Pearl Harbor

Original

Pearl Harbor

Anbieter

Buena Vista Home Entertainment (2007)

Laufzeit

183:05 min. (Kinofassung)

Bildformat

2,35:1 

Audiokanäle

1. Englisch, PCM 5.1
2. Englisch, Dolby Digital 5.1
3. Französisch, Dolby Digital 5.1
4. Italienisch, DTS 5.1
5. Italienisch, Dolby Digital 5.1
6. Deutsch, DTS 5.1
7. Deutsch, Dolby Digital 5.1

Untertitel

Deutsch, Englisch u.a.

Regionalcode

A,B,C

VÖ-Termin

05.04.2007
Film 25 %

New Jersey 1941. Rafe McCawley (BEN AFFLECK) und Danny Walker (JOSH HARTNETT) sind von Kindheitstagen an die besten Freunde. Wie Brüder zusammen aufgewachsen, war schon immer das Fliegen ihre große gemeinsame Leidenschaft. Inzwischen sind sie waghalsige junge Piloten im U.S. Army Air Corps, als eine eigenmächtige Entscheidung Rafes ihre Freundschaft auf die Probe stellt. Rafe hat sich als Freiwilliger zum "Eagle Squadron" gemeldet, einer Gruppe amerikanischer Soldaten, die auf Seiten der Engländer kämpft. Rafe lässt nicht nur seinen besten Freund zurück, sondern auch seine große Liebe Evelyn (KATE BECKINSALE), eine hübsche, mutige junge Frau, die er im Militärkrankenhaus kennenlernte, wo sie Krankenschwester ist. Während Rafe in England sein Leben aufs Spiel setzt, werden Evelyn und Danny nach Pearl Harbor auf Hawaii versetzt. Das paradiesische Leben dort hat ein jähes Ende, als im Pazifik die Nachricht eintrifft, Rafe sei im Krieg gefallen. Monatelang können Danny und Evelyn ihren Kummer über den Tod des geliebten Freundes kaum verwinden. Über den gegenseitigen Trost kommen sich die beiden näher und verlieben sich schließlich ineinander. Doch Rafe ist nicht tot – er steht plötzlich vor Evelyn. Doch ehe sich Gelegenheit bietet, einen Ausweg aus der Situation zu finden, wird ihr privates Schicksal durch den Angriff Japans auf die in Pearl Harbor stationierten Streitkräfte der USA in den Hintergrund gedrängt: Für die beiden Freunde geht es nicht mehr nur um die Liebe ihres Lebens, sondern um Leben und Tod...

Michael Bay und Jerry Bruckheimer bleiben auch in "Pearl Harbor" ihrer Videoclipästhetik und den klischeehaften Figuren treu. Das war etwas, das in Filmen wie "Bad Boys", "The Rock" oder auch "Armageddon" eigentlich niemanden störte, denn die Filme boten zwar nicht viel Tiefsinn, dafür aber wenigstens astreine Unterhaltung. Der hier gemachte Versuch, historische Ereignisse mit den gleichen Elementen des Popcornkinos und viel Herz und Schmerz á la "Titanic" zu vermitteln, ging allerdings ziemlich in die Hose. Die übermäßigen Special Effects kämpfen rund drei Stunden gegen ein langweiliges Drehbuch sowie dumme und belanglose Dialoge an, die von Schauspielern wiedergegeben werden, die die Aura einer Marionette ausstrahlen. Dabei trieft der Kitsch und das Pathos aus fast jedem Millimeter Zelluloid, ohne dass der Zuschauer auch nur einen Hauch an Sympathie mit den Figuren entwickelt. Jede Szene, sei sie auch noch so bedeutungslos für den Handlungsverlauf, wird quälend in die Länge gezogen. Aus den fast drei Stunden Film hätten sich auch 90 Minuten machen lassen können, ohne dass der Zuschauer etwas verpassen würde. Vor allem hat man oft den Eindruck, als ob der Angriff auf Pearl Harbor nur zum Randthema gerät und vielmehr die absolut dämliche Dreiecksbeziehung zwischen Rafe, Evelyn und Danny in den Vordergrund gestellt wird. Das ließe sich ja noch ertragen, wenn nicht jeder Satz, den die Darsteller von sich geben, so klischeehaft und ohne bleibenden Erinnerungswert wäre. Kommt es schließlich nach rund achtzig Minuten hohlem Geschwätz dann zum Angriff der Japaner, so hat der Zuschauer bereits alle Sympathien für die Darsteller aufgegeben und verfolgt deren Schicksal nur noch mit mäßiger Anteilnahme. Ben Affleck liefert hier die hölzernste Performance seiner Karriere ab, während Kate Beckinsale in erster Linie das naive Püppchen mimen darf und Josh Hartnett sich vor allem darauf konzentriert, seinen Hundeblick möglichst gleichmäßig beizubehalten. Dem Zuschauer ergeht es im Grunde genommen genauso wie dem Großteil der amerikanischen Öffentlichkeit im Jahre 1941. Er sieht zwar die Bilder des Angriffs auf Pearl Harbor, doch die historischen Hintergründe, die hierzu geführt haben und vor allem die Intentionen der politischen Figuren bleiben weitgehend schleierhaft. Sie beschränken sich vielfach auf Statements wie den berühmten Ausspruch des "Day Of Infamy" aus dem Munde von Präsident Roosevelt, die man in fast jedem Lexikon nachlesen kann. Um so detaillierter werden häufig eher nebensächliche Details dargestellt, die man ohnehin nicht lange in Erinnerung behalten wird. Für viel mehr bleibt auch keine Zeit, denn Pearl Harbor ist in erster Linie der Wendepunkt aber nicht Mittelpunkt eines Films, der als seichte Love Story beginnt und mit den Angriffen der Amerikaner auf Japan endet. In keinem Moment erreicht "Pearl Harbor" die hintergründige und detaillierte Präzision im Ablauf der Ereignisse, die das Pearl Harbor-Drama "Tora! Tora! Tora!" in seiner minutiösen Darstellung bot. Selten hat man einen Film über historische Ereignisse gesehen, der so wenig mit Geschichte zu tun hat. Der politische Inhalt des Filmes reduziert sich im Grunde genommen auf ein verharmlosendes Bild des Krieges, denn auch wenn in nicht enden wollenden Kameraeinstellungen das Schicksal der Soldaten gezeigt wird, die dem Angriff zum Opfer fielen, so überwiegt bei diesen Bildern doch das kitschige Pathos des Heldentodes und erreicht niemals die kalte und eindringliche Emotionalität, die Steven Spielberg in den ersten 30 Minuten von "Der Soldat James Ryan" vermitteln konnte, was alleine schon daran liegt, dass selbst in den tragischsten Momenten die gewohnte Bay/Bruckheimer-Ästhetik niemals verschwindet. Hat der Zuschauer bereits nach zwei Stunden die Geduld verloren, dieser weder in emotionaler noch intellektueller Hinsicht überzeugenden Darstellung zu folgen, so wird er diese auch in der letzten Stunde nicht wiedergewinnen, die praktisch nur den Zweck zu erfüllen scheint, in dramaturgischer Hinsicht den Film nicht mit der Schmach von Pearl Harbor sondern einem er Harbor"-Film.

 

Bild  88 %

"Pearl Harbor" bietet den typischen Look einer Michael Bay/Jerry Bruckheimer-Produktion. Während andere Regisseure historische Stoffe gerne in dunklen Bildern mit blassen Farben inszenieren, so als ob die Welt erst seit Mitte des 20. Jahrhunderts farbig wäre, sieht "Pearl Harbor" aus wie ein poppig-bunter Video-Clip. Am deutlichsten fallen vor allem die extrem üppigen Farben ins Auge. Vor allem Grundfarben wie Grün und Rot erscheinen meist sehr überdreht. Kate Beckinsale strahlt noch heller als manche Ampel mit ihrem roten Lippenstift. Farbliche Verfremdungen halten sich dabei aber noch in Grenzen und wem die Farben zu bunt sind, kann auch einfach die Farbsättigung reduzieren. Deutlich sichtbar ist die Körnigkeit des Films und ein feines Farbrauschen. Der Kontrast ist sehr hoch. Zwar wirken die Kontraste häufig etwas überzogen. Im Vergleich zu vielen aktuellen Produktionen ist das aber noch ziemlich harmlos und man muss sich lediglich mit etwas harten Schattierungen abfinden. Die Bildschärfe ist durchgängig sehr hoch. Der Film bietet in fast jeder Einstellung eine gute Schärfe und zeigt in Nahaufnahmen extrem viel Detail. Trotz enormer Überlänge wurde "Pearl Harbor" mit dem MPEG2-Video-Codec komprimiert. Nichtsdestotrotz lässt das Bild auch bei hoher Bewegungsdynamik keine Artefakte erkennen. Wer ganz genau hinsieht, wird allerdings schon ab und zu in Flächen ein ganz leichtes Blockrauschen ausmachen können, welches beim normalen Betrachten des Films aber kaum bemerkbar ist.

Ton  100 %

Der Film bietet eine bombastische Dynamik mit viel Bass und einen hervorragenden Surround-Klang. Der Music Score von Hans Zimmer überzeugt durch eine sehr räumliche Wiedergabe und drängt sich selbst in eher ruhigen Szenen des Filmes deutlich in den Vordergrund. So richtig zur Sache geht es dann aber ungefähr ab der 87. Minute, dem Beginn des Angriffs auf das Inselparadies. Hier flitzen dann die Flugzeuge quer durch den Raum, was auch sehr schön und präzise über die Lautsprecher wiedergegeben wird. Die Effekte sind vor allem sehr laut und gut ortbar aus den Surround-Kanälen zu hören. In diesen Momenten präsentiert die DVD hervorragende Demo-Qualitäten. Noch präziser zu orten sind die Kugelsalven während des letzten Schusswechsels mit den Japanern in den letzten Minuten des Films. Allerdings wünscht man sich stellenweise auch während ruhiger Szenen etwas mehr Surround-Klang, da der Sound vorwiegend nur in den wichtigen Action-Szenen zu Höchstform auffährt. Vorzugsweise sollte man den Film im englischen Original als unkomprimierten PCM-Track oder in der Synchro als DTS-Mix anhören, die beide noch einmal ein gehöriges Dynamik-Plus im Vergleich zu den Dolby Digital-Tonspuren bieten und auch Effekte etwas prägnanter präsentieren. 

 

Special Features

* MAKING OF PEARL HARBOR
* PEARL HARBOR UND SEINE HELDEN
* TEASER TRAILER
* FAITH HILL MUSIK VIDEO "THERE YOU´LL BE"
* VORSCHAU: "NATIONAL GEOGRAPHIC HINTER DEN KULISSEN VON PEARL HARBOR"

Review von Karsten Serck 17.04.2007

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