2001: Odyssee im Weltraum

Original

2001: A Space Odyssey

Anbieter

Warner Home Video (2007)

Laufzeit

148:51 min.

Bildformat

2,20:1 

Audiokanäle

1. Englisch, PCM 5.1
2. Englisch, Dolby Digital 5.1
3. Deutsch, Dolby Digital 5.1
4. Italienisch, Dolby Digital 5.1
5. Französisch, Dolby Digital 5.1
6. Kastellanisch, Dolby Digital 5.1
7. Spanisch, Dolby Digital 5.1

Untertitel

Englisch, Deutsch, u.a.

Regionalcode

A, B, C

VÖ-Termin

07.12.2007
Film  95 %

Auf dem Mond wird ein schwarzer Monolith entdeckt. Die perfekte Oberflächenbeschaffenheit des Objekts, sein starkes Magnetfeld und die Fundstelle nur wenige Meter unterhalb der Mondoberfläche deuten darauf hin, dass der Monolith bewusst auf dem Mond von intelligenten Lebensformen versteckt wurde - vor mehreren Millionen Jahren. Als zum ersten Mal Sonnenlicht auf den Monolithen fällt, sendet dieser ein Funksignal in Richtung Jupiter. Mehrere Monate später ist an Bord der "Discovery" die erste Weltraum-Expedition auf dem Weg zum größten Planeten des Sonnensystems. Während der Großteil der Mannschaft die Reise im Tiefschlaf verbringt, sind nur zwei Astronauten an Bord, die die "Discovery" steuern. Das eigentliche Kommando hat jedoch der Zentralcomputer HAL 9000, ein als unfehlbar eingestufter Supercomputer, der auf Stimmbefehle reagiert und alle Systeme der Discovery kontrolliert. Um so merkwürdiger erscheint es, dass HAL plötzlich den Ausfall eines wichtigen Steuerelementes meldet, welches sich nach einem Austausch jedoch als intakt herausstellt. Die beiden Astronauten an Bord der Discovery beschließen, im Falle weiterer Fehler HAL auszuschalten, was offensichtlich der Computer mit aller Macht verhindern will: Bei Außenbordarbeiten wird der Astronaut Frank Poole getötet, als sich seine Raumgondel wie von Geisterhand gesteuert plötzlich in Bewegung setzt. Nachdem sein Kollege Dave Bowman den toten Frank Poole geborgen hat, will HAL ihn nicht mehr an Bord der Discovery zu lassen, weil HAL den Fortgang der Mission in Gefahr sieht. Durch einen Notausstieg kommt Dave aber doch wieder an Bord der Discovery und schaltet die Speicherzellen von HAL nach und nach aus, der während der Zeit seiner Abwesenheit die Lebenserhaltungssysteme der noch im Tiefschlaf befindlichen Crew-Mitglieder ausgeschaltet hat. Dann taucht plötzlich ein schwarzer Monolith in der Umlaufbahn des Jupiter auf, identisch mit dem auf dem Mond gefundenen Exemplar, jedoch mit weitaus größeren Ausmaßen. Dave Bowman begibt sich auf seine letzte Reise, um das Geheimnis des schwarzen Monolithen zu lüften...

Stanley Kubrick's "2001" gehört auch nach 30 Jahren immer noch zu den großen Klassikern des Science-Fiction-Genres und gilt als Ideengeber für eine Vielzahl anderer Filme. Mit seiner eleganten Ästhetik und für seine Zeit verblüffenden Tricktechniken, deren Ergebnisse selbst unter heutigen Gesichtspunkten noch nicht zum alten Eisen zählen, schuf Kubrick ein zeitloses Epos, dessen Ruhm eigentlich nur noch durch seine Rätselhaftigkeit übertroffen wird. Kubricks' Film ist alles andere als eingängig. Das beginnt schon mit den Affen, die in den ersten 25 Minuten in wilder Ödnis um ihr Überleben kämpfen und den ersten Kontakt mit dem Monolithen machen und endet ebenso rätselhaft mit den letzten 25 Minuten, in denen Astronaut Dave Bowman durch den Monolithen in eine bunt-schillernde Welt zu fliegen scheint um am Ende als "Sternenkind" wiedergeboren zu werden. Da Kubrick während seines Lebens bewusst keine Aussagen über die Bedeutung von "2001" machte, die über das hinausgehen, was man bei der Betrachtung des Filmes bereits selbst einfach erkennen kann, wird es wohl bis in alle Ewigkeit ein Geheimnis bleiben, wie man den Film nun verstehen soll. Genauso wie "2001" visuell ein Geniestreich ist, scheitert der Film als Erzählung, die viel zu komplex ist, als dass man wirklich einen richtigen plausiblen Zusammenhang finden kann. Dafür sind die symbolischen Andeutungen, die der Film macht, einfach viel zu vage, als das man sich ein genaues Bild verschaffen kann. Der Ansatz ist klar: "2001" soll dem Zuschauer eine andere Perspektive über das Universum und andere Lebensformen vermitteln, doch wie diese genau aussehen sollt, bleibt etwas zu abstrakt. Daher sollte man unbedingt vorher einmal das Buch von Arthur C. Clarke gelesen haben, der auf Grundlage seiner Kurzgeschichte "The Sentinel" zusammen mit Stanley Kubrick das Drehbuch zu "2001" schrieb und nach Fertigstellung des Filmes eine eigene Romanfassung mit dem gleichen Titel "2001 - Odyssee im Weltraum" veröffentlichte. Auch das Buch vermag zwar nicht alle Rätsel aufzulösen, doch wird hier zumindest die Rolle, die der Monolith als Inspiration für die Evolution der Menschheit spielen soll, etwas einleuchtender vermittelt. Arthur C. Clarke schrieb auch die gelungenen Roman-Fortsetzungen 2010 - Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen (verfilmt von Peter Hyams) und 2061 - Odyssee III, die auf Grundlage von "2001" die Geschichte weitererzählen. Vom lustlos erzählten 3001 - Die letzte Odyssee sollte man allerdings lieber die Finger lassen. Ungeachtet der etwas zu komplexen Story ist "2001" aber dennoch ein Erlebnis, das weit über das hinausgeht, was man normalerweise bei einem Film erwartet und da es heutzutage ohnehin nur noch wenige richtige neue Science Fiction-Filme gibt, in denen es um mehr geht als Superhelden mit übernatürlichen Fähigkeiten, kehrt man bei der Such im Filmarchiv zwangsläufig immer wieder zu "2001" zurück.

 

Bild  95 %

Selbst wer mit dem Film "2001" inhaltlich nicht viel anfangen kann, dürfte dennoch in Anbetracht der Bilder, die dieser Film zeigt, schwer beeindruckt werden. Das Bild der Blu-ray Disc übertrifft noch einmal das Bild der 2001 veröffentlichten restaurierten DVD-Version um ein Vielfaches. In solch einer Qualität dürften bislang nur sehr wenige Leute "2001" gesehen haben. Es sind nur äußerst selten Kratzer oder sonstige Dropouts auf dem Bild zu entdecken. Der Transfer ist sehr sauber und besitzt eine exzellente Kantenschärfe. Details sind meistens sehr gut zu erkennen, wie z.B. die Krater auf dem Mond oder kleine Aufschriften an Bord der Discovery. Beeindruckend ist vor allem der große Bereich, über den sich die Schärfe bei diesem Film erstreckt, was es ermöglicht, dieses Bild wie ein Gemälde zu entdecken. Und im Unterschied zu vielen Filmen mit digitalen Effekten, die bei der hohen Auflösung deutlich als solche enttarnt werden, erscheinen die bei "2001" verwendeten Modelle auch in HDTV absolut detailliert und realistisch. Nur in wenigen Szenen wie z.B. der Eröffnungssequenz mit den Affen weicht der Film von diesem ansonsten durchgängig hohen Qualitätsniveau ab und wirkt unscharf. Die Farben sind sehr kräftig, was eindrucksvoll die knalligen bonbonfarbenen Sitzmöbel (im scheußlichen Look der Sechziger) an Bord der Raumstation zwischen Erde und Mond demonstrieren. Der Kontrast ist ebenfalls perfekt und überzeugt durch ein plastisches Zusammenspiel heller und dunkler Bildbereiche mit einem perfekten Schwarzwert, wovon man sich in den absolut dunklen ersten Minuten des Films überzeugen kann. Der künstliche Look, in dem heutzutage die meisten Kinofilme mit digitaler Technik verfremdet werden, ist "2001" noch vollkommen fremd und selbst wenn das Bild durch einen etwas kühlen Grundton dominiert wird, erscheint die Optik dieses Films so realistisch, dass man meinen könnte, nur einen Schritt machen zu müssen, um selbst an Bord der "Discovery" zu sein. Die Kompression ist ebenfalls absolut perfekt und lässt keine Störungen erkennen.

 

Ton  70 %

Der Sound (in Englisch auch als PCM-Mehrkanalmix verfügbar) erreicht ungefähr das räumliche Niveau einer Dolby Surround-Abmischung - viel mehr kann man aus einem Film des Jahres 1968 auch nicht mehr herausholen. Der Sound ist etwas stark auf die Höhen und Mitten betont, der Bass fällt überwiegend recht schwach aus. Im Wesentlichen ist es die Musik, die auch die Surround-Kanäle mit einbezieht, die zwar recht deutlich zu hören sind, aber durch einen ziemlich monotonen Klang nur eine beschränkte Räumlichkeit ergeben. Die recht schwachen Surround-Effekte liegen aber zum Teil auch in der Absicht Kubricks, der seinem Film so viel Realismus wie möglich geben wollte. Deswegen herrscht bei vielen Aufnahmen im All auch totale Stille, denn im Vakuum kann es auch keine Tonübertragung geben. Hier fällt auch der gute Rauschabstand auf, denn selbst bei höherem Pegel sind in diesen Sequenzen weder Rauschen noch Knackser zu hören. In anderen Szenen füllt Kubrick diese Leere durch das Atmen der Astronauten im Raumanzug aus, was in der Wiedergabe räumlicher klingt als die reine Musik.

 

Special Features
  • Audiokommentar: von Keir Dullea und Gary Lockwood
  • Dokumentationen:
    "Die Erschaffung eines Mythos"
    "Das Vermächtnis von 2001"
    "Die Prophezeiung von 2001"
    "Ein Blick hinter die Zukunft"
    "Was ist da draußen"
    "Look: Stanley Kubrick!"
    "2001: Spezialeffekte und das frühe konzeptionelle Design"
  • US-Kinotrailer

Review von Karsten Serck 07.12.2007

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