Die unheimliche Begegnung der Dritten Art

Original

Close Encounters of the Third Kind

Anbieter

Sony Pictures Home Entertainment (2007)

Laufzeit

137:14 min. (Director's Cut)

Bildformat

2,35:1 

Audiokanäle

1. Englisch, Dolby True HD
2. Deutsch, DTS HD Master Audio
3. Deutsch, Dolby True HD

Untertitel

Englisch, Deutsch

Regionalcode

A, B, C

VÖ-Termin

22.11.2007
Film  60 %

Zunächst tauchen plötzlich seit Jahrzehnten vermisste Flugzeuge und Schiffe wie aus dem Nichts auf, dann macht eine Linienflugmaschine beinahe eine Kollision mit einem hell erleuchteten Objekt und schließlich tauchen eines Tages UFOs in einer amerikanischen Kleinstadt auf. Nach einem spektakulären Lichterspiel am Himmel sind diese aber ebenso schnell wieder verschwunden, wie sie gekommen sind. Doch diejenigen, die die UFOs gesehen haben, bekommen plötzlich eine Vision von einem steilen Berg und beginnen wie wild, Bilder und Plastiken zu erstellen. Einer dieser Zeugen ist der Elektroingenieur Roy Neary (Richard Dreyfuss), dessen Familie ihn für verrückt hält, als er im heimischen Wohnzimmer aus Abfall und Lehm ein Modell dieses Bergs erstellt, dessen Zweck er allerdings erst dann erkennt, als im Fernsehen über einen vermeintlichen Unfall mit Giftgas in der Umgebung eines Bergs berichtet wird, der genau seinen Visionen entspricht und das Militär die Umgebung absperrt. Neary glaubt natürlich nicht an diese Cover-Story und begibt sich an diesen geheimnisvollen Ort. Dort kommt es anschließend zu der titelgebenden "unheimlichen Begegnung der dritten Art".

"Die unheimliche Begegnung der dritten Art" beeindruckt in erster Linie durch die visuellen Effekte, die vor allem am Ende des Films das gigantische Raumschiff der Aliens zeigen. Die Effekte wirken wirklich sehr gut und das sogar nach heutigen Kriterien, wenn man mal bedenkt, das selbst in aktuellen Filmen die CGI-Effekte selten wirklich perfekt sind.

Die Story des Films ist sichtlich geprägt durch den kindlich-verträumten Idealismus des jungen Steven Spielberg, der auch seine späteren Unterhaltungs-Filme wie "E.T." unverkennbar in seinem speziellen Stil drehte und wirkt stellenweise etwas naiv und übertrieben. Es ist erstaunlich, dass Steven Spielberg selbst sagt, dass er diesen Film heutzutage nicht mehr aus einem solchen optimistischen Blickwinkel drehen würde.

Der Film ist in erster Linie wirklich Effektkino und auf dieser Ebene auch sehr gut. Vom Erzählerischen ist die Handlung, die anfangs durch einen sehr langsamen Einstieg an mehreren unterschiedlichen Schauplätzen noch sehr faszinierend und rätselhaft wirkt, nicht von übermäßig viel Spannung gekennzeichnet. Die Rolle der Hauptfigur Roy Neary, der von Richard Dreyfuss gespielt wird, ist stark überzeichnet, so dass man teilweise schon lachen muss, wenn man ihn z.B. über rund 15 Minuten beobachtet, wie er vollkommen überdreht sich im Wohnzimmer seinen Berg aus Lehm zusammen zaubert. Auch viele andere Situationen sorgen für Stirnrunzeln, weil die Story immer wieder zu Übertreibungen und Wiedersprüchen neigt, wenn z.B. Dreyfuss beim ersten Anblick eines kleinen Alien-Schiffs einen Sonnenbrand erleidet, aber gegen Ende in Gegenwart des großen Schiffs plötzlich keine Probleme bekommt. Störend ist auch die Rolle des französischen Wissenschaftlers Claude Lacombe, dessen Worte ständig übersetzt werden müssen, da nämlich auch Darsteller Francois Truffaut des Englischen nicht besonders mächtig war, und so für unnötige Längen sorgt.

"Die unheimliche Begegnung der dritten Art" bietet teilweise wirklich schöne Bilder, doch das Mythische, was viele andere Science Fiction-Filme prägt, kommt hier leider nicht ganz so überzeugend rüber. Steven Spielberg hat in der ursprünglichen Fassung des Films versucht, möglichst wenig über die außerirdischen Besucher zu verraten, indem nämlich auch das Innere des Raumschiffs nicht gezeigt wurde. Da der Film damals unter Zeitdruck entstand, blieb Spielberg für Verbesserungen an Szenen, die er gerne anders gehabt hätte, nicht viel Zeit. Es gelang ihm später, von Columbia Geld für eine "Special Edition" zu bekommen, allerdings verlangte das Studio laut Spielberg, dass dafür das Innere des Schiffs gezeigt würde. Spielberg ging darauf zwar ein, bezeichnet dies aber heute als Fehler, weswegen die Szenen im Inneren des Raumschiffes im "Director's Cut" auch nicht zu sehen ist

Die Blu-ray Disc enthält sowohl die Kinofassung, die Special Edition als auch den Director's Cut, die via "Seamless Branching" auf einer einzigen Disc Platz finden. 

 

Bild  88 %

Das Master zeigt eine feine Körnigkeit und ist nahezu frei von Kratzern. Die Blu-ray Disc bietet eine enorme Bildschärfe, die in den meisten Szenen für ein sehr plastisches Bild sorgt. Nur gelegentlich sind leichte Unschärfen zu beobachten. meist werden aber sogar die Hintergründe sehr scharf abgebildet. Der Kontrast ist sehr hoch, neigt dabei aber nicht zu Überstrahlungen und wirkt auch nicht künstlich verfremdet. Gleiches gilt ebenso für die satten und natürlichen Farben. Der Film lässt durchaus gelegentlich durch leichtes Flackern, 4arbrauschen und etwas tiefe Schatten sein Alter erkennen, es lassen sich aber so gut wie keine richtigen Mängel entdecken. Auch wenn "Die unheimliche Begegnung der Dritten Art" visuell nicht ganz so beeindruckend wirkt wie "2001", so bietet die Blu-ray Disc aber dennoch eine exzellente Qualität, die selbst viele neuere Filme nicht erreichen.

 

Ton  55 %

Sony präsentiert den Film auf der Blu-ray Disc im neuen Dolby True HD-Format, die deutsche Fassung gibt es auch noch einmal als DTS HD Master Audio. Im Vergleich zum Bild macht der Ton aber keinen richtigen qualitativen Sprung gegenüber der DVD. Der Sound ist etwas blechern und monoton. Aus den hinteren Kanälen kommt zwar auch etwas heraus, was allerdings nur im Ansatz räumlich klingt. Dies liegt vor allem an der mangelhaften Dynamik. Auch im Höhenbereich klingt der Soundtrack meist recht schwach, weswegen man auch nicht viel verpasst, wenn man den Film nicht mit einem kompletten 5.1-System hört.

 

Special Features
  • Dokumentationen: Steven Spielberg: 30 Jahre „Unheimliche Begegnung der Dritten Art“
  • Making Of, 1977 - Filmdokumentation
  • Entfallene Szenen
  • Entwicklung der Story: Storyboard Vergleiche, Storyboardgalerien, Bilder von der Drehortsuche, Zeichnungen vom Mutterschiff von Ralph McQuarrie, Hinter den Kulissen, Produktionsteam, Fotogalerie, Marketing: Die Originalfassung im Kino, Special Edition
  • Trailer

Review von Karsten Serck und Tobias Wrany (Film) 19.12.2007

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