere Weise den Genuss trübten. So verzichtet er auf die bei bestimmten Filmemachern so beliebten dilettantischen "Rührszenen", bzw. übertriebenen Pathos, die doch regelmäßig lediglich irgendetwas zwischen Langeweile und unfreiwilliger Heiterkeit zur Folge haben. Sommers treibt den Film zügig voran, ohne jedoch den Eindruck zu erwecken, durch eine möglichst atemlose Hetzjagd über Untiefen der Story hinwegjagen zu wollen. Auch weiß er genau mit den visuellen Effekten umzugehen, die im Film in äußerst großer Zahl auftauchen (selbst der Sand, mittels dem die Mumie in einer Szene durch ein Schlüsselloch in Evelyns Zimmer eindringt, ist computergeneriert; der Versuch mit echtem Sand hatte sich als nicht eindrucksvoll genug erwiesen); doch im Gegensatz zu vielen Event-Movies werden die Effekte nicht nach dem Motto "lauter, bunter, größer" eingesetzt, um die Sinne der Zuschauer zu betäuben, was sich dann regelmäßig in den ruhigeren Momenten in Form eines ernüchternden Leeregefühls bemerkbar macht, statt dessen dienen sie dazu, die Geschichte im wahrsten Sinne des Wortes "effektvoll" auszugestalten. Neben der nicht nur hervorragend bebilderten, sondern im übrigen auch wirklich kurzweilig erzählten Geschichte, ist es vor allem der Humor, der "Die Mumie" über den Durchschnitt herausragen lässt. Der Film hat soviel sprühenden Witz, dass selbst der Großteil aller Filmkomödien vor Neid erblassen muss. Durch die Komik wird dem ganzen Film eine lockere Note eingeimpft, welche verhindert, dass allzu gut bekannte Standartsituationen in Routine versanden, da der ironische Touch auch aus ihnen noch großes Entertainment macht. Und schließlich darf auch einer der größten Aktivposten des Films nicht unterschlagen werden: Die in jeder Hinsicht gelungene Besetzung. Als unbedarfte Ägyptologin glänzt Rachel Weisz, die schon in "Chain Reaction (Außer Kontrolle)" erste Action-Erfahrungen sammeln konnte, damals aber sträflich unterfordert wurde. Hier dagegen kann sie ihr ganzes darstellerisches und vor allem komödiantisches Talent blühen lassen. Egal, ob sie mit großen Augen vor sich hin staunt, während um sie herum die Welt in Trümmer fällt, oder ob sie sich in scharfzüngigen Wortduellen mit ihrer Umgebung auseinandersetzt, stets ist es äußerst vergnüglich, ihr beim Agieren zuzusehen. John Hannah, bekannt aus "Four Weddings And A Funeral" und "Sliding Doors (Sie liebt ihn - Sie liebt ihn nicht)" glänzt als leichtlebiger Bruder, der durch seine etwas weniger angestrengte Art, die Dinge zu sehen, seine Schwester ein ums andere Mal in Schwierigkeiten stürzt, sich aber stets bemüht, sie wieder daraus zu befreien. Und in der Rolle des Abenteurers, der als Figur dem typischen machohaften Actionhelden entspricht, ist Brendan Fraser, der selbst in der grimmigsten Kampfszene noch etwas von einem menschgewordenen Teddybären hat, eine in jeder Hinsicht gelungene Besetzungen gegen den Typ. Ohne dass er in seiner Heldenrolle jemals unglaubwürdig wirkt, enthält seine Darstellung genau die richtige Prise Selbstironie, die seine Figur erst richtig sympathisch macht. Alle Darsteller sind dabei mit sichtlich guter Laune am Werk, was sich unmittelbar auf den Betrachter überträgt. 

"Die Mumie" ist Popcornkino vom Feinsten und jedem zu empfehlen, auch und gerade denjenigen, die von den großen, leeren Megamovies der neunziger Jahre entnervt sind und endlich wieder einmal ein Actionabenteuer sehen wollen, bei dem sie nicht spätestens eine halbe Stunde vor Schluss auf ein plötzliches, unerwartetes Ableben der Hauptperson hoffen, nur damit die Qual der Langeweile endlich vorbei ist.

 

Bild  88 %

Das Master ist nicht ganz perfekt und zeigt neben einem leichten Helligkeitsflackern auch immer wieder kleine Kratzer. Die Körnigkeit des Films ist gut sichtbar. Darüber hinaus zeigen Gesichter mitunter ein leichtes Farbrauschen. Der "Mumie" ist deutlich anzusehen, dass der Film noch auf richtigem Zelluloid gedreht wurde. Künstlich wirkende digitale Verfremdungen sind dem Bild nicht anzusehen. Der Kontrast ist extrem hoch und im Zusammenspiel des tiefen Schwarz mit den kräftig gesättigten Farben in warmen Tönen erscheint das Bild sehr plastisch. In dunklen Bildbereichen zeigt das Bild dabei allerdings auch häufiger tiefe Schatten. "Die Mumie" bietet eine überwiegend sehr hohe Bildschärfe mit vielen Szenen auf Referenz-Niveau. Die Bildqualität ist insgesamt aber etwas wechselhaft. Gerade Szenen mit digitalen Effekten wirken häufiger etwas soft. Dennoch schlägt sich diese Blu-ray Disc aufgrund des sehr plastischen Bildes im Vergleich zu vielen aktuellen Filmen wirklich prächtig. Die Kompression ist absolut unauffällig und zeigt keine Artefakte.

 

Ton  95 %

Dank der pompösen musikalischen Orchesteruntermalung braucht man sich bei "Die Mumie" keine Sorge um den passenden Sound machen. Vor allem die Musik sorgt auch für eine gute Berieselung von allen Seiten, die fast schon so lebendig klingt wie alte Quadrophonie-Aufnahmen. Leider fehlt der Musik, die immer wieder nur das gleiche Thema variiert, ein wenig Abwechslung, so dass der stakkatoartige Rhythmus schnell an Unterhaltungswert verliert. Über die akustischen Effekte kann man indes nicht meckern, die die Surround-Kanäle deutlich mit ansprechen. Die Surround-Kanäle werden recht intensiv und regelmäßig angesprochen. Das Klangbild erscheint sehr filigran und kann auch einige gute Split-Surround-Effekte bieten. Sehr positiv fällt die gute Höhenwiedergabe auf, die für ein sehr transparentes und real erscheinendes Klangbild mit viel Weite sorgt. Durch eine sehr ausgewogene Lautstärkebalance zwischen den vorderen und hinteren Kanälen fühlt sich der Zuschauer direkt in das Geschehen einbezogen. Sorgen muss man sich lediglich um die teils sehr heftigen und plötzlich auftretenden Dynamiksprünge machen. Wer hier etwas leichtsinnig den Pegel zu hoch eingestellt hat, kann wirklich Wunder erleben.....

 

Special Features

- Geschnittene und Ergänzte Szenen
- 3 Audiokommentare
- Making-of
- Von der Stadt in die Wüste
- Das Terrakotta-Vermächtnis
- Aufruf an alle–der Casting- Prozess
- Kampfvorbereitungen mit Brendan Fraser und Jet Li
- Jet Li: Gestaltung der Kaiser- Mumie
- Die Entstehung neuer und übernatürlicher Welten
- Kampfvorbereitungen mit Brendan Fraser und Jet Li
- Jet Li: Gestaltung der Kaiser- Mumie
- Die Entstehung neuer und übernatürlicher Welten

Review von Karsten Serck und Tobias Wrany (Film) 22.10.2008

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